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UEFA droht Infantino mit rechtlichen Schritten nach gescheiterten Investorenplänen
Sport · 03.08.2026 11:19

UEFA droht Infantino mit rechtlichen Schritten nach gescheiterten Investorenplänen

Kurz: Nach dem Scheitern der FIFA-Investorenpläne verschärft die UEFA den Ton. Sie prüft rechtliche Schritte gegen Gianni Infantino und fordert die Sicherung von Date

Ein beispielloser Konflikt im Weltfußball

Die Spannungen zwischen der UEFA und der FIFA haben einen neuen Höhepunkt erreicht. Nach dem abrupten Ende der Pläne des Fußball-Weltverbandes, Anteile an einer neuen kommerziellen Gesellschaft zu verkaufen, droht die UEFA nun offen mit rechtlichen Konsequenzen gegen FIFA-Präsident Gianni Infantino. Wie aus Berichten des "Telegraph" und der "Financial Times" hervorgeht, hat der europäische Verband den Weltverband aufgefordert, sämtliche Beweismittel und Dokumente im Zusammenhang mit dem sogenannten "FFE-Plan" (FIFA Forward Enterprise) zu sichern.

Hintergrund: Der gescheiterte FFE-Plan

Das Vorhaben der FIFA sah vor, eine neue Gesellschaft zu gründen, in der sämtliche kommerziellen Aktivitäten sowie die Organisation von Turnieren gebündelt werden sollten. Durch den Verkauf von Anteilen an externe Investoren – unter anderem war der Technologieinvestor Joshua Kushner als Schlüsselakteur im Gespräch – wollte der Weltverband die finanziellen Erträge massiv steigern.

Die Reaktion der UEFA fiel jedoch deutlich aus: Der europäische Dachverband kündigte einen Boykott sämtlicher FIFA-Turniere an, sollte das Projekt weiterverfolgt werden. Aufgrund dieses massiven Widerstands sah sich die FIFA gezwungen, die Investorenpläne am 1. August 2026 offiziell aufzugeben.

Rechtliche Schritte und Beweissicherung

Die UEFA geht nun in die Offensive. In einem Schreiben, das dem "Telegraph" vorliegt, teilt der Verband formell mit, dass er die Einleitung rechtlicher Schritte, Schiedsverfahren sowie Beschwerden bei zuständigen Aufsichtsbehörden aktiv prüft.

Ein zentraler Punkt ist dabei die Sicherung der Beweislage. Die FIFA wurde angewiesen, alle Dokumente und elektronisch gespeicherten Informationen, die den FFE-Plan betreffen, unverzüglich zu identifizieren und zu sichern. Diese Aufforderung erging nicht nur an den Weltverband selbst, sondern auch an beteiligte Akteure wie Joshua Kushner. Ziel dieser Maßnahme ist es offenbar, eine Vernichtung von Unterlagen zu verhindern, die für eine spätere juristische Aufarbeitung von Bedeutung sein könnten.

Kritik an der Amtsführung Infantinos

Der Konflikt geht weit über das rein Finanzielle hinaus. Die UEFA kritisiert die Art und Weise, wie das Projekt vorangetrieben wurde. Die Rede ist von "geheimen Vorhaben", die im Eilverfahren und unter Beteiligung anonymer Akteure entwickelt wurden. Der Nutzen für den Fußball sei dabei zweifelhaft. Die UEFA fordert nun, die Verantwortlichen beim Namen zu nennen und zur Rechenschaft zu ziehen.

Auch aus anderen Regionen wächst der Druck auf den FIFA-Präsidenten. Der Verband CONCACAF (Nord- und Mittelamerika sowie Karibik) forderte eine umfassende Aufarbeitung der aktuellen Präsidentschaft. Die Idee, Anteile an Weltmeisterschaften zu verkaufen, wird dort als Symptom einer Führung gewertet, bei der der Sport nicht mehr im Mittelpunkt stehe.

Mögliche Folgen und nächste Schritte

Gianni Infantino, der lange Zeit als unantastbar galt, sieht sich durch das Scheitern des Deals mit einer neuen Realität konfrontiert. Selbst langjährige Verbündete distanzieren sich zunehmend von seinem Kurs. Die Forderung der UEFA nach einem "Kulturwechsel" deutet darauf hin, dass die Auseinandersetzung nicht mit der bloßen Einstellung der Investorenpläne beendet ist.

Für die FIFA bedeutet dies eine Phase der internen Instabilität. Während die UEFA die juristische Aufarbeitung vorantreibt, stellt sich die Frage, wie der Weltverband auf die Forderungen nach Transparenz und personellen Konsequenzen reagieren wird. Beobachter gehen davon aus, dass sich im Hintergrund bereits potenzielle Nachfolger positionieren könnten, um die durch die Affäre entstandene Führungslücke zu nutzen.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/leere-stadionplatze-beim-uefa-europa-league-spiel-35781789/ · Foto: hayati ilker ergün
Quelle: https://www.sportschau.de/fussball/uefa-droht-infantino-mit-rechtlichen-schritten,uefa-fifa-108.html