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heise+ | DxO PhotoLab 10: Raw-Entwickler mit KI-Masken und Staubretusche
Technik · 01.09.2026 15:00

heise+ | DxO PhotoLab 10: Raw-Entwickler mit KI-Masken und Staubretusche

Kurz: DxO PhotoLab 10 bringt KI-gestützte Staubretusche, Farbräder für präzises Color-Grading und verbesserte Workflows für Fotografen.

Ein neues Kapitel in der Raw-Entwicklung

Mit der Veröffentlichung von DxO PhotoLab 10 hat der französische Softwarehersteller DxO Labs sein Flaggschiff im Bereich der Raw-Entwicklung grundlegend aktualisiert. Das Programm richtet sich an anspruchsvolle Fotografen, die Wert auf eine präzise Bildoptimierung legen und dabei von modernen, KI-gestützten Automatisierungen profitieren möchten. Die neue Version führt eine Reihe von Werkzeugen ein, die den Bearbeitungsprozess spürbar beschleunigen sollen. Im Zentrum stehen dabei eine intelligente Staubretusche, die den Arbeitsaufwand bei der Sensorreinigung minimiert, sowie erweiterte Möglichkeiten für das Color-Grading. Durch die Integration von KI-Funktionen in den Workflow versucht DxO, die Lücke zwischen manueller Kontrolle und effizienter Bildbearbeitung zu schließen. Die Software bleibt dabei ihrem Kern treu, eine ganzheitliche Lösung für Belichtung, Farbe, Details und Geometrie zu bieten, während sie gleichzeitig die Hardware-Anforderungen an moderne Grafikkarten berücksichtigt. Der Anwender erhält damit ein Werkzeug, das nicht nur die Bildqualität durch bewährte Algorithmen wie DeepPrime XD3 steigert, sondern auch die tägliche Routine in der digitalen Dunkelkammer durch smarte Assistenten entlastet.

Die technischen Neuerungen im Detail

Zu den signifikantesten Neuerungen in PhotoLab 10 zählt die KI-gestützte Staubentfernung. Dieses Werkzeug, das bereits aus dem Hilfstool DxO PureRaw 6 bekannt ist, ermöglicht es dem Programm, Staubflecken auf dem Kamerasensor selbstständig zu identifizieren und zu retuschieren. Dies stellt eine erhebliche Erleichterung gegenüber der manuellen Arbeit mit dem Stempelwerkzeug dar, da der Anwender lediglich einzelne Flecken auswählen oder die Automatik ihre Arbeit verrichten lassen kann. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Color-Grading, das nun über Farbräder erfolgt, ähnlich wie man es aus der professionellen Videobearbeitung kennt. Nutzer können Farbton und Sättigung für Schatten, Mitteltöne und Lichter nun gezielt und separat voneinander steuern. Ergänzt wird dies durch den bewährten Farbraum „DxO Wide Gamut“, der laut Hersteller einen größeren Umfang als AdobeRGB bietet und insbesondere bei der Darstellung von Grüntönen Vorteile ausspielen kann. Die Software liest beim Import eines Ordners die EXIF-Daten aus und lädt automatisch Korrekturprofile für die spezifische Kamera-Objektiv-Kombination aus der DxO-Cloud, um Verzerrungen, Vignettierung und Farbsäume direkt zu korrigieren.

Der Hintergrund der Softwareentwicklung

DxO Labs hat sich über Jahre hinweg einen Namen durch die wissenschaftlich fundierte Korrektur von optischen Fehlern gemacht. Die Historie von PhotoLab ist geprägt von der stetigen Verfeinerung der Raw-Konvertierung. Die Entscheidung, nun verstärkt auf KI-Technologien zu setzen, ist eine logische Konsequenz aus der wachsenden Komplexität moderner Fotografie, bei der immer höhere ISO-Werte und anspruchsvolle Lichtsituationen bewältigt werden müssen. Die Algorithmen „DxO Smart Lighting“ für eine harmonische Lichtstimmung und „DxO ClearView Plus“ zur Kontrastverstärkung sind feste Bestandteile der Software-DNA. Dass nun auch die Staubretusche automatisiert wird, unterstreicht den Anspruch des Herstellers, den Workflow des Fotografen von lästigen, repetitiven Aufgaben zu befreien. Die Entwicklung hin zu einer nicht-destruktiven Arbeitsweise, bei der alle Änderungen in DOP-Daten gespeichert werden, stellt sicher, dass das Originalbild stets unangetastet bleibt. Diese Philosophie zieht sich durch alle bisherigen Iterationen der Software und findet in der zehnten Version ihre konsequente Fortsetzung durch die Integration moderner KI-Modelle, die auf leistungsstarke Grafikprozessoren angewiesen sind.

