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Sport · 25.09.2026 19:03

Schweizer "Impf-Affäre": Auch Embolo kaufte gefälschten Nachweis

Kurz: Die Schweizer Fußball-Nationalmannschaft erschüttert ein neuer Skandal: Nach Granit Xhaka ist nun auch Breel Embolo in eine Affäre um gefälschte Impfzertifikate

Die Ausweitung der Impf-Affäre im Schweizer Fußball

Die Schweizer Fußball-Nationalmannschaft sieht sich mit einer wachsenden Krise konfrontiert, die das Ansehen des Teams und seiner Akteure schwer belastet. Nachdem bereits der Fall um den langjährigen Nationalspieler Granit Xhaka für erhebliches Aufsehen gesorgt hatte, ist nun ein weiterer prominenter Profi in die sogenannte „Impf-Affäre“ geraten. Der ehemalige Bundesliga-Stürmer Breel Embolo, der aktuell in den USA für Atlanta United unter Vertrag steht, hat den Erwerb eines gefälschten Corona-Impfzertifikats eingeräumt. Diese Enthüllung hat unmittelbare Konsequenzen für seine sportliche Laufbahn im Nationalteam: Der Schweizerische Fußballverband (SFV) hat entschieden, den Spieler für den aktuellen Zusammenzug der „Nati“ auszuschließen. Damit muss die Mannschaft in einer entscheidenden Phase der Nations League auf einen ihrer wichtigsten Angreifer verzichten, was die sportlichen Planungen des Verbandes erheblich erschwert. Der Vorfall unterstreicht die Sensibilität des Themas, da es nicht nur um sportliche Integrität, sondern um strafrechtlich relevante Handlungen in der Vergangenheit geht, die nun mit zeitlicher Verzögerung die Karriere der Beteiligten einholen.

Einzelheiten zu den Vorwürfen und dem Strafbefehl

Die Hintergründe des Falls sind durch Berichte Schweizer Medien sowie offizielle Stellungnahmen des Verbandes detailliert dokumentiert. Demnach soll sich Breel Embolo bereits im Jahr 2021 ein gefälschtes Impfzertifikat beschafft haben. Als Mittelsmann für dieses illegale Unterfangen wird in Medienberichten ein Mitglied der Rockergruppe „Hells Angels“ genannt. Die juristische Aufarbeitung dieses Vorgangs mündete am 25. November 2025 in einen Strafbefehl der Basler Staatsanwaltschaft. Gegen den ehemaligen Profi von Schalke 04 und Borussia Mönchengladbach wurde wegen mehrfacher Anstiftung zur Urkundenfälschung ermittelt. Die Strafe belief sich auf eine bedingte Geldstrafe in Höhe von 20 Tagessätzen zu jeweils 3.000 Franken. Embolo selbst äußerte sich gegenüber dem Format „Schweiz heute“ einsichtig. Er räumte ein, dass sein damaliges Handeln falsch gewesen sei, und betonte, die volle Verantwortung für sein Fehlverhalten übernommen zu haben. Aus diesem Grund habe er den Strafbefehl der Staatsanwaltschaft seinerzeit akzeptiert, ohne weitere rechtliche Schritte einzuleiten.

Der Hintergrund und die Parallelen zu Granit Xhaka

Die Affäre um Embolo ist kein isoliertes Ereignis, sondern reiht sich in eine Serie von Enthüllungen ein, die das Schweizer Nationalteam in den vergangenen Tagen erschüttert haben. Nur wenige Tage vor der Bekanntgabe im Fall Embolo hatte bereits Granit Xhaka, ebenfalls ein ehemaliger Akteur der Bundesliga bei Borussia Mönchengladbach und Bayer Leverkusen, den Erwerb eines gefälschten Zertifikats aus dem Jahr 2022 öffentlich gestanden. Xhaka, der mittlerweile 33 Jahre alt ist, sah sich mit einer bevorstehenden Vernehmung durch die Luzerner Staatsanwaltschaft konfrontiert und wählte daraufhin den Weg der öffentlichen Beichte. Er bezeichnete den Kauf des Zertifikats als Fehler. Die Parallelen zwischen den Fällen sind offensichtlich: Beide Spieler nutzten illegale Wege, um sich während der Pandemie-Jahre Nachweise über eine Impfung zu verschaffen, die sie faktisch nicht erhalten hatten. Die zeitliche Abfolge der Geständnisse und die darauffolgenden Reaktionen des SFV verdeutlichen, dass der Verband bemüht ist, durch konsequente Maßnahmen Distanz zu den Verfehlungen der Spieler zu wahren, um den Fokus auf den sportlichen Wettbewerb in der Nations League nicht vollends zu verlieren.

Die Rolle der Beteiligten und institutionelle Reaktionen

Die Entscheidungsgewalt in dieser Angelegenheit liegt primär bei der Führung des Schweizerischen Fußballverbandes. Nachdem Breel Embolo den Verband am Freitag, den 25. September 2026, über die in den Medien kursierenden Informationen aus seinem Privatleben in Kenntnis gesetzt hatte, reagierte die Verbandsspitze umgehend. Die Anweisung lautete, dass der Spieler nicht zur Mannschaft stoßen dürfe und die „Nati“ den laufenden Zusammenzug ohne ihn bestreiten müsse. Diese Entscheidung ist als deutliches Signal zu werten, dass der Verband keine Belastung durch private Verfehlungen seiner Akteure während der Länderspielphasen duldet. Auf der anderen Seite stehen die Spieler selbst, die durch ihre Geständnisse versuchen, die juristischen Konsequenzen zu verarbeiten. Während die Staatsanwaltschaften in Basel und Luzern die Ermittlungen führten beziehungsweise führen, bleibt die sportliche Leitung des SFV in der Pflicht, den Kader trotz der personellen Ausfälle stabil zu halten. Die Institutionen agieren hierbei in einem Spannungsfeld zwischen der Aufarbeitung vergangener Straftaten und der Aufrechterhaltung des laufenden Spielbetriebs.

Einordnung und offene Fragen

Einzuordnen ist das Geschehen als schwerer Vertrauensbruch, der weit über den Sport hinausgeht. Die Nutzung gefälschter Gesundheitsdokumente während einer globalen Pandemie hat eine gesellschaftliche Dimension, die durch die Prominenz der Fußballer noch verstärkt wird. Den Berichten zufolge ist die Akzeptanz der Strafbefehle durch die Spieler ein Versuch, das Thema juristisch zu beenden, doch das öffentliche Ansehen bleibt beschädigt. Dennoch bleiben zahlreiche Fragen unbeantwortet. Der vorliegende Quelltext klärt beispielsweise nicht, ob weitere Nationalspieler in ähnliche Machenschaften verwickelt sind oder ob der Schweizerische Fußballverband bereits vor den Medienberichten Kenntnis von den Ermittlungen gegen Embolo hatte. Auch bleibt offen, ob neben den bereits verhängten Geldstrafen weitere disziplinarische Maßnahmen des Verbandes oder der FIFA folgen werden. Die genauen Umstände, wie die Zertifikate in großem Stil in Umlauf gebracht wurden und welche Rolle die „Hells Angels“ dabei in der gesamten Schweiz spielten, sind ebenfalls Aspekte, die über den Einzelfall hinausgehen, im vorliegenden Kontext jedoch nicht weiter beleuchtet werden. Es bleibt abzuwarten, ob die juristische Aufarbeitung weitere Namen ans Licht bringt.

Quelle: https://www.sportschau.de/fussball/nationsleague/auch-embolo-kaufte-gefaelschten-nachweis,gefaelschte-covid-zertifikate-schweiz-embolo-100.html