Ein neuer Anlauf für das Resident-Evil-Franchise
Am 17. September 2026 erreichte das Resident-Evil-Franchise einen Wendepunkt, der viele Fans und Kritiker gleichermaßen überrascht haben dürfte. Nach Jahren, in denen die Marke vornehmlich mit B-Movie-Trash, einer gescheiterten Netflix-Serie und einem eingestellten Low-Budget-Reboot assoziiert wurde, präsentierten die Lizenzinhaber Constantin Film und Sony Pictures eine neue Realverfilmung. Regie führte der Horrorspezialist Zach Cregger, der bereits durch Werke wie "Barbarian" und "Weapons" bekannt ist. Mit einem Budget von 75 Millionen US-Dollar ausgestattet, gelang ihm ein Werk, das sich bewusst von den bisherigen, oft unfreiwillig komischen Adaptionen abhebt. Der Film, der am 17. September 2026 besprochen wurde, markiert eine Abkehr von der bisherigen Tradition, bei der alle zwei bis fünf Jahre eine neue, meist qualitativ minderwertige Produktion veröffentlicht wurde. Cregger liefert stattdessen ein eigenwilliges, mutiges und unterhaltsames Genrewerk, das Horror und Parodie auf eine Weise vermischt, die den Zuschauer gleichermaßen zum Gruseln wie zum Lachen bringt. Dass sich der Kassenerfolg bereits abzeichnet, unterstreicht die Relevanz dieses neuen Ansatzes, der das Franchise endlich aus der Ecke des reinen Trash-Kinos herausholt.
Die inhaltliche Ausgestaltung und die Handschrift des Regisseurs
Wer eine werkgetreue Adaption der Capcom-Videospielreihe erwartet, wird bei Zach Creggers Interpretation vor eine Herausforderung gestellt. Der Film verzichtet weitgehend auf ikonische Charaktere, die exakte Kopie von Monstern aus den Spielen oder die detailgetreue Nachbildung bekannter Schauplätze. Stattdessen präsentiert Cregger seine ganz eigene Vision. Die Handlung, die in der bekannten Kulisse von Raccoon City spielt und die Umbrella Corporation als Verursacher eines verheerenden Labor-Leaks benennt, hätte laut den Berichten ohne diese spezifischen Markennamen kaum als Resident-Evil-Film identifiziert werden können. Cregger selbst räumte in Interviews ein, dass die Geschichte ursprünglich unabhängig vom Franchise konzipiert wurde. Die ästhetische Gestaltung der Kreaturen, die aus dem Umbrella-Labor stammen, ist dabei besonders hervorzuheben. Die Monster wirken durch ihre fleischigen Mutantententakel, platzenden Blutsäcke und sich aufspaltenden Körper überaus grotesk. Dass das Budget von 75 Millionen US-Dollar sinnvoll investiert wurde, zeigt sich in den weitgehend physisch wirkenden Effekten, die nur selten rein computergeneriert erscheinen. Dies weckt eine breite Palette an Emotionen, von echtem Ekel bis hin zu klassischem Horror-Feeling.
Einordnung in die Historie und den Entstehungsprozess
Die Geschichte der Resident-Evil-Verfilmungen ist lang und von wechselhaftem Erfolg geprägt. Seit dem Jahr 2002 wurden insgesamt sechs Filme produziert, die in ihrer Qualität stark schwankten. Hinzu kamen ein abgebrochenes Low-Budget-Projekt sowie die erwähnte Netflix-Serie, die ebenfalls nicht den erhofften Anklang fand. Dass Constantin Film und Sony Pictures nun auf Zach Cregger setzten, kann als bewusste Entscheidung für eine künstlerische Neuausrichtung gewertet werden. Cregger erhielt große kreative Freiheit, was ihm ermöglichte, Einflüsse aus Klassikern wie "Tanz der Teufel 2" oder "Das Ding aus einer anderen Welt" einfließen zu lassen. Auch Anleihen an James Gunns "Slither" sind erkennbar. Diese Einflüsse sind keineswegs negativ zu bewerten, sofern der Zuschauer eine gewisse Affinität zu expliziterem Horror besitzt. Die Entscheidung, das Projekt nicht als strikte Adaption der Spiele, sondern als eigenständiges Werk mit Resident-Evil-Elementen zu führen, war ein kalkuliertes Wagnis, das dem Film die nötige erzählerische Freiheit verlieh, um sich von der starren Videospiellogik zu lösen.