Die Akteure und die Zielgruppe

Die Hauptakteure in diesem Szenario sind die Entwickler von DxO Labs, die durch ihre spezialisierten Algorithmen die Bildqualität in den Vordergrund stellen. Die Zielgruppe besteht aus ambitionierten Hobbyfotografen und Profis, die ihre Raw-Dateien mit höchster Präzision entwickeln möchten. Ein wichtiger Partner im Software-Ökosystem ist zudem die Firma Affinity, deren Grafiksoftware zunehmend an Popularität gewinnt. DxO trägt dieser Entwicklung Rechnung, indem der Export und Import von Fotos zwischen PhotoLab 10 und Affinity-Anwendungen direkt unterstützt wird. Dies zeigt, dass DxO Labs den Austausch innerhalb eines professionellen Workflows fördert, anstatt ein geschlossenes System zu erzwingen. Die Nutzer der Software sind dabei auf eine gewisse Hardware-Ausstattung angewiesen, insbesondere wenn sie die volle Leistung der KI-Rauschminderung DeepPrime XD3 nutzen wollen. Hierbei setzt der Hersteller voraus, dass Anwender über Grafikkarten mit mindestens 6 GByte VRAM verfügen, wobei explizit Nvidia RTX-Modelle oder AMD Radeon RX 6000-Karten empfohlen werden. Damit adressiert DxO eine Nutzergruppe, die bereit ist, in leistungsfähige Hardware zu investieren, um das Maximum aus ihrem Bildmaterial herauszuholen.

Einordnung der technologischen Entwicklung

Einzuordnen ist die Einführung von KI-Masken und der automatisierten Staubentfernung als Antwort auf die steigenden Erwartungen an moderne Bildbearbeitungssoftware. Den Berichten zufolge ist die KI-Staubentfernung zwar nicht in jedem Einzelfall perfekt, stellt jedoch unterm Strich eine enorme Zeitersparnis dar. Die Integration des „DxO Wide Gamut“ Farbraums ist ein technischer Vorteil für Fotografen, die ihre Bilder für hochwertige Ausgabemedien vorbereiten, da die Farbtreue und der Detailreichtum in kritischen Bereichen wie Grüntönen verbessert werden. Die Entscheidung, das Color-Grading mittels Farbrädern zu implementieren, spiegelt den Trend wider, dass die Grenzen zwischen Fotografie und Videobearbeitung zunehmend verschwimmen. Es ist davon auszugehen, dass DxO mit diesem Schritt versucht, Lightroom-Nutzer anzusprechen, die ähnliche Workflows gewohnt sind, aber von der spezifischen optischen Korrekturkompetenz von DxO profitieren möchten. Die Software positioniert sich damit als leistungsstarke Alternative, die durch ihre spezifischen Objektiv-Kamera-Profile eine technische Korrekturqualität bietet, die in dieser Form nur schwer durch universelle Bearbeitungsprogramme erreicht werden kann.

