Ein neues Kapitel der galaktischen Strategie: Was Zero Company ausmacht
Mit der Veröffentlichung von Star Wars: Zero Company betritt ein Titel die Bühne, der das Genre der rundenbasierten Taktikspiele innerhalb des beliebten Science-Fiction-Universums neu definiert. Das Spiel, das am 26. August 2026 von Electronic Arts veröffentlicht wurde, rückt nicht die bekannten Lichtschwert-Duelle der Jedi in den Vordergrund, sondern konzentriert sich auf die raue Realität einer Söldnertruppe während der Klonkriege. Die Spieler übernehmen die Rolle von Hawks, einem ehemaligen Offizier der Republik, der eine bunt zusammengewürfelte Gruppe von Kämpfern anführt. Das Spielprinzip ist dabei klar strukturiert: In rundenbasierten Gefechten müssen taktische Entscheidungen getroffen, Deckungen genutzt und Spezialfähigkeiten geschickt kombiniert werden. Dabei steht nicht nur das Überleben der einzelnen Einheiten im Fokus, sondern auch der wirtschaftliche Druck, da die Truppe bei einem Hutten namens Gorga hoch verschuldet ist. Diese Ausgangslage verleiht dem Spiel eine bodenständige Note, die sich deutlich von den epischen Heldenreisen anderer Star-Wars-Titel abhebt und den Fokus auf das taktische Management einer kleinen, aber schlagkräftigen Einheit legt.
Die Welt von Zero Company: Details zu Handlung und Charakteren
Im Zentrum der 30 bis 40 Stunden umfassenden Kampagne steht der Kampf gegen die sogenannte Infinite Coil. Dabei handelt es sich um einen separatistennahen paramilitärischen Kult, der von der Antagonistin Kundri Fathom angeführt wird. Die Bedrohung durch diese Gruppierung ist eng mit der mysteriösen Shadow Plague verknüpft, einer Krankheit, die den Mitgliedern des Kults eine unnatürliche Widerstandskraft sowie besondere Fähigkeiten verleiht. Während die Spieler die Jagd auf Fathom und ihre Anhänger aufnehmen, lernen sie die verschiedenen Facetten ihrer Söldnertruppe kennen. Ein Beispiel für die unbarmherzige Natur dieses Lebens ist der Söldner Aurelio, der nach seinem ersten Einsatz bereits wieder aus der Truppe ausscheidet. Das Spiel geht mit solchen Verlusten nüchtern um: Gefallene Mitglieder werden in einer Gedenkstätte im Hauptquartier verewigt, doch die Devise lautet stets, keine Tränen für die Gefallenen zu vergießen. Die Spieler können das Aussehen und einige Details ihres Anführers Hawks zu Beginn selbst festlegen, was eine persönliche Bindung an die Hauptfigur ermöglicht, während die übrigen Söldner durch ihre individuellen Stärken und Schwächen das taktische Gefüge bereichern.
Der taktische Kern: Ein Erbe der Xcom-Tradition
Dass Zero Company spielerisch so überzeugt, ist kein Zufall. Hinter dem Entwicklerstudio Bit Reactor stehen zahlreiche ehemalige Mitarbeiter von Firaxis, die maßgeblich an der Entwicklung der Xcom-Reihe beteiligt waren. Dieser Einfluss ist in jedem Moment des Gameplays spürbar. Das System aus Deckung, Sichtlinien und Positionierung ist intuitiv gestaltet und für Kenner des Genres sofort zugänglich. In jeder Runde verwalten die Spieler Aktionspunkte, die für Bewegungen, Angriffe oder den Einsatz spezialisierter Fähigkeiten genutzt werden können. Besonders hervorzuheben ist das System der gemeinsamen Aktionen: Wenn eine Figur Hilfe anfordert und ein Kamerad Sichtkontakt zum Ziel hat, kann dieser den Angriff unterstützen. Dies fördert nicht nur die taktische Tiefe, sondern stärkt auch die zwischenmenschlichen Beziehungen innerhalb der Söldnertruppe. Zudem sorgt der sogenannte Advantage-Vorrat für Dynamik: Erfolgreiche Treffer füllen diesen Vorrat, aus dem besonders mächtige Ultimate-Fähigkeiten finanziert werden. Die Trefferwahrscheinlichkeiten, ein Markenzeichen des Genres, sorgen auch hier für Spannung und gelegentliche Frustmomente, wenn selbst ein Schuss mit 90-prozentiger Erfolgsaussicht sein Ziel verfehlt – ein Umstand, den das Spiel sogar mit einer eigenen Trophäe für das damit verbundene Pech ironisch kommentiert.
