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DIY-Projekt: Roboter spielt auf akustischer Gitarre jeden Song, den du willst
Technik · 03.08.2026 20:12

DIY-Projekt: Roboter spielt auf akustischer Gitarre jeden Song, den du willst

Kurz: Eine Bastlerin hat ein Robotiksystem entwickelt, das akustische Gitarren bespielt. Dank MusicXML-Unterstützung kann der Roboter theoretisch jeden Song interpret

Ein mechanischer Virtuose für die Akustikgitarre

Die Verbindung von Robotik und Musikinstrumenten ist kein völlig neues Feld, doch ein aktuelles DIY-Projekt der Reddit-Nutzerin Megcell setzt neue Maßstäbe in der Präzision. Während bekannte Projekte wie die Berliner Roboter-Band „Compressorhead“ bereits seit 2013 mit humanoiden Maschinen wie dem Gitarristen „Fingers“ auf Bühnen für Aufsehen sorgen, verfolgt Megcell einen anderen technischen Ansatz. Ihr System ist als Aufsatz konzipiert, der direkt an einer herkömmlichen akustischen Gitarre angebracht wird.

Die technische Umsetzung: 28 Servomotoren im Einsatz

Das Herzstück der Konstruktion bilden 28 Servomotoren, die die komplexen Bewegungsabläufe eines menschlichen Gitarristen imitieren. Die Mechanik ist dabei in zwei Hauptbereiche unterteilt: Ein Teil des Systems übernimmt das Greifen der Akkorde auf dem Griffbrett, während ein zweiter Teil für das Anschlagen der Saiten zuständig ist.

Besonders raffiniert ist die Lösung für die Plektren: Diese bewegen sich nach jedem Anschlag leicht nach oben. Dieses Design dient zwei Zwecken. Erstens ermöglicht es eine feinere Kontrolle über die Anschlagdynamik und die Artikulation der Töne. Zweitens verhindert dieser Mechanismus, dass das Plektrum nach dem Anschlag unerwünscht an der Saite hängen bleibt oder diese ungewollt abdämpft.

Flexibilität durch MusicXML

Ein entscheidender Vorteil dieses Systems gegenüber fest programmierten Musikautomaten ist die Software-Schnittstelle. Der Roboter ist in der Lage, MusicXML-Dateien zu verarbeiten. Dies bedeutet, dass er nicht auf eine Handvoll vorinstallierter Stücke beschränkt ist. Theoretisch kann jede Melodie, die in diesem Standard vorliegt, von der Maschine interpretiert werden. In einer ersten Demonstration spielte das System eine Version des Titels „Luv(sic)“ von Nujabes und Shing02, was die Vielseitigkeit des Ansatzes unterstreicht.

Aktueller Entwicklungsstand und Kritik

Das Projekt befindet sich derzeit noch in einer frühen Phase. Die Entwicklerin arbeitet unter anderem noch an der Wahl des optimalen Materials für die Plektren, um ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Klangqualität und mechanischer Langlebigkeit zu finden. Auf Kritik aus der Reddit-Community, dass der Klang aktuell noch zu „roboterhaft“ wirke, reagiert die Bastlerin gelassen. Ihr Fokus liege momentan primär auf der Schaffung einer stabilen technischen Basis.

Sobald die grundlegende Funktionalität vollständig ausgereift ist, sollen komplexere Spieltechniken implementiert werden. Geplant sind unter anderem:

* Variable Anschlagsstärken für mehr Ausdruck

* Vibrato-Effekte

* Slides (Gleiten über die Saiten)

* Bendings (Saitenziehen)

Ausblick: Von der Einzelanfertigung zur Roboter-Band

Die Vision von Megcell geht über die Gitarre hinaus. Langfristig ist das Ziel, ein ganzes Ensemble aus verschiedenen Instrumenten-Robotern zu entwickeln, das an das Konzept von Compressorhead anknüpft. Damit könnte in Zukunft eine vollautomatische Roboter-Band entstehen, die in der Lage ist, verschiedenste Instrumente live zu bedienen.

Für Interessierte gibt es zudem gute Nachrichten: Das Projekt soll nicht als reines Einzelstück bestehen bleiben. Die Entwicklerin hat bereits angekündigt, den Gitarren-Roboter über eine Kickstarter-Kampagne kommerziell verfügbar machen zu wollen. Ein konkreter Zeitplan für den Start der Kampagne steht zwar noch aus, doch das große Interesse in den sozialen Medien deutet auf eine potenzielle Nachfrage hin.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/tisch-kinder-studenten-spielzeug-7869044/ · Foto: Vanessa Loring
Quelle: https://t3n.de/news/diy-roboter-gitarre-1756188/?utm_source=rss&utm_medium=newsFeed&utm_campaign=newsFeed