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Technik · 27.09.2026 17:57

VW-Rückruf: Auch Seat betroffen, zwei Werkstattbesuche möglich

Kurz: Ein millionenfacher Rückruf bei VW, Audi und Seat wegen korrodierender Lenkungsschrauben könnte für viele Autobesitzer zwei Werkstattbesuche erforderlich machen

Was geschehen ist – die Kernmeldung ausführlich

Besitzer zahlreicher Fahrzeuge des Volkswagen-Konzerns stehen vor einer komplexen Rückrufaktion, die weit über einen einfachen Werkstattbesuch hinausgehen könnte. Aufgrund eines potenziellen Korrosionsproblems an einer zentralen Befestigungsverschraubung der Lenkung müssen Millionen von Fahrzeugen der Marken VW, Audi und Seat in die Vertragswerkstätten einbestellt werden. Die Situation gestaltet sich für die betroffenen Kunden jedoch komplizierter als üblich: Aufgrund einer zu erwartenden Knappheit bei den spezifisch benötigten Ersatzteilen zum Start der Serviceaktion hat der Konzern eine zweistufige Vorgehensweise entwickelt. Um zu verhindern, dass Fahrzeuge aufgrund fehlender Komponenten vorübergehend stillgelegt werden müssen oder nicht verkehrssicher sind, dürfen Werkstätten in einer ersten Phase eine Ersatzschraube verbauen. Diese Maßnahme gilt jedoch lediglich als Provisorium. Sobald die korrekten, endgültigen Bauteile in ausreichender Menge verfügbar sind, müssen die betroffenen Fahrzeuge ein zweites Mal in die Werkstatt, um die endgültige Reparatur abzuschließen. Diese Vorgehensweise wurde von Unternehmensseite als eine sinnvolle Lösung bezeichnet, um die Mobilität der Kunden trotz der Lieferengpässe bei den Ersatzteilen aufrechtzuerhalten.

Die Einzelheiten – Zahlen, Namen und Zeitangaben

Die Dimensionen des Rückrufs sind erheblich. Allein für die Kernmarke Volkswagen sind in Deutschland rund 895.000 Fahrzeuge betroffen, während sich die weltweite Zahl für VW auf etwa 2,1 Millionen beläuft. Betrachtet man den gesamten Konzern inklusive der Tochtermarken Audi und Seat, so nennt das Kraftfahrt-Bundesamt für Deutschland eine Gesamtzahl von mindestens 950.000 betroffenen Autos. Bei der Marke Audi sind weltweit fast 700.000 Fahrzeuge potenziell betroffen, wovon gut 58.500 auf den deutschen Markt entfallen. Die betroffenen Modelle bei VW umfassen den Tiguan, den Touran, den Golf Variant, den Golf Sportsvan sowie den Caddy, wobei hier der Produktionszeitraum von September 2013 bis Juli 2024 definiert wurde. Bei Seat sind die Modelle Ateca und Tarraco betroffen, die zwischen April 2016 und September 2024 vom Band liefen. Das Audi-Modell Q3 ist in den Produktionszeitraum von Oktober 2017 bis Mai 2024 einzuordnen. Die reine Instandsetzung des Fahrzeugs in der Werkstatt nimmt laut den vorliegenden Informationen bis zu einer Stunde in Anspruch, wobei die logistische Herausforderung der Ersatzteilversorgung die eigentliche Hürde darstellt.

Hintergrund – Vorgeschichte und Verlauf

Der Ursprung dieser groß angelegten Rückrufaktion liegt in internen Qualitätsüberprüfungen des Konzerns. Dabei wurde festgestellt, dass bei verschiedenen Baureihen ein technisches Problem an der Lenkung auftreten kann. Die Ursache ist physikalisch begründet: Durch bestimmte Umwelteinflüsse, insbesondere nach einem langjährigen Betrieb unter Einwirkung von Streusalz, kann es an der besagten Befestigungsverschraubung der Lenkung zu Korrosionserscheinungen kommen. Diese Korrosion ist ein schleichender Prozess. Sollte sie ungehindert fortschreiten, kann dies in Einzelfällen dazu führen, dass die Befestigung der Lenkung selbst beeinträchtigt wird, was wiederum die Funktion der Lenkung negativ beeinflussen könnte. Die Entscheidung für den Rückruf ist somit eine präventive Sicherheitsmaßnahme, um die langfristige Betriebssicherheit der betroffenen Fahrzeuge zu gewährleisten. Dass es nun zu einer zweistufigen Reparaturstrategie kommt, ist eine direkte Reaktion auf die absehbare Diskrepanz zwischen der hohen Anzahl an Rückrufaufträgen und der initial begrenzten Verfügbarkeit der spezifischen Ersatzschrauben, die den hohen Qualitätsanforderungen für diesen sicherheitskritischen Bereich entsprechen.