Einordnung: Stärken und Schwächen in der Erzählweise
Einzuordnen ist das Spiel als ein technisch ausgereiftes und spielerisch tiefgründiges Werk, das vor allem auf dem Schlachtfeld glänzt. Während die Inszenierung der Zwischensequenzen durch ihre aufwendige Gestaltung überzeugt, offenbart die narrative Struktur des Spiels einige Schwächen. Den Berichten zufolge verliert sich Zero Company bei der Darstellung von Nebenfiguren und komplexen politischen Zusammenhängen häufig in Details, die den Spielfluss eher hemmen als bereichern. Die grundlegende Handlung um die Verfolgung der Infinite Coil bleibt zwar stets nachvollziehbar, erreicht jedoch nicht immer die erzählerische Dichte, die man sich bei der hochwertigen visuellen Präsentation wünschen würde. Dennoch gelingt es dem Spiel, eine Atmosphäre zu schaffen, die den Spieler tief in den Konflikt hineinzieht. Die Kombination aus dem harten Söldneralltag, der ständigen Bedrohung durch die Shadow Plague und der taktischen Herausforderung macht das Spiel zu einem der besten Star-Wars-Titel der letzten Jahre, auch wenn die Story in ihrer Tiefe hinter dem spielerischen Anspruch zurückbleibt.
Was bisher im Dunkeln bleibt: Offene Fragen zum Spiel
Obwohl der Test einen umfassenden Einblick in die Mechaniken und die Welt von Zero Company bietet, bleiben einige Aspekte unbeantwortet. So geht der Quelltext nicht detailliert auf die Vielfalt der spielbaren Söldnerklassen ein, abgesehen von der allgemeinen Erwähnung, dass ihre Stärken kombiniert werden müssen. Auch die genaue Ausgestaltung der wirtschaftlichen Komponente – etwa wie die Schulden bei dem Hutten Gorga konkret das Spielgeschehen beeinflussen oder ob es alternative Wege gibt, diese zu begleichen – wird nicht näher erläutert. Ebenso fehlen Informationen über den Umfang des Multiplayer-Modus oder ob es Pläne für zukünftige Erweiterungen oder DLCs gibt, die die Kampagne über die 30 bis 40 Stunden hinaus verlängern könnten. Auch die Frage, wie stark sich die Entscheidungen des Spielers in den Dialogen auf den Verlauf der Kampagne auswirken, bleibt offen, da der Fokus des Berichts primär auf dem taktischen Kampfsystem und der allgemeinen Rahmenhandlung liegt. Diese Lücken lassen Raum für weitere Analysen, sobald das Spiel von der Community in seiner vollen Breite erkundet wurde.
Der Weg nach vorn: Perspektiven für die Söldner von Hawks
Wie es für die Söldnertruppe um Hawks weitergeht, hängt maßgeblich vom Erfolg des Spielers bei der Zerschlagung der Infinite Coil ab. Die Kampagne ist als eine in sich geschlossene Erzählung konzipiert, die den Spieler über einen Zeitraum von 30 bis 40 Stunden fordert. Die angekündigten Schritte innerhalb des Spiels sind klar: Die Jagd auf Kundri Fathom erfordert eine stetige Verbesserung der eigenen Truppe, das Freischalten neuer Ultimate-Fähigkeiten und die kluge Verwaltung der Ressourcen, um den Forderungen des Hutten Gorga gerecht zu werden. Da das Spiel bereits veröffentlicht ist, stehen keine weiteren Release-Termine aus. Vielmehr liegt es nun an den Spielern, die taktischen Möglichkeiten auszureizen, die verschiedenen Söldner-Kombinationen zu testen und die Geheimnisse der Shadow Plague vollständig zu entschlüsseln. Die Gedenkstätte im Hauptquartier wird zweifellos noch weitere Namen aufnehmen, während die Truppe tiefer in das Territorium der Separatisten vordringt, um der Bedrohung durch die Infinite Coil ein für alle Mal ein Ende zu setzen.