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Ausgleich unfairer Vorteile - Volkmann plädiert für Ausgleichszölle gegen China
Schlagzeilen · 13.08.2026 08:57

Ausgleich unfairer Vorteile - Volkmann plädiert für Ausgleichszölle gegen China

Kurz: Der CDU-Politiker Johannes Volkmann fordert europäische Ausgleichszölle gegen China, um den deutschen Industriestandort vor unfairen Wettbewerbsvorteilen zu sch

Die Forderung nach Ausgleichszöllen gegen China

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Johannes Volkmann hat sich in einem aktuellen Interview mit dem Deutschlandfunk für eine konsequente handelspolitische Reaktion gegenüber China ausgesprochen. Angesichts der besorgniserregenden Entwicklung auf dem heimischen Arbeitsmarkt, wo bereits zehntausende Stellen in der deutschen Industrie verloren gegangen sind, sieht der Politiker dringenden Handlungsbedarf auf europäischer Ebene. Sein Kernanliegen ist die Einführung von Ausgleichszöllen, um die Wettbewerbsverzerrungen zu korrigieren, die durch staatliche Eingriffe chinesischer Akteure entstehen. Volkmann argumentiert, dass der deutsche Industriestandort andernfalls Gefahr laufe, schleichend auszubluten. Er plädiert für einen Kurswechsel, der die bisherige, aus seiner Sicht zu naive Haltung gegenüber Peking beendet und stattdessen eine Politik der Stärke etabliert. Die Forderung zielt darauf ab, ein wirtschaftliches Gleichgewicht wiederherzustellen, das durch unfaire Praktiken massiv gestört wurde, und somit die industrielle Basis in Deutschland und Europa langfristig zu sichern.

Einzelheiten zu den Vorwürfen und Maßnahmen

Johannes Volkmann benennt in seinen Ausführungen konkrete Mechanismen, die den fairen Wettbewerb aus seiner Sicht untergraben. Er kritisiert insbesondere, dass chinesische Unternehmen durch massive staatliche Subventionen sowie gezielte Wechselkursmanipulationen in die Lage versetzt werden, Konkurrenten systematisch aus dem Markt zu drängen. Diese unfairen Vorteile führen laut Volkmann dazu, dass deutsche Unternehmen nicht mehr zu gleichen Bedingungen konkurrieren können. Als flankierende Maßnahme schlägt der CDU-Politiker vor, dass chinesische Firmen von deutschen Förderprogrammen, wie beispielsweise der E-Auto-Prämie, grundsätzlich ausgeschlossen werden sollten. Er betont dabei, dass es nicht darum gehe, China als Land oder Partner per se zu verteufeln. Vielmehr gehe es um die notwendige Verteidigung der eigenen wirtschaftlichen Interessen. Deutschland sei nach wie vor ein bedeutender Exportmarkt für chinesische Waren, und genau diesen Hebel müsse Europa nutzen, um auf Augenhöhe zu verhandeln und die eigenen industriellen Kapazitäten vor einer unfairen Übermacht zu schützen.

Hintergrund der wirtschaftspolitischen Debatte

Die aktuelle Debatte um den Umgang mit China ist das Ergebnis einer langjährigen Entwicklung, in der sich die Abhängigkeiten und die Handelsbeziehungen grundlegend gewandelt haben. Volkmann stellt rückblickend fest, dass der bisherige Umgang mit China durch eine gewisse Naivität geprägt war. Lange Zeit habe man die wirtschaftliche Verflechtung als rein positiv betrachtet, ohne die strategischen Konsequenzen staatlich gelenkter chinesischer Unternehmen ausreichend zu berücksichtigen. Nun jedoch, da die Auswirkungen auf den deutschen Arbeitsmarkt in Form von zehntausenden gestrichenen Stellen unübersehbar geworden sind, rückt die Frage der industriellen Souveränität in den Fokus. Die industrielle Basis Deutschlands, die traditionell das Rückgrat der Wirtschaft bildet, steht unter einem enormen Anpassungsdruck. Die Forderung nach Ausgleichszöllen ist somit ein Ausdruck einer neuen, sicherheitsorientierten Wirtschaftspolitik, die versucht, die negativen Folgen einer globalisierten Handelswelt abzufedern, in der staatliche Akteure wie China ihre ökonomische Macht gezielt zur Verdrängung internationaler Wettbewerber einsetzen.