Die Beteiligten – Betroffene und Entscheidungsträger

Die Hauptverantwortung für die Kommunikation und Durchführung des Rückrufs liegt bei der Volkswagen AG und ihren Tochtergesellschaften Audi und Seat. Ein Sprecher von VW hat die zweistufige Vorgehensweise offiziell als „sinnhafte Vorgehensweise“ verteidigt, da sie es den Werkstätten ermögliche, die Fahrzeuge nicht ohne Reparatur vom Hof fahren zu lassen, selbst wenn die endgültigen Originalteile kurzfristig nicht in ausreichender Stückzahl vorrätig sind. Auch ein Sprecher von Audi äußerte sich zu der Thematik und betonte zur Beruhigung der Kunden, dass bislang keine Personen- oder weitergehenden Sachschadensfälle im Zusammenhang mit diesem technischen Defekt bekannt geworden seien. Die Aufsicht über die Rückrufaktion in Deutschland obliegt dem Kraftfahrt-Bundesamt (KBA), das die Daten zu den betroffenen Fahrzeugmengen und Modellen führt und überwacht. Die betroffenen Fahrzeughalter sind die Leidtragenden, da sie durch die zweistufige Reparaturstrategie potenziell zweimal ihre Zeit für einen Werkstattbesuch aufwenden müssen, um die Sicherheit ihres Fahrzeugs wieder vollumfänglich herzustellen.

Einordnung – Bedeutung und Bewertung

Einzuordnen ist das Vorgehen des Konzerns als ein schwieriger Spagat zwischen technischer Sicherheit und logistischer Machbarkeit. Dass ein Rückruf in dieser Größenordnung logistische Engpässe bei Ersatzteilen nach sich zieht, ist in der Automobilindustrie kein Einzelfall, stellt aber für die betroffenen Kunden eine erhebliche Belastung dar. Den Berichten zufolge ist die Entscheidung, zunächst eine Ersatzlösung anzubieten, ein Versuch, die Werkstätten zu entlasten und den Haltern dennoch ein fahrbereites Auto zu garantieren. Kritisch zu betrachten ist jedoch der Aspekt der Kundenbindung und des Zeitaufwands. Ein zweimaliger Werkstattbesuch für ein und dasselbe Bauteil ist für jeden Autobesitzer ein Ärgernis. Dennoch unterstreicht die Maßnahme, dass der Konzern die Korrosionsgefahr an einem sicherheitsrelevanten Bauteil wie der Lenkung als ernsthaft genug einstuft, um diese aufwendige Prozedur in Kauf zu nehmen, anstatt auf die Verfügbarkeit der korrekten Schrauben zu warten und die Fahrzeuge bis dahin potenziell mit einem Mangel weiterfahren zu lassen.

Offene Fragen – Was der Quelltext nicht beantwortet

Trotz der detaillierten Informationen zu den betroffenen Modellen und der Reparaturstrategie bleiben einige Fragen offen. Der Quelltext macht keine Angaben dazu, wie genau die betroffenen Kunden über den Rückruf informiert werden und in welchem zeitlichen Rahmen die Einladungen in die Werkstätten erfolgen. Auch bleibt unklar, wie lange die Phase der „Ersatzschrauben“ andauern wird und wann genau mit einer ausreichenden Verfügbarkeit der endgültigen Bauteile zu rechnen ist. Zudem wird nicht spezifiziert, welche genauen Kriterien für die Auswahl der Ersatzschraube gelten und ob diese für alle betroffenen Modelle identisch ist. Ebenso fehlen Informationen darüber, ob den Kunden für den zweiten Werkstattbesuch, der durch die Ersatzteilknappheit erst notwendig wird, eine Form der Entschädigung oder ein Mobilitätsersatz angeboten wird, um den zusätzlichen Aufwand abzufedern. Die exakte Anzahl der betroffenen Fahrzeuge bei den Modellen Seat Ateca und Tarraco ist ebenfalls nicht beziffert, da diese Zahl zum Zeitpunkt der Berichterstattung noch nicht bekannt war.

Quelle: https://www.heise.de/news/VW-Rueckruf-Auch-Seat-betroffen-zwei-Werkstattbesuche-moeglich-11467330.html?wt_mc=rss.red.ho.ho.atom.beitrag.beitrag