News aus aller Welt
Start
Oktoberfest beginnt - München für zwei Wochen in Feierlaune
Politik · 19.09.2026 05:04

Oktoberfest beginnt - München für zwei Wochen in Feierlaune

Kurz: Das 191. Oktoberfest in München hat offiziell begonnen. Ein besonderes Novum: Ministerpräsident Söder erhält sein erstes Bier von OB Dominik Krause.

Der Auftakt in die fünfte Jahreszeit

In München hat am 19. September 2026 der Ausnahmezustand begonnen. Punkt 12 Uhr startete mit dem offiziellen Anstich das 191. Oktoberfest auf der Theresienwiese. Das weltweit größte Volksfest versetzt die bayerische Landeshauptstadt für die kommenden zwei Wochen in einen besonderen Ausnahmezustand. Die Eröffnung markiert den Beginn eines Treibens, das bis zum 4. Oktober andauern wird. Erwartet werden über den gesamten Zeitraum hinweg wieder rund sechs Millionen Besucher aus dem In- und Ausland. Der offizielle Startschuss fiel dabei nicht nur durch den traditionellen Zapfhahn-Schlag, sondern wurde zeitgleich durch Böllerschüsse untermalt. Erst mit diesem akustischen Signal ist es den Betreibern der zahlreichen Festzelte gestattet, den Ausschank des Bieres offiziell aufzunehmen. Der Anstich durch den Oberbürgermeister bildet dabei den zeremoniellen Höhepunkt, der Jahr für Jahr mit großer medialer Aufmerksamkeit verfolgt wird und den offiziellen Startschuss für das zweiwöchige Festgelage darstellt.

Eine politische Premiere beim Anstich

Die diesjährige Eröffnung ist mit einer besonderen politischen Konstellation verbunden. Der neue Münchner Oberbürgermeister Dominik Krause, der den Grünen angehört, übernahm die Aufgabe des Anstichs. Mit großer Spannung wurde im Vorfeld beobachtet, wie viele Schläge der Rathauschef benötigen würde, um den Zapfhahn sicher in das Fass zu treiben. Krause selbst hatte sich das ambitionierte Ziel gesetzt, den Vorgang mit lediglich zwei bis drei Schlägen erfolgreich abzuschließen. Nach dem geglückten Anstich folgte eine weitere Neuerung: Die erste Maß Bier wurde traditionell dem bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder von der CSU überreicht. Dies stellt eine historische Premiere dar, da Söder sein erstes Wiesn-Bier damit zum ersten Mal aus der Hand eines grünen Politikers entgegennahm. Gemeinsam stießen beide auf eine friedliche und gelungene Wiesn an, was in der aktuellen politischen Gemengelage als symbolischer Akt der Zusammenarbeit gewertet werden kann.

Sicherheitskonzepte und technische Neuerungen

Ein wesentlicher Aspekt des diesjährigen Oktoberfests ist die signifikante Verschärfung der Sicherheitsmaßnahmen. Nachdem das Fest im vergangenen Jahr am zweiten Samstag aufgrund einer kritischen Überfüllung kurzzeitig unterbrochen werden musste, haben die Veranstalter auf die Lehren aus diesem Vorfall reagiert. Ein neu eingerichtetes Koordinierungs- und Beobachtungszentrum soll nun für eine bessere Übersicht über das Geschehen auf dem Festgelände sorgen. Als technologische Neuerung kommen dabei erstmals KI-gestützte Kameras zum Einsatz, die in der Lage sind, gefährliche Menschenansammlungen frühzeitig zu erkennen und die Einsatzkräfte zu alarmieren. Diese Maßnahmen ergänzen die bereits etablierten Kontrollen. Rund um das Gelände gelten strikte Regeln: Ein generelles Messerverbot ist ebenso in Kraft wie ein striktes Flugverbot, das insbesondere für Drohnen gilt. Zudem sind große Taschen auf dem Areal untersagt, und auch der Konsum von Cannabis ist auf dem gesamten Festgelände ausdrücklich verboten.

