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Level 4: Uber will im Frühsommer 2027 erste Robotaxi-Fahrten in München anbieten
Schlagzeilen · 11.08.2026 16:17

Level 4: Uber will im Frühsommer 2027 erste Robotaxi-Fahrten in München anbieten

Kurz: Uber plant den Einsatz autonomer Robotaxis in München. Ab 2027 sollen die Fahrzeuge ohne Sicherheitsfahrer unterwegs sein. Ein innovativer KI-Ansatz steht im Fo

Autonomer Fahrdienst in München: Uber setzt auf Level 4

Der Fahrdienstvermittler Uber plant einen bedeutenden Schritt in Richtung autonomer Mobilität in Deutschland. Wie aus aktuellen Berichten hervorgeht, sollen in München bereits Anfang 2027 erste Robotaxi-Dienste starten. Während in einer ersten Phase noch Sicherheitsfahrer an Bord sein werden, strebt das Unternehmen für den Frühsommer 2027 den Übergang zu Level 4 an. Dies bedeutet, dass die Fahrzeuge den Betrieb vollständig eigenständig und ohne menschliche Aufsicht im Fahrzeug durchführen können.

Technologie-Ansatz: Kameras statt Lidar

Das Projekt, das in Kooperation mit dem israelischen Start-up Autobrains realisiert wird, unterscheidet sich technisch von vielen gängigen Ansätzen in der Branche. Anstatt auf teure Lidar-Sensoren zu setzen, basiert das Konzept auf einer reinen Kamerabasis. Insgesamt sechs Kameras erfassen das Umfeld des Fahrzeugs.

Ein wesentliches Merkmal ist dabei der Einsatz von agentischer KI. Zur präzisen Navigation und Lokalisierung greift das System auf Luftbilder zurück, die in Echtzeit mit den Daten der Fahrzeugkameras abgeglichen werden. Dieser Prozess soll eine zentimetergenaue Positionsbestimmung ermöglichen. Für die Rechenleistung kommt das System „Drive Hyperion“ von Nvidia zum Einsatz, das auf der „Drive AGX Thor“-Plattform basiert.

Aktueller Stand der Erprobung

Die Testphase in München ist bereits in vollem Gange. Seit Anfang Juni 2026 erprobt Autobrains die Technologie im realen Straßenverkehr. Als erstes Testfahrzeug diente ein Ford Mustang Mach-E, der vorwiegend im Bereich des Olympiaparks eingesetzt wurde. Laut Igal Raichelgauz, CEO von Autobrains, fielen die Ergebnisse der ersten Testfahrten äußerst positiv aus.

Aufgrund dieser Erfolge wurde das Programm bereits ausgeweitet:

* Seit August 2026 ist ein zweites Fahrzeugmodell, der Vinfast VF6, in die Tests integriert.

* Ein drittes Fahrzeugmodell soll in naher Zukunft folgen.

* Das Ziel ist es, mindestens drei verschiedene Automobilhersteller in das Münchner Programm einzubinden.

Strategische Expansion und Hintergrund

Die Kooperation zwischen Uber und Autobrains wurde offiziell auf der Entwicklermesse GTC in Taipeh bekannt gegeben. Das Vorhaben in München dient dabei als Pilotprojekt für eine größere Strategie. Nach der Etablierung in der bayerischen Landeshauptstadt ist eine Ausweitung auf weitere Städte in Deutschland geplant.

Der langfristige Zeitplan sieht vor, dass das Unternehmen bis zum Jahr 2028 in insgesamt 20 Städten in Europa und Südostasien präsent sein will. Hinter dem Start-up Autobrains, das seinen Hauptsitz in Tel Aviv hat und eine Niederlassung in München unterhält, stehen namhafte Investoren. Zu den Geldgebern zählen unter anderem Continental, BMW iVentures, Toyota Ventures, Knorr-Bremse und Temasek.

Die kommenden Monate werden zeigen, wie sich die agentische KI im komplexen Münchner Stadtverkehr bewährt. Die Entscheidung, auf Lidar zu verzichten und stattdessen auf eine Kombination aus Kameradaten und Luftbildabgleich zu setzen, könnte bei Erfolg die Kosten für autonome Fahrsysteme signifikant senken und die Skalierbarkeit des Geschäftsmodells von Uber deutlich erhöhen.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/neues-rathaus-hannover-22813505/ · Foto: Daniel Lengies
Quelle: https://www.golem.de/news/level-4-uber-will-im-fruehsommer-2027-erste-robotaxi-fahrten-in-muenchen-anbieten-2608-211816.html