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Disney+ weicht dem Patenturteil technisch aus: 4K kehrt zurück, HDR noch nicht
Technik · 03.08.2026 13:09

Disney+ weicht dem Patenturteil technisch aus: 4K kehrt zurück, HDR noch nicht

Kurz: Disney+ reaktiviert 4K-Streaming in Deutschland durch eine technische Umstellung. Doch nicht alle Geräte profitieren, und HDR bleibt vorerst weiterhin deaktivie

Rückkehr der UHD-Qualität bei Disney+

Nach einer längeren Phase der Einschränkungen hat Disney+ damit begonnen, die 4K-UHD-Auflösung für Nutzer in Deutschland wieder freizuschalten. Das Unternehmen bestätigte, dass eine neue technische Lösung implementiert wurde, um die hochauflösenden Inhalte trotz eines laufenden Patentstreits wieder verfügbar zu machen. Dennoch ist die vollständige Funktionalität noch nicht auf allen Endgeräten gewährleistet, und die Bereitstellung von HDR-Inhalten lässt derzeit noch auf sich warten.

Hintergrund: Der Patentstreit um HEVC

Die Ursache für die vorübergehende Herabstufung der Streaming-Qualität auf 1080p war ein juristischer Konflikt mit dem US-Unternehmen InterDigital. Im Zentrum steht dabei der Videocodec HEVC (High Efficiency Video Coding). Bereits im vergangenen November hatte das Landgericht München in einer einstweiligen Verfügung festgestellt, dass Disney+ beim Streaming von Inhalten mit dynamischem HDR die Schutzrechte von InterDigital verletzt.

Die Situation verschärfte sich Ende Juli, als eine weitere Verfügung des Einheitlichen Patentgerichts (UPC) in Düsseldorf dazu führte, dass sowohl 4K als auch HDR für deutsche Kunden vorübergehend komplett aus dem Angebot verschwanden. Dies betraf insbesondere Abonnenten des Premium-Tarifs, die für Funktionen wie 4K-Auflösung, HDR und Dolby Atmos einen Aufpreis zahlen.

Technische Ausweichmanöver

Disney hält sich mit Details zur technischen Umsetzung bedeckt, doch erste Beobachtungen deuten auf einen Wechsel des Videocodecs hin. So konnte beispielsweise auf einem Fire TV Cube festgestellt werden, dass Disney+ nun den VP9-Codec anstelle von HEVC verwendet, um 4K-Inhalte auszuliefern.

Dieser Wechsel ist ein klassisches Beispiel für eine technische Umgehungslösung, um den Anforderungen des Gerichtsurteils zu entgehen, ohne den Dienst komplett einstellen zu müssen. Die Herausforderung für den Streaming-Anbieter besteht nun darin, diese Anpassung auf die Vielzahl der am Markt befindlichen Endgeräte zu übertragen. Disney räumte bereits ein, dass die Verfügbarkeit von 4K UHD derzeit noch geräteabhängig variieren kann.

Auswirkungen auf Abonnenten und Verbraucherschutz

Für Nutzer des Premium-Abos, das monatlich 16 Euro oder jährlich 160 Euro kostet, bedeutet die aktuelle Situation eine eingeschränkte Leistung. Da HDR-Formate wie Dolby Vision und HDR10+ weiterhin fehlen, können Kunden die beworbenen Mehrwerte ihres Abonnements nur teilweise nutzen.

Die Verbraucherzentrale Niedersachsen hatte bereits nach der ursprünglichen Abschaltung der hochauflösenden Inhalte angekündigt, rechtliche Schritte zu prüfen. Ob die nun eingeleitete technische Umstellung ausreicht, um die vertraglichen Verpflichtungen gegenüber den Kunden zu erfüllen, bleibt abzuwarten.

Ausblick und nächste Schritte

Disney arbeitet nach eigenen Angaben daran, die Unterstützung für weitere Geräte auszubauen und die HDR-Wiedergabe so zeitnah wie möglich wieder zu integrieren. Genaue Zeitpläne wurden jedoch nicht kommuniziert. Für deutsche Nutzer bedeutet dies, dass sie sich weiterhin in Geduld üben müssen, bis das volle Funktionsspektrum ihres Abonnements wieder wie gewohnt zur Verfügung steht.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/ingenieurin-die-themenparkfahrt-entwirft-3862372/ · Foto: ThisIsEngineering
Quelle: https://www.heise.de/news/Patentstreit-Disney-stellt-4K-in-Deutschland-wieder-her-11395249.html?wt_mc=rss.red.ho.ho.atom.beitrag.beitrag