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Strategie Sportwagenschmiede 35: Porsche baut 5.000 Stellen ab
Technik · 27.07.2026 18:37

Strategie Sportwagenschmiede 35: Porsche baut 5.000 Stellen ab

Kurz: Porsche reagiert auf sinkende Absatzzahlen: Bis 2035 sollen 5.000 Stellen abgebaut werden. Gleichzeitig setzt die Sportwagenschmiede neue strategische Schwerpun

Umstrukturierung bei Porsche: 5.000 Stellen fallen weg

Der Sportwagenhersteller Porsche steht vor einem tiefgreifenden Wandel. Wie das Unternehmen Ende Juli 2026 bekannt gab, haben sich Vorstand und Betriebsrat auf ein umfangreiches Programm zur Reduzierung der Belegschaft geeinigt. Bis zum Jahr 2035 sollen insgesamt 5.000 Arbeitsplätze abgebaut werden. Dies entspricht einer signifikanten Anpassung angesichts der aktuellen Belegschaftsgröße von rund 42.000 Mitarbeitern.

Soziale Verträglichkeit im Fokus

Um den Stellenabbau sozialverträglich zu gestalten, setzt Porsche auf eine Kombination verschiedener Instrumente. Dazu zählen die natürliche Fluktuation, demografische Entwicklungen sowie eine Erweiterung des Sonderprogramms für Altersteilzeit. Auch freiwillige Aufhebungsverträge sollen genutzt werden, um die Zielmarke zu erreichen. Betriebsbedingte Kündigungen sind laut der getroffenen Vereinbarung bis 2035 ausgeschlossen.

Die Maßnahmen betreffen insbesondere das Stammwerk in Stuttgart-Zuffenhausen sowie das Entwicklungszentrum in Weissach. Parallel dazu hat das Unternehmen Investitionen in Höhe von 2,1 Milliarden Euro für diese beiden Standorte bis 2035 zugesagt, um die Zukunftsfähigkeit zu sichern.

Hintergrund: Absatzschwäche belastet Werke

Die Entscheidung ist eine direkte Reaktion auf die wirtschaftliche Entwicklung der vergangenen Jahre. Porsche verzeichnete einen deutlichen Rückgang bei den Verkaufszahlen. In der Folge sind die Produktionskapazitäten an den Standorten Stuttgart-Zuffenhausen und Leipzig nur noch zur Hälfte ausgelastet. Bereits im Jahr 2025 hatte das Unternehmen den Abbau von 1.900 Stellen bis 2029 angekündigt, doch die aktuelle Strategie geht nun deutlich darüber hinaus.

Sparmaßnahmen und neue Vergütungsmodelle

Neben dem Personalabbau sieht die Vereinbarung spürbare Einsparungen bei den Vergütungen vor. Dies betrifft unter anderem:

* **Weihnachtsgeld:** Der freiwillige betriebliche Anteil soll schrittweise von 45 Prozent auf fünf Prozent bis zum Jahr 2035 gesenkt werden.

* **Tariferhöhungen:** Hier sind Kürzungen vorgesehen.

* **Mobiles Arbeiten:** Die Möglichkeiten für Homeoffice werden eingeschränkt; künftig sind maximal acht statt bisher zwölf Tage pro Monat vorgesehen.

* **Management:** In den Jahren 2027 und 2028 wird die Erhöhung der Grundvergütung für das obere und Topmanagement reduziert.

Im Gegenzug führt Porsche einen speziellen Bonus für Mitglieder der Industriegewerkschaft Metall (IG Metall) ein. Dieser umfasst einen zusätzlichen freien Tag pro Jahr sowie einen jährlichen Wertgutschein von 200 Euro.

Strategiewechsel: Fokus auf Verbrenner statt E-Mobilität

Unter der Führung von Vorstandschef Michael Seiters richtet sich Porsche neu aus. Die sogenannte „Strategie Sportwagenschmiede 35“ rückt den Fokus weg von der reinen Elektromobilität. Berichten zufolge haben Elektroautos in der aktuellen Planung keine Priorität mehr. So wurde beispielsweise die Entwicklung der Elektroversion des Panamera (G4) in das nächste Jahrzehnt verschoben.

Stattdessen plant das Unternehmen die Einführung neuer Verbrennermodelle. Ein zentrales Projekt ist der intern „S1“ genannte zweitürige Sportwagen, der auf dem 911er basieren soll. Ausgestattet mit einem Achtzylinder-Boxermotor, wird für dieses Modell ein Preis von etwa 500.000 Euro anvisiert.

Umgang mit Software-Kooperationen

Ein interessantes Detail am Rande betrifft die Zusammenarbeit mit dem US-Hersteller Rivian. Obwohl Porsche auf die Nutzung der Rivian-Software verzichtet, bleibt der Mutterkonzern VW vertraglich an die Kooperation gebunden, was jährliche Zahlungen von mindestens 700 Millionen Euro nach sich zieht. Um diesen Aufwand zu rechtfertigen, prüfen Entwickler derzeit, ob die Rivian-Software in künftigen Verbrennermodellen zum Einsatz kommen kann.

Die kommenden Jahre werden zeigen, ob diese Neuausrichtung und die massiven Investitionen in die Standorte ausreichen, um Porsche angesichts der veränderten Marktbedingungen wieder auf einen stabilen Wachstumskurs zu führen.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/imac-turend-weiter-89724/ · Foto: Lee Campbell
Quelle: https://www.golem.de/news/strategie-sportwagenschmiede-35-porsche-baut-5-000-stellen-ab-2607-211333.html