Die Akteure und ihre Positionen

Im Zentrum der aktuellen Debatte steht Johannes Volkmann, Mitglied im Auswärtigen Ausschuss des Bundestages und CDU-Politiker. Er fungiert in diesem Kontext als Mahner, der die Bundesregierung und die Europäische Union zu einer härteren Gangart gegenüber Peking auffordert. Seine Äußerungen im Deutschlandfunk vom 13. August 2026 unterstreichen seine Rolle als Vertreter einer wirtschaftspolitischen Fraktion, die den Schutz des Industriestandorts über die bisherige diplomatische Zurückhaltung stellt. Auf der anderen Seite stehen die chinesischen Unternehmen, die laut Volkmann von staatlichen Subventionen und Wechselkursmanipulationen profitieren. Diese Institutionen werden zwar nicht namentlich genannt, bilden jedoch das Zielobjekt der geforderten Maßnahmen. Die europäische Ebene wird von Volkmann als der entscheidende Handlungsraum definiert, da nur ein gemeinsames Vorgehen der EU-Mitgliedstaaten die notwendige Marktmacht entfalten kann, um China zu einer Anpassung seines wettbewerbsverzerrenden Verhaltens zu bewegen.

Einordnung der Forderung

Den Berichten zufolge ist der Vorstoß von Johannes Volkmann als ein Versuch zu werten, den wirtschaftspolitischen Diskurs in Deutschland in Richtung einer protektionistischeren, aber sicherheitsbewussteren Politik zu verschieben. Einzuordnen ist das so, dass die Rufe nach Ausgleichszöllen eine Reaktion auf den wachsenden Druck durch ausländische Konkurrenz sind, die nicht nach den klassischen Regeln des freien Marktes agiert. Volkmanns Strategie basiert auf der Annahme, dass Deutschland und die EU ihre eigene Stärke unterschätzen. Indem man den Zugang zum deutschen Markt als Verhandlungsinstrument nutzt, soll China zu einer fairen Marktöffnung bewegt werden. Die Bewertung der Situation durch den Abgeordneten ist eindeutig: Ohne ein entschlossenes Eingreifen drohe ein dauerhafter Verlust an industrieller Substanz. Die Debatte verdeutlicht zudem einen Paradigmenwechsel in der deutschen Außenwirtschaftspolitik, weg von der reinen Handelsorientierung hin zu einer stärkeren Absicherung gegen systemische Risiken, die durch die enge wirtschaftliche Verflechtung mit einem staatlich gelenkten System wie dem chinesischen entstehen.

Offene Fragen und der weitere Weg

Der Quelltext lässt einige wesentliche Fragen unbeantwortet, die für die praktische Umsetzung der Forderungen entscheidend wären. So bleibt unklar, wie genau die juristische Ausgestaltung der Ausgleichszölle auf EU-Ebene aussehen müsste, um den Regeln der Welthandelsorganisation (WTO) standzuhalten. Auch die Frage, wie ein Ausschluss chinesischer Firmen von deutschen Subventionsprogrammen wie der E-Auto-Prämie rechtssicher umgesetzt werden könnte, ohne gegen EU-Recht oder internationale Handelsabkommen zu verstoßen, wird nicht erörtert. Zudem bleibt offen, welche konkreten Reaktionen Volkmann von Seiten der chinesischen Regierung erwartet oder wie er die Gefahr eines drohenden Handelskrieges einschätzt, der deutsche Exporteure in anderen Bereichen treffen könnte. Hinsichtlich des weiteren Vorgehens nennt der Text keine konkreten Termine für parlamentarische Initiativen oder Abstimmungen im Bundestag. Es bleibt somit bei einer politischen Forderung, deren Umsetzung von weiteren politischen Mehrheitsfindungen innerhalb der EU und einer entsprechenden Initiative der Bundesregierung abhängt.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/geschaftsmann-mann-person-kaffee-5511612/ · Foto: Mike van Schoonderwalt
Quelle: https://www.deutschlandfunk.de/volkmann-plaediert-fuer-ausgleichszoelle-gegen-china-102.html