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Fast zwei Jahre unentdeckt: Cyberkriminelle infizieren 8.000 PCs über Steam-Fake-Games
Technik · 27.07.2026 14:55

Fast zwei Jahre unentdeckt: Cyberkriminelle infizieren 8.000 PCs über Steam-Fake-Games

Kurz: Über zwei Jahre hinweg infizierten Kriminelle rund 8.000 PCs über manipulierte Steam-Spiele. Das FBI konnte den Drahtzieher nun durch Krypto-Spuren überführen.

Ein perfider Plan: Malware getarnt als Gaming-Vergnügen

Über einen Zeitraum von fast zwei Jahren, beginnend im Mai 2024 bis zum Februar 2026, waren Cyberkriminelle auf der Spieleplattform Steam aktiv. Wie Berichte nahelegen, veröffentlichten die Täter insgesamt sieben Spiele, die eine gefährliche Schadsoftware enthielten. Das Ziel der Angreifer war dabei klar definiert: der Diebstahl von Kryptowährungen. Insgesamt wurden schätzungsweise 8.000 Computer mit der Malware infiziert, die darauf ausgelegt war, sensible Daten und Passwörter auszuspähen, um sich so Zugriff auf die Krypto-Wallets der Nutzer zu verschaffen.

Gezielte Auswahl der Opfer via Social Media

Die Vorgehensweise der Täter war methodisch und zielgerichtet. Anstatt wahllos zu agieren, bewarben die Verantwortlichen ihre infizierten Spiele gezielt über soziale Medien. Dabei kamen Bots zum Einsatz, die Nutzer direkt kontaktierten. Besonders im Fokus standen Personen, deren Medienpräsenz auf ein gut gefülltes Krypto-Wallet schließen ließ.

Ein tragischer Fall verdeutlicht das Ausmaß der kriminellen Energie: Der Twitch-Streamer RastalandTV, der Spenden für seine Krebstherapie sammelte, wurde Opfer der Masche. Nachdem ihm Zuschauer 32.000 US-Dollar in Kryptowährung gespendet hatten, entwendeten die Täter diese Summe über eines der manipulierten Spiele. Der Streamer verstarb im März 2026.

Die Spur führt zum Erfolg: Ermittlungen des FBI

Der Durchbruch in den Ermittlungen gelang dem FBI, nachdem die Behörde im März 2026 betroffene Gamer zur Mithilfe aufgerufen hatte. Die entscheidende Spur lieferten Bitrefill-Gutscheine. Die Täter hatten gestohlene Kryptowährungen genutzt, um diese Gutscheine zu erwerben, mit denen sie unter anderem Lieferdienste wie Uber Eats bezahlten. Durch die Rückverfolgung dieser Zahlungen konnten die Ermittler den Drahtzieher, einen 21-Jährigen aus Florida, identifizieren.

Zusätzlich hinterließ der Hauptverdächtige digitale Spuren im Darknet. Dort soll er einen Remote-Access-Trojaner für 10.000 US-Dollar erworben und sich in Foren aktiv über Strategien zum Betrug an Krypto-Nutzern ausgetauscht haben.

Rechtliche Konsequenzen und Ausblick

Der 21-jährige Hauptverdächtige wurde festgenommen. Ihm wird unter anderem die Verschwörung zur Verbreitung von Schadsoftware vorgeworfen. Allein dieser Anklagepunkt kann in den USA eine Haftstrafe zwischen fünf und 20 Jahren nach sich ziehen.

Die Ermittlungen, die durch die Kooperation der betroffenen Steam-Nutzer maßgeblich unterstützt wurden, konnten somit erfolgreich abgeschlossen werden. Insgesamt wurden 80 Krypto-Wallets geleert, wobei ein Gesamtschaden von etwa 220.000 US-Dollar entstand. Der Fall unterstreicht die Notwendigkeit für Nutzer, auch auf etablierten Plattformen wie Steam bei unbekannten Titeln oder unaufgeforderten Kontaktversuchen über soziale Netzwerke höchste Vorsicht walten zu lassen.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/vintage-cd-rom-laufwerk-mit-windows-95-disc-38117138/ · Foto: Nicolas Foster
Quelle: https://t3n.de/news/zwei-jahre-unentdeckt-steam-8000-pcs-1754323/?utm_source=rss&utm_medium=newsFeed&utm_campaign=newsFeed