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Neural Rendering: AMD arbeitet offenbar an Konkurrenten für Dlss 5
Technik · 17.09.2026 10:14

Neural Rendering: AMD arbeitet offenbar an Konkurrenten für Dlss 5

Kurz: AMD entwickelt offenbar eine eigene Neural-Rendering-Technologie, die als Konkurrent zu Nvidias DLSS 5 fungieren könnte. Ein Einsatz wird für 2027 erwartet.

Ein Vorstoß in die Ära des Neural Rendering

AMD bereitet sich offenbar darauf vor, seine technologische Basis im Bereich der Grafikberechnung grundlegend zu erweitern. Wie aus aktuellen Berichten hervorgeht, arbeitet das Unternehmen an einer eigenen Lösung für Neural Rendering, die direkt als Antwort auf Nvidias DLSS 5 positioniert werden könnte. Bei dieser Technologie kommen neuronale Netze zum Einsatz, um die Qualität der Spielgrafik nicht nur zu verbessern, sondern in Teilen sogar neu zu berechnen. Während bisherige Ansätze wie Upscaling oder Frame-Generation bereits etabliert sind, zielt AMD mit diesem Schritt auf eine tiefere Integration von KI-Modellen ab. Diese sollen in der Lage sein, komplexe Informationen zu Beleuchtung, Materialbeschaffenheit und Oberflächenstrukturen in Echtzeit zu verarbeiten. Das Ziel ist eine deutlich realistischere Darstellung, die über das bisher Machbare hinausgeht. Da die Berechnungen für diese Prozesse jedoch extrem rechenintensiv sind, deutet vieles darauf hin, dass AMD hierfür spezielle Hardware-Voraussetzungen schaffen muss. Die technologische Entwicklung markiert einen strategischen Wendepunkt, da AMD Neural Rendering mittlerweile als essenziellen Bestandteil für die Zukunft der Echtzeitgrafik definiert hat.

Die technischen Details und die Rolle von RDNA 5

Die Informationen über das Projekt stammen aus dem Umfeld des Anandtech-Forums, verbreitet durch den als zuverlässig geltenden Hardware-Leaker Kepler_L2. Den Berichten zufolge entwickelt AMD eine Technologie, die unter dem Arbeitstitel „Neural Lighting“ geführt wird. Diese soll in ihrer Funktionsweise eng mit den Ansätzen verwandt sein, die Nvidia in seinem DLSS-5-Paket verfolgt. Ein zentraler Punkt ist dabei die Hardware-Basis: Es gilt als äußerst wahrscheinlich, dass diese neue Form des Neural Rendering zwingend eine Grafikkarte auf Basis der kommenden RDNA-5-Architektur voraussetzt. Die Komplexität der neuronalen Berechnungen ist so hoch, dass ältere Architekturen hier an ihre Grenzen stoßen würden. Zwar zeigen Modder derzeit, dass Nvidias Neural Rendering auf Radeon-Karten der Serien RX 7000 (RDNA 3) und RX 9000 (RDNA 4) prinzipiell lauffähig ist, doch die Performance ist mit Werten um die 33 Bilder pro Sekunde bei einer Auflösung von 1080p auf einer Radeon RX 9070 XT noch weit von einer praxistauglichen Gaming-Erfahrung entfernt. Erst dedizierte Hardware-Einheiten in RDNA 5 könnten hier die notwendige Effizienz liefern.

Der Hintergrund der technologischen Entwicklung

Der Weg zu einer eigenen Neural-Rendering-Lösung ist bei AMD kein plötzliches Ereignis, sondern das Ergebnis einer kontinuierlichen technologischen Evolution. Bereits mit der Initiative „FSR Redstone“ hat das Unternehmen den Grundstein gelegt. Dieses Paket umfasst bereits heute ML-basiertes Upscaling, Frame-Generation, Ray-Regeneration sowie Radiance-Caching für die Beleuchtung. AMD hat erkannt, dass die klassische Rasterisierung zunehmend durch KI-gestützte Verfahren ergänzt oder gar ersetzt werden muss, um den steigenden Anforderungen an visuelle Qualität gerecht zu werden. Die bisherigen FSR-Varianten waren dabei eher als universelle Software-Lösungen konzipiert, die auf verschiedenster Hardware funktionieren sollten. Mit dem Übergang zu einem dedizierten Neural Rendering, das vermutlich eng an eine spezifische Architektur wie RDNA 5 gekoppelt ist, ändert AMD jedoch seine Strategie. Man bewegt sich weg von der reinen Software-Optimierung hin zu einer hardwarenahen Verzahnung, um die enormen Rechenlasten, die mit der KI-generierten Beleuchtung und Oberflächenberechnung einhergehen, überhaupt erst bewältigen zu können.

