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Stromspeicher-Experte: "Eisen oder Natrium kann die Abhängigkeit von China brechen"
Technik · 07.08.2026 12:30

Stromspeicher-Experte: "Eisen oder Natrium kann die Abhängigkeit von China brechen"

Kurz: Lithium-Eisenphosphat dominiert den Markt für Stromspeicher. Experte Dirk Uwe Sauer erklärt, warum Eisen- und Natrium-Alternativen die Abhängigkeit von China lö

Die Dominanz von Lithium-Eisenphosphat

Der aktuelle Ausbau von Stromspeichern im Gigawattbereich ist durch eine technologische Einseitigkeit geprägt. Nahezu alle neuen Großprojekte setzen auf Lithium-Eisenphosphat-Zellen (LFP). Diese Technologie, die auch in einer Vielzahl von Elektrofahrzeugen Anwendung findet, hat sich als Standard etabliert. Doch diese Fokussierung birgt Risiken, insbesondere durch die Abhängigkeit von kritischen Rohstoffen wie Lithium, deren Lieferketten stark durch China dominiert werden.

Alternativen jenseits von Lithium

Professor Dirk Uwe Sauer, Inhaber des Lehrstuhls für elektrochemische Energiewandlung und Speichersystemtechnik an der RWTH Aachen, weist darauf hin, dass es technologische Alternativen gibt, die das Potenzial haben, diese Abhängigkeit zu verringern. Zu den vielversprechenden Ansätzen gehören:

* **Natrium-Ionen-Batterien:** Sie nutzen ein weltweit nahezu unbegrenzt verfügbares Material und könnten langfristig eine kostengünstige und unabhängige Alternative zu Lithium darstellen.

* **Eisen-Luft-Batterien:** Diese Technologie setzt auf Eisen, ein preiswertes und weit verbreitetes Metall, und bietet sich besonders für stationäre Anwendungen an.

* **Redox-Flow-Batterien:** Ein Beispiel für den Einsatz dieser Technik ist der „Stern von Laufenburg“ in der Schweiz, der über eine Speicherkapazität von 2,1 Gigawattstunden verfügt. Diese Systeme eignen sich besonders für die langfristige Speicherung großer Energiemengen.

Herausforderungen und Zukunftsperspektiven

Die Energiewende erfordert eine Diversifizierung der Speichertechnologien. Während Lithium-Eisenphosphat derzeit durch Skaleneffekte und eine ausgereifte Produktion punktet, müssen alternative Systeme erst beweisen, dass sie in großem Maßstab wirtschaftlich und zuverlässig betrieben werden können.

Der Hintergrund dieser Entwicklung ist die Notwendigkeit einer resilienten Energieinfrastruktur. Eine einseitige Abhängigkeit von einem Rohstoff und einem globalen Akteur wie China stellt ein strategisches Risiko für die Versorgungssicherheit dar. Die technologische Vielfalt könnte hier als Puffer dienen.

Der Weg zur Marktreife

Für die kommenden Jahre wird entscheidend sein, wie schnell sich alternative Speicherlösungen in der Praxis bewähren. Der „Stern von Laufenburg“ zeigt bereits, dass Redox-Flow-Systeme in der Lage sind, signifikante Kapazitäten bereitzustellen. Ob sich Natrium-Ionen- oder Eisen-Luft-Batterien als Standard für stationäre Großspeicher durchsetzen werden, hängt maßgeblich von den weiteren Investitionen in die industrielle Fertigung und der Optimierung der Lebensdauer dieser Systeme ab.

Die wissenschaftliche Debatte konzentriert sich aktuell darauf, welche Speichertechnologie für welchen Anwendungsbereich – von der kurzfristigen Netzstabilisierung bis zur saisonalen Speicherung – die höchste Effizienz und die geringsten Kosten bietet. Die Forschung an der RWTH Aachen unterstreicht dabei die Bedeutung einer technologieoffenen Strategie, um die ambitionierten Ziele der Energiewende ohne einseitige Abhängigkeiten zu erreichen.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/industrietechniker-bedient-steuerpult-32845663/ · Foto: Sergey Sergeev
Quelle: https://t3n.de/news/stromspeicher-experte-eisen-natrium-china-1756748/?utm_source=rss&utm_medium=newsFeed&utm_campaign=newsFeed