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Regional · 23.09.2026 14:27

Ausländerbeirat lädt zum Abend für persönliche Geschichten

Kurz: Der Ausländerbeirat des Landkreises Kassel lädt zu einem Abend ein, an dem Zuwanderer ihre persönlichen Lebensgeschichten teilen, um den Dialog zu fördern.

Ein Abend für den persönlichen Austausch

Am Mittwoch, den 30. September 2026, lädt der Ausländerbeirat des Landkreises Kassel zu einer besonderen Veranstaltung in das Generationenhaus Bahnhof Hümme ein. Unter dem Titel „Erzähl mir deine Geschichte – Lebenswege von Zuwanderern in Deutschland“ haben Interessierte ab 18.30 Uhr die Gelegenheit, tiefgreifende Einblicke in die Biografien von sechs Menschen unterschiedlicher Herkunft zu gewinnen. Die Veranstaltung stellt die Frage nach der Bedeutung von Heimat und der persönlichen Zugehörigkeit in einer modernen Gesellschaft in den Mittelpunkt. Ziel ist es, in einer Ära, die von vielfältigen kulturellen Hintergründen und unterschiedlichen Lebenserfahrungen geprägt ist, einen Raum für echten Dialog zu schaffen. Anstatt über abstrakte Begriffe wie Migration oder Integration zu diskutieren, sollen die persönlichen Erzählungen der Beteiligten das Fundament für einen direkten Austausch bilden. Der Abend versteht sich als Einladung, die Perspektiven anderer Menschen kennenzulernen, Fragen zu stellen und gemeinsam darüber nachzudenken, wie ein harmonisches Zusammenleben in der Zukunft gestaltet werden kann. Die Organisatoren setzen dabei auf die Kraft der persönlichen Begegnung, um Vorurteile abzubauen und das gegenseitige Verständnis zu fördern. Es ist ein Aufruf zur aktiven Teilhabe, bei dem das Miteinander im Vordergrund steht und die Vielfalt der Gesellschaft als Chance für einen bereichernden Diskurs begriffen wird.

Die Akteure und ihre bewegenden Lebenswege

Im Zentrum des Abends stehen sechs Individuen, die ihre ganz persönlichen Geschichten teilen werden. Eine dieser Erzählerinnen ist Vanessa Fernandes Sousa, deren Biografie exemplarisch für die komplexe Identitätssuche vieler Menschen in Deutschland steht. Als dritte Generation einer portugiesischen Familie, die ihre Wurzeln in der sogenannten Gastarbeitergeneration hat, reflektiert sie über Fragen, die viele Menschen mit Migrationshintergrund kennen. Ihre Großeltern kamen einst mit offiziellen Gastarbeiterverträgen in die Bundesrepublik, ihre Eltern folgten in den späten 1980er Jahren, und sie selbst wurde 1994 in Deutschland geboren. Vanessa Fernandes Sousa berichtet von der wiederkehrenden Frage nach ihrer eigentlichen Herkunft und dem daraus resultierenden inneren Prozess, sich zwischen den Kulturen zu positionieren. Sie thematisiert die Herausforderung, sich nicht für eine Seite entscheiden zu müssen, und hinterfragt, warum das Umfeld oft eine klare Zuordnung einfordert. Die Moderation der Veranstaltung übernimmt Silke Engler, die als Vizelandrätin des Landkreises Kassel fungiert. Ihre Rolle ist es, den roten Faden durch den Abend zu führen und die Gespräche zwischen den Erzählern und dem Publikum zu begleiten. Unterstützt wird das Programm durch ein internationales Fingerfood-Buffet sowie ein Getränkeangebot, das den Austausch in einer entspannten und gastfreundlichen Atmosphäre fördern soll.

Der Hintergrund der Initiative

Die Veranstaltung ist das Ergebnis der Arbeit des Ausländerbeirates des Landkreises Kassel, der sich bewusst für einen neuen Ansatz in der Integrationsarbeit entschieden hat. Jeni Solbrig, die Vorsitzende des Gremiums, betont die Notwendigkeit, den Diskurs über Migration von der theoretischen auf die menschliche Ebene zu heben. Die Intention ist es, die Menschen hinter den oft politisch aufgeladenen Begriffen sichtbar zu machen. Die Initiative entstand aus der Überlegung heraus, dass das Zusammenleben in einer Gesellschaft, die von unterschiedlichen Biografien geprägt ist, nur gelingen kann, wenn man bereit ist, einander zuzuhören. Es geht darum, die Flucht- und Migrationsgeschichten nicht als statistische Daten zu betrachten, sondern als individuelle Lebenswege, die maßgeblich zur heutigen Identität der Region beitragen. Der Ausländerbeirat möchte mit diesem Format eine Brücke schlagen zwischen Menschen, die vielleicht bisher wenig Berührungspunkte mit den Themen Flucht und Zuwanderung hatten, und denjenigen, die diese Erfahrungen selbst gemacht haben. Durch das Teilen der Geschichten soll ein Raum geschaffen werden, in dem sich die Teilnehmer auf Augenhöhe begegnen können. Die Veranstaltung ist somit ein bewusster Gegenentwurf zu einer Debattenkultur, in der oft über Menschen statt mit ihnen gesprochen wird.