Offene Fragen zur Performance und Kompatibilität

Obwohl der Quelltext die wesentlichen Neuerungen von DxO PhotoLab 10 hervorhebt, bleiben einige Aspekte unbeantwortet. So wird beispielsweise nicht explizit dargelegt, wie sich die KI-gestützte Staubretusche bei extrem komplexen Hintergründen verhält, etwa bei Landschaftsaufnahmen mit feinen Texturen oder bei sehr starkem Rauschen im Bild. Auch bleibt offen, ob die Integration mit Affinity-Software über ein spezielles Plugin oder einen standardisierten Dateiexport erfolgt und welche Einschränkungen bei diesem Datenaustausch bestehen könnten. Zudem fehlen detaillierte Angaben zur Geschwindigkeit der KI-Berechnungen auf älteren Systemen, die zwar die Mindestanforderungen erfüllen, aber nicht über die neuesten Grafikprozessoren verfügen. Es wird nicht spezifiziert, ob die KI-Modelle für die Staubentfernung in Zukunft weiter verfeinert werden oder ob sie ein statisches System darstellen, das keine weiteren Lernprozesse durchläuft. Auch die Frage nach der langfristigen Unterstützung für ältere Kameras, die nicht in der DxO-Datenbank für Korrekturprofile geführt werden, wird im vorliegenden Text nicht weiter vertieft, was für Besitzer älterer Ausrüstung von Interesse sein könnte.

Ausblick auf die weitere Entwicklung

Wie es mit der Software weitergeht, hängt maßgeblich von der Akzeptanz der neuen Werkzeuge durch die Anwenderbasis ab. DxO Labs hat mit der Einführung der KI-Staubretusche einen Pfad eingeschlagen, der auf eine weitere Automatisierung der Bildbearbeitung hindeutet. Es ist zu erwarten, dass zukünftige Updates die KI-Modelle weiter verfeinern werden, um die Fehlerquote bei der Stauberkennung zu senken. Die stärkere Vernetzung mit anderen Programmen wie Affinity deutet darauf hin, dass die Software in Zukunft noch offener für externe Workflows gestaltet werden könnte. Für Anwender, die bereits in das DxO-Ökosystem investiert haben, stellt sich die Frage des Upgrades, wobei die Entscheidung maßgeblich von der Notwendigkeit der neuen KI-Funktionen abhängt. Da DxO Labs regelmäßig neue Kamera- und Objektivprofile in seine Cloud-Datenbank einspeist, wird die Software auch nach dem Kauf durch die ständige Erweiterung der unterstützten Hardware aktuell gehalten. Die strategische Ausrichtung deutet darauf hin, dass DxO weiterhin auf eine Kombination aus optischer Präzision und moderner KI-Unterstützung setzen wird, um sich im Wettbewerb der Raw-Entwickler zu behaupten.

Zusammenfassung der Funktionalität

Zusammenfassend bietet DxO PhotoLab 10 eine solide Erweiterung der bestehenden Werkzeugpalette. Die Kombination aus den bewährten Algorithmen für Rauschminderung und Objektivkorrektur mit den neuen, KI-gestützten Funktionen schafft ein Werkzeug, das sowohl für die technische Bildoptimierung als auch für das kreative Color-Grading gerüstet ist. Die Symbolleiste, die Werkzeuge zum Beschneiden, Geraderichten und Retuschieren bündelt, sorgt für eine intuitive Bedienung. Durch die konsequente Nutzung der EXIF-Daten und die Bereitstellung spezifischer Korrekturprofile bleibt DxO seiner Linie treu, die Bildqualität bereits beim Import zu maximieren. Die nicht-destruktive Arbeitsweise in Form von DOP-Daten ist ein wesentlicher Vorteil für die Datensicherheit und Flexibilität. Mit der Integration von KI-Masken und der automatisierten Staubentfernung reagiert der Hersteller auf die Anforderungen moderner Fotografen, die ihre Zeit lieber hinter der Kamera als vor dem Monitor verbringen möchten. Die Software stellt somit ein umfassendes Paket dar, das durch die gezielte Nutzung von Grafikbeschleunigung die Grenzen dessen verschiebt, was in der Raw-Entwicklung heute möglich ist.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/technologie-computer-nummern-netz-14553707/ · Foto: Bibek ghosh
Quelle: https://www.heise.de/tests/DxO-PhotoLab-10-Raw-Entwickler-mit-KI-Masken-und-Staubretusche-11417292.html?wt_mc=rss.red.ho.ho.atom.beitrag_plus.beitrag_plus