Ein sportliches Großereignis in Großbritannien
Ab dem 10. August 2026 steht Birmingham im Fokus der europäischen Leichtathletik-Szene. Eine Woche lang messen sich die besten Athletinnen und Athleten des Kontinents in insgesamt 51 Wettbewerben. Diese Zahl stellt einen neuen Rekord für Europameisterschaften dar und unterstreicht die wachsende Bedeutung des Events.
Neuerungen im Wettkampfprogramm
Die diesjährige EM bringt einige strukturelle Veränderungen mit sich, die sowohl für die Athleten als auch für das Publikum von Bedeutung sind. Eine wesentliche Neuerung ist die Einführung der 4x100-Meter-Mixedstaffel, die für zusätzliche Spannung sorgen dürfte. Zudem wurden die Distanzen im Gehen angepasst: Anstelle der bisherigen 20- und 50-Kilometer-Wettbewerbe werden nun Halbmarathon- (21,0975 km) und Marathon-Distanzen (42,195 km) ausgetragen. Diese Angleichung an klassische Laufdistanzen soll die Wettbewerbe für Zuschauer attraktiver und für die Sportler besser vergleichbar machen.
Das deutsche Aufgebot und die Medaillenhoffnungen
Der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) reist mit hohen Ambitionen nach Großbritannien. Nach dem Erfolg in München vor vier Jahren, als Deutschland mit sieben Goldmedaillen die erfolgreichste Nation stellte, und dem Ergebnis in Rom 2024, bei dem Malaika Mihambo die einzige Goldmedaille gewann, liegt der Fokus nun auf einer starken Performance in Birmingham.
Zu den prominentesten Goldkandidaten zählen:
* **Malaika Mihambo:** Die Olympiasiegerin im Weitsprung bleibt das Aushängeschild des deutschen Teams.
* **Leo Neugebauer:** Der Zehnkämpfer gilt als eine der größten Hoffnungen auf einen Titel.
* **Julian Weber:** Der Speerwerfer unterstreicht regelmäßig seine Ambitionen auf das oberste Treppchen.
* **Frederik Ruppert:** Er geht im Hindernislauf an den Start.
* **Amanal Petros:** Der Marathonläufer wird als Medaillenkandidat gehandelt.
Darüber hinaus werden unter anderem Yemisi Mabry (Kugelstoßen), Gesa Krause (Hindernislauf), Emil Agyekum (400 Meter Hürden) und Robert Farken (1.500 Meter) als Athleten mit realistischen Chancen auf Edelmetall eingestuft.
Der Fall Owen Ansah
Ein besonderes Augenmerk liegt auf dem Sprinter Owen Ansah, dem derzeit schnellsten deutschen Läufer über 100 und 200 Meter. Trotz einer drohenden vierjährigen Sperre, die von der Nationalen Anti-Doping-Agentur (NADA) gefordert wurde, darf Ansah vorerst an den Start gehen. Der Hintergrund: Ansah hatte Anfang Juli einen Dopingtest verweigert und dies mit "Reisestress" begründet. Da er gegen die Forderung der NADA juristisch vorgeht, ist er bis zu einer endgültigen Entscheidung startberechtigt. Sollte es jedoch zu einer späteren Sperre kommen, müssten seine bei der EM erzielten Ergebnisse nachträglich annulliert werden.
Übertragung und Ausblick
Die Fans in Deutschland können die Wettkämpfe in Birmingham umfassend verfolgen. ARD und ZDF übertragen das Geschehen im täglichen Wechsel. Für die Athleten geht es in dieser Woche nicht nur um europäisches Gold, sondern auch darum, die eigene Form im internationalen Vergleich zu bestätigen. Die kommenden Tage werden zeigen, ob das deutsche Team an die Erfolge vergangener Jahre anknüpfen kann und wie sich die neuen Disziplinen in der Praxis bewähren.