Die Akteure hinter der Produktion
Die Hauptverantwortung für dieses Projekt liegt bei den Lizenzinhabern Constantin Film und Sony Pictures, die durch die Verpflichtung von Zach Cregger ein deutliches Signal setzten. Cregger, der nicht nur Regie führte, sondern auch als Co-Autor fungierte, prägte das Werk maßgeblich. Seine bisherige Arbeit im Horrorgenre qualifizierte ihn für dieses Unterfangen. Die Entscheidung, ihm ein Budget von 75 Millionen US-Dollar zur Verfügung zu stellen, zeigt das Vertrauen der Produktionshäuser in seine Vision. Während die Videospielvorlage von Capcom stammt, ist der Film explizit als "Zach Creggers Resident Evil" zu verstehen. Die Distanz zur Vorlage ist dabei so groß, dass der Film als eine Art Antithese zur üblichen Videospiellogik fungiert. Die Zuschauer, die sich auf den Film einlassen, werden mit einer Produktion konfrontiert, die sich bewusst über die Konventionen der vorangegangenen Filme hinwegsetzt und stattdessen eine eigene, parodistisch angehauchte Horrorsprache spricht.
Kritische Würdigung des neuen Ansatzes
Einzuordnen ist das Werk als eine gelungene, wenn auch für Puristen schwierige Neudefinition des Stoffes. Den Berichten zufolge ist der Film zwar ein unterhaltsames Genrewerk, verliert jedoch gegen Ende an Boden, indem er in die serientypische Albernheit zurückfällt. Dennoch ist die Abkehr vom "B-Movie-Trash" ein bedeutender Schritt. Die Qualität der Monsterdarstellung und die handwerkliche Umsetzung der Gore-Effekte heben den Film deutlich von seinen Vorgängern ab. Die Entscheidung, auf eine sklavische Treue zur Vorlage zu verzichten, ist ein zweischneidiges Schwert: Einerseits ermöglicht sie eine kreative Freiheit, die den Film zu einem eigenständigen Erlebnis macht, andererseits enttäuscht sie Fans, die auf ikonische Momente und Charaktere hoffen. Dennoch ist die Mischung aus Grusel und Humor, die Cregger etabliert, ein erfrischendes Element, das das Franchise aus der Stagnation befreit. Die FSK-16-Freigabe unterstreicht dabei die Ausrichtung auf ein Publikum, das mit expliziten Darstellungen umgehen kann und diese in einem modernen Horrorfilm auch erwartet.
Offene Fragen und verbleibende Lücken
Obwohl der Film bereits in den Kinos läuft, lässt der Quelltext einige Fragen offen. Es wird nicht explizit dargelegt, welche spezifischen Charaktere oder Handlungsstränge aus den Spielen Cregger bewusst ausgeschlossen hat, außer dem allgemeinen Hinweis, dass ikonische Elemente fehlen. Auch bleibt unklar, wie die Fangemeinde der Videospiele langfristig auf diese radikale Abkehr reagieren wird, da der Bericht lediglich den aktuellen Kassenerfolg erwähnt. Zudem wird nicht detailliert erläutert, welche Teile der Geschichte bereits vor der Entscheidung, das Projekt unter das Resident-Evil-Label zu stellen, existierten und welche Elemente erst nachträglich hinzugefügt wurden, um den Bezug zur Umbrella Corporation herzustellen. Die genauen Details der kreativen Auseinandersetzung zwischen dem Regisseur und den Produktionsfirmen bleiben ebenfalls im Dunkeln. Es wird lediglich konstatiert, dass Cregger große künstlerische Freiheit genoss, doch wie diese in konkreten Produktionsentscheidungen aussah, wird nicht weiter ausgeführt. Auch die Zukunft des Franchises nach diesem Reboot bleibt spekulativ, da keine weiteren Fortsetzungen oder Pläne für ein erweitertes Universum im vorliegenden Text genannt werden.