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Sony sieht Proteste – Playstation-Discs sterben trotzdem
Technik · 03.08.2026 07:40

Sony sieht Proteste – Playstation-Discs sterben trotzdem

Kurz: Trotz massiver Proteste und einer laufenden Sammelklage hält Sony an der Einstellung der Playstation-Disc-Produktion im Januar 2028 fest.

Ein fester Termin für das Ende des Datenträgers

Sony hat bestätigt, dass der Zeitplan für das Ende der physischen Playstation-Spiele-Discs unverändert bleibt. Wie Finanzchefin Lin Tao im Rahmen der jüngsten Quartalszahlen bekannt gab, wird die Produktion im Januar 2028 endgültig eingestellt. Diese Entscheidung betrifft sämtliche Studios, da Sony als exklusiver Zulieferer für die entsprechenden Datenträger fungiert. Damit setzt der Konzern einen Schlussstrich unter eine Ära, die für viele Spieler eng mit der physischen Verfügbarkeit von Medien verbunden ist.

Gründe für den Strategiewechsel

Als Hauptgrund für diesen Schritt führt Sony die stetig voranschreitende Digitalisierung von Inhalten an. Laut Tao hat sich das Unternehmen bewusst Zeit gelassen, um den Übergang behutsam zu gestalten. Dennoch sieht Sony keine geschäftlichen Risiken durch das Aus der Discs, da der Großteil der Spieleverkäufe bereits heute über digitale Kanäle abgewickelt wird. Die höheren Margen, die bei Direktverkäufen über den Playstation Store erzielt werden, dürften für die strategische Neuausrichtung ebenfalls eine zentrale Rolle spielen.

Widerstand aus der Community

Die Entscheidung stößt auf erheblichen Widerstand. Mehr als 350.000 Unterschriften wurden bereits in einer Petition gesammelt, die von Jade Pearce, der Leiterin des Händlers PNP Games, initiiert wurde. Die Kritikpunkte der Unterzeichner sind vielfältig:

* **Verlust von Eigentumsrechten:** Physische Discs erlauben das Verleihen, Verschenken und den Wiederverkauf. Digitale Lizenzen in einer Hülle bieten diese Freiheiten nicht.

* **Archivierung und Kulturgut:** Spielehistoriker sehen in Datenträgern unverzichtbare Zeitdokumente. Digitale Inhalte können hingegen jederzeit aus Bibliotheken entfernt werden.

* **Preisgestaltung:** Kritiker bemängeln, dass der Wegfall physischer Konkurrenz die Abhängigkeit vom Playstation Store zementiert, in dem Sony eine 30-prozentige Provision erhebt.

Juristische Auseinandersetzungen

Neben dem öffentlichen Druck sieht sich Sony auch juristisch mit Gegenwind konfrontiert. Die niederländische Stiftung „Stichting Massaschade & Consument“ hat eine Sammelklage mit dem Titel „Fair Playstation“ eingereicht. Sie fordert Schadenersatz in Höhe von über 400 Millionen Euro für rund 1,7 Millionen Spieler. Der Vorwurf lautet, dass Sony durch die Kontrolle über den eigenen Store künstlich hohe Preise durchsetze. Das nun besiegelte Ende der Discs wird von den Klägern als Bestätigung für diese marktbeherrschende Strategie gewertet.

Ein Blick in die Zukunft

Obwohl Sony die Kritik erstmals offiziell eingeräumt hat, bleibt der Konzern bei seinem Kurs. Die Debatte um die Zukunft physischer Medien ist damit jedoch nicht beendet. Während Sony den digitalen Weg konsequent verfolgt, bleibt die Strategie der Konkurrenz, insbesondere von Microsoft, für kommende Konsolengenerationen noch offen. Für Spieler bedeutet dies eine zunehmende Abhängigkeit von den Plattformbetreibern und deren digitalen Infrastrukturen, während die Rolle der physischen Spiele als dauerhaftes Eigentum ab Januar 2028 endgültig der Vergangenheit angehören wird.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/vintage-imega-ditto-internes-bandlaufwerk-und-kassette-38007643/ · Foto: Nicolas Foster
Quelle: https://www.heise.de/news/Sony-sieht-Proteste-Playstation-Discs-sterben-trotzdem-11394790.html?wt_mc=rss.red.ho.ho.atom.beitrag.beitrag