Institutionelle Zusammenarbeit und Organisation

Die Realisierung des Abends erfolgt durch eine enge Kooperation verschiedener Akteure im Landkreis Kassel. Neben dem federführenden Ausländerbeirat sind das WIR-Vielfaltszentrum des Landkreises und das Generationenhaus Bahnhof Hümme maßgeblich an der Ausrichtung beteiligt. Diese Zusammenarbeit unterstreicht den Stellenwert, den die Förderung des gesellschaftlichen Zusammenhalts in der Region einnimmt. Das Generationenhaus Bahnhof Hümme dient dabei als idealer Veranstaltungsort, da es als Treffpunkt für verschiedene Altersgruppen und Hintergründe konzipiert ist. Die organisatorische Unterstützung durch das WIR-Vielfaltszentrum stellt sicher, dass die Veranstaltung in einen breiteren Kontext der Integrationsförderung eingebettet ist. Für die interessierte Öffentlichkeit ist der Eintritt zu diesem Abend frei, was den niederschwelligen Charakter des Angebots unterstreicht. Um den organisatorischen Aufwand für das Team vor Ort, insbesondere im Hinblick auf das Catering und die Platzkapazitäten, so gering wie möglich zu halten, wird um eine vorherige Anmeldung gebeten. Dies kann telefonisch unter 05675-2519871 oder über die Internetpräsenz des Generationenhauses erfolgen. Die Veranstalter hoffen auf eine rege Teilnahme, um den Austausch so vielfältig wie möglich zu gestalten.

Einordnung der gesellschaftlichen Bedeutung

Den Berichten zufolge ist diese Veranstaltung als ein wichtiger Beitrag zur lokalen Identitätsbildung zu verstehen. In einer Zeit, in der die Frage nach Zugehörigkeit und gesellschaftlicher Teilhabe intensiv diskutiert wird, bietet ein solches Format eine notwendige Plattform für den Dialog. Einzuordnen ist das so: Indem der Fokus auf die individuellen Biografien gelegt wird, wird der abstrakte Begriff der Integration durch reale, erfahrbare Lebensgeschichten ersetzt. Dies kann dazu beitragen, Vorurteile abzubauen, die häufig aus Unkenntnis über die Hintergründe anderer Menschen entstehen. Die Entscheidung, den Abend moderiert und mit einem kulinarischen Rahmenprogramm zu gestalten, deutet darauf hin, dass die Veranstalter bewusst eine Atmosphäre schaffen wollen, die zum Verweilen und zum persönlichen Gespräch einlädt. Die Einbindung der Vizelandrätin Silke Engler verleiht dem Anliegen zudem ein gewisses politisches Gewicht, ohne dass die Veranstaltung ihren Charakter als Begegnungsabend verliert. Es ist ein Versuch, das gesellschaftliche Miteinander nicht nur als politische Aufgabe, sondern als eine menschliche Aufgabe zu begreifen, die von der Bereitschaft zur Empathie und zum aktiven Zuhören lebt.

Offene Fragen und kommende Schritte

Obwohl die Veranstaltung einen klaren Rahmen bietet, bleiben einige Aspekte offen, die sich erst im Verlauf des Abends klären werden. So nennt der Quelltext beispielsweise nicht die Namen der weiteren fünf Erzähler, die neben Vanessa Fernandes Sousa ihre Geschichten präsentieren werden. Auch bleibt offen, ob es nach den Impulsvorträgen eine moderierte Fragerunde für das gesamte Publikum geben wird oder ob der Austausch eher in kleineren Gruppen an den Tischen stattfinden soll. Ebenso ist nicht explizit ausgeführt, ob die Veranstaltung der Auftakt einer ganzen Reihe solcher Abende ist oder ob es sich um ein einmaliges Format handelt. Die langfristigen Auswirkungen auf die Integrationsarbeit im Landkreis Kassel lassen sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht vorhersagen. Was die nächsten Schritte betrifft, so liegt der Fokus der Organisatoren aktuell auf der Anmeldephase und der finalen Vorbereitung des Abends am 30. September 2026. Nach der Veranstaltung wird es vermutlich eine Auswertung der Resonanz geben, die darüber entscheiden könnte, ob das Format der persönlichen Erzählabende in Zukunft fortgesetzt oder auf andere Orte im Landkreis ausgeweitet wird. Interessierte sollten die Kanäle des Landkreises und des Generationenhauses im Blick behalten, um über mögliche Folgetermine oder weiterführende Projekte informiert zu bleiben.

Quelle: http://landkreiskassel.de/pressemitteilungen/september/auslaenderbeirat-geschichtsabend.php