Die involvierten Akteure und strategischen Partner

An der Entwicklung sind nicht nur die internen Ingenieurteams von AMD beteiligt, sondern das Projekt hat auch eine erhebliche Bedeutung für die Partner im Konsolensegment. AMD arbeitet in diesem Bereich eng mit den Schwergewichten Microsoft und Sony zusammen. Besonders Microsofts nächste Xbox-Generation, die unter dem Projektnamen „Helix“ entwickelt wird, spielt hier eine zentrale Rolle. Es gibt Spekulationen, dass eine Technologie namens „FSR Diamond“ in diesen Konsolen zum Einsatz kommen könnte, welche ebenfalls auf RDNA 5 basiert. AMD hat explizit bestätigt, dass die Neural-Rendering-Technik nicht nur für PCs und Handhelds, sondern ausdrücklich für Konsolen konzipiert ist. Die Zusammenarbeit mit den Konsolenherstellern ist dabei entscheidend, da diese Plattformen oft als Treiber für neue Grafikstandards fungieren. Während AMD selbst bisher keine offiziellen Produktbezeichnungen wie „Neural Lighting“ oder „FSR Diamond“ bestätigt hat, zeigt die enge Abstimmung mit den Konsolenpartnern, dass das Unternehmen die Technologie als systemübergreifenden Standard etablieren will, um gegen die Marktmacht von Nvidia im PC-Bereich bestehen zu können.

Einordnung der Marktsituation

Einzuordnen ist dieser Vorstoß als notwendige Reaktion auf die zunehmende Dominanz von Nvidias KI-gestützten Grafiktechnologien. Während Nvidia mit DLSS 5 bereits die nächste Stufe der grafischen Aufbereitung erreicht hat, bei der KI-Modelle aktiv Bilddetails generieren, steht AMD unter Zugzwang, eine vergleichbare Leistung anzubieten. Den Berichten zufolge ist die Implementierung von Neural Rendering für AMD kein optionales Feature mehr, sondern eine strategische Notwendigkeit, um die Wettbewerbsfähigkeit der Radeon-Grafikkarten und der Custom-SoCs für Konsolen langfristig zu sichern. Die Tatsache, dass AMD Neural Rendering mittlerweile als wichtigen Bestandteil zukünftiger Echtzeitgrafik bezeichnet, unterstreicht den Ernst der Lage. Einzuordnen ist zudem, dass AMD hier einen Balanceakt vollzieht: Man muss einerseits die Hardware-Anforderungen für die KI-Berechnungen erfüllen, ohne dabei die Effizienz aus den Augen zu verlieren, die für Konsolen und Gaming-PCs gleichermaßen wichtig ist. Die Abhängigkeit von der RDNA-5-Architektur zeigt, dass AMD bereit ist, den technologischen Sprung durch eine neue Hardware-Generation zu erzwingen, um die Performance-Lücke zu schließen.

Offene Fragen und Lücken im Wissensstand

Trotz der Berichte über die laufenden Entwicklungen bleiben zahlreiche Fragen unbeantwortet. Der Quelltext lässt offen, ob „Neural Lighting“ tatsächlich der finale Name der Technologie sein wird oder ob es sich lediglich um einen internen Arbeitstitel handelt. Auch die genaue Spezifikation von „FSR Diamond“ bleibt unklar; es ist nicht bestätigt, ob diese Technik identisch mit dem Neural Rendering für PCs ist oder ob es sich um eine spezifische Anpassung für die nächste Konsolengeneration handelt. Ebenso fehlen offizielle Angaben von AMD zur Architektur von RDNA 5 selbst. Es ist nicht bekannt, welche spezifischen Hardware-Einheiten für das Neural Rendering reserviert sein werden und wie diese sich von den bisherigen Beschleunigern für Raytracing oder klassische Shader unterscheiden. Zudem gibt es keine Informationen darüber, wie AMD die Kompatibilität zu älteren Spielen handhaben will, die nicht explizit für diese neue Art der KI-Berechnung optimiert wurden. Auch der genaue Funktionsumfang im Vergleich zu Nvidias DLSS 5, etwa bei der Frame-Generation oder der Qualität der KI-Rekonstruktion, bleibt zum jetzigen Zeitpunkt reine Spekulation.

Ausblick auf den Zeitplan

Was den zeitlichen Rahmen betrifft, so gibt es zwar keine offiziellen Ankündigungen von AMD, doch die Gerüchteküche ist sich weitgehend einig. Als Zeitraum für die Einführung der RDNA-5-Architektur wird das Jahr 2027 genannt, wobei der Leaker Kepler_L2 sogar von einer Markteinführung Mitte 2027 spricht. Dies bedeutet, dass bis zu einem tatsächlichen Konkurrenten für DLSS 5 noch ein beachtlicher Zeitraum verstreicht. In dieser Zeit muss AMD nicht nur die Hardware-Architektur zur Serienreife bringen, sondern auch die entsprechende Software-Infrastruktur entwickeln, um Entwicklern die Integration der Technologie zu erleichtern. Da die nächste Konsolengeneration ebenfalls von der neuen Hardware-Architektur profitieren soll, wird der Zeitplan für RDNA 5 vermutlich eng mit den Release-Zyklen von Microsoft und Sony verknüpft sein. Bis dahin bleibt der Markt für Neural Rendering fest in der Hand von Nvidia, während AMD die Zeit nutzt, um die technologische Basis für den kommenden Wettbewerb zu festigen. Die kommenden Monate dürften weitere Details zur RDNA-5-Architektur liefern, die dann auch den Zeitplan für den Einsatz des Neural Rendering präzisieren werden.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/abstrakt-technologie-forschung-digital-17483868/ · Foto: Google DeepMind
Quelle: https://www.golem.de/news/neural-rendering-amd-arbeitet-offenbar-an-konkurrenten-fuer-dlss-5-2609-213135.html