Die Einsatzkräfte vor Ort

Für die Sicherheit der Millionen Gäste sorgt ein massives Aufgebot an Sicherheitskräften. Etwa 600 Polizeibeamte sind während der gesamten Dauer des Oktoberfests im Dienst. Die sogenannte Wiesnwache wird dabei durch die Bayerische Bereitschaftspolizei personell verstärkt. Ein besonderer Fokus liegt auf der Prävention von Kriminalität, weshalb spezialisierte Fahnder eingesetzt werden, die sich gezielt auf die Bekämpfung von Taschendiebstählen konzentrieren. Zudem setzt die Münchner Polizei auf internationale Zusammenarbeit: Einsatzkräfte aus acht verschiedenen Ländern unterstützen die lokalen Behörden, um bei der hohen Dichte an internationalen Gästen für eine reibungslose Kommunikation und Sicherheit zu sorgen. Diese internationale Kooperation unterstreicht die globale Bedeutung des Volksfestes, das weit über die bayerischen Landesgrenzen hinaus eine hohe Anziehungskraft ausübt und entsprechende Herausforderungen an die Logistik und die Sicherheitsarchitektur stellt.

Einordnung der aktuellen Lage

Einzuordnen ist das diesjährige Oktoberfest als ein Fest, das verstärkt auf technologische Unterstützung setzt, um den Herausforderungen durch den enormen Besucherandrang zu begegnen. Den Berichten zufolge ist die Einführung der KI-gestützten Überwachung eine direkte Reaktion auf die Sicherheitsbedenken der Vorjahre. Die politische Geste zwischen dem grünen Oberbürgermeister Krause und dem CSU-Ministerpräsidenten Söder wird in der Öffentlichkeit als Versuch gewertet, trotz unterschiedlicher Parteizugehörigkeiten ein Bild der Einigkeit für das traditionsreiche bayerische Fest zu vermitteln. Die Sorge vor gesundheitlichen Risiken, wie etwa der sogenannten Wiesn-Grippe, spielt ebenfalls eine Rolle im öffentlichen Diskurs, wobei Experten bereits im Vorfeld über die Relevanz von Impfungen gegen Grippe und Corona informierten, um das Infektionsrisiko bei derartigen Großveranstaltungen zu minimieren. Die Kombination aus traditionellem Brauchtum und moderner Sicherheitstechnik definiert das aktuelle Bild des Oktoberfests 2026.

Offene Fragen und Ausblick

Obwohl die Sicherheitskonzepte detailliert ausgearbeitet wurden, bleibt abzuwarten, wie sich die KI-gestützte Überwachung in der Praxis bei extremer Auslastung bewähren wird. Auch die Frage, ob die neuen Maßnahmen tatsächlich ausreichen, um eine erneute Unterbrechung des Festbetriebs wie im Vorjahr sicher zu verhindern, lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht abschließend beantworten. Ebenso bleibt offen, wie sich die allgemeine gesundheitliche Lage nach dem Fest durch die hohe Dichte an Menschen in den Zelten entwickeln wird. Der Zeitplan für das Oktoberfest ist klar definiert: Das Fest läuft bis zum 4. Oktober. Bis dahin werden die Sicherheitsbehörden das Gelände rund um die Uhr überwachen. Ob es im Verlauf der zwei Wochen zu weiteren politischen Treffen oder besonderen Vorkommnissen kommen wird, bleibt abzuwarten. Die Veranstalter hoffen auf einen friedlichen Verlauf, während die Polizei ihre Präsenz bis zum letzten Tag aufrechterhalten wird, um den reibungslosen Ablauf des 191. Oktoberfests zu gewährleisten.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/wahrzeichen-gebaude-fahnen-architektur-25053928/ · Foto: detait
Quelle: https://www.tagesschau.de/inland/gesellschaft/eroeffnung-oktoberfest-102.html