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Porsche: Jede dritte deutsche Stelle fällt weg
Technik · 27.07.2026 15:57

Porsche: Jede dritte deutsche Stelle fällt weg

Kurz: Porsche leitet ein tiefgreifendes Sparprogramm ein: Bis 2035 fallen in der Region Stuttgart rund 5000 Stellen weg. Das Unternehmen reagiert damit auf die Krise.

Ein tiefgreifender Umbau für die Zukunft

Der Sportwagenhersteller Porsche steht vor einer historischen Zäsur. Wie das Unternehmen offiziell bekannt gab, werden in den kommenden Jahren bis 2035 insgesamt 5000 Stellen in der Region Stuttgart abgebaut. Betroffen sind vor allem das Stammwerk in Zuffenhausen sowie das Entwicklungszentrum in Weissach. Dieser Schritt ist Teil eines umfassenden „Zukunftspakets“, das die Wettbewerbsfähigkeit des Konzerns in einem schwierigen Marktumfeld langfristig sichern soll.

Im Gegenzug für den Stellenabbau hat sich die Unternehmensführung zu einer Standortsicherung bis Ende 2035 verpflichtet. Betriebsbedingte Kündigungen sind für diesen Zeitraum ausgeschlossen. Die Reduzierung der Belegschaft soll nach Angaben des Unternehmens sozialverträglich erfolgen, etwa durch natürliche Fluktuation, Altersteilzeitmodelle und freiwillige Aufhebungsverträge.

Finanzielle Einschnitte und neue Arbeitsmodelle

Um die notwendigen Investitionen von rund 2,1 Milliarden Euro zu finanzieren, sieht das Sparpaket deutliche Einschnitte bei den Beschäftigten vor. So werden Tariferhöhungen bis 2035 teilweise ausgesetzt, das Weihnachtsgeld wird gekürzt und die Boni orientieren sich künftig stärker am tatsächlichen Unternehmenserfolg. Zudem ist für das Management ein Verzicht auf Grundvergütungserhöhungen in den Jahren 2027 und 2028 vorgesehen.

Auch die Arbeitsweise wird angepasst: Die Möglichkeiten für Homeoffice werden eingeschränkt. Künftig soll mobiles Arbeiten nur noch an maximal acht statt bisher zwölf Tagen pro Monat gestattet sein. Ziel dieser Maßnahmen ist eine Senkung der Personalkosten sowie eine gesteigerte Produktivität an den Standorten.

Ursachen der Krise: Absatzrückgang und Marktdruck

Die Sparmaßnahmen sind eine direkte Reaktion auf eine anhaltende wirtschaftliche Schwächephase. Der Nettogewinn des Konzerns war im Jahr 2025 um 91 Prozent auf 310 Millionen Euro eingebrochen. Zu den Hauptursachen zählen das stark rückläufige Geschäft in China, die Auswirkungen der US-Zollpolitik sowie eine schwächelnde Nachfrage nach Elektrofahrzeugen. Zudem belasten hohe Entwicklungskosten für die Rückkehr zu Verbrennungsmotoren das Ergebnis.

Die Produktionskapazitäten von Porsche waren ursprünglich für 350.000 bis 400.000 Fahrzeuge ausgelegt. Angesichts aktueller Prognosen, die eher in Richtung 250.000 Einheiten deuten, sind die Werke derzeit nicht ausreichend ausgelastet. Porsche-Chef Michael Leiters plant daher eine Verschlankung des Unternehmens. Die Modellpalette soll gestrafft und die Anzahl der Varianten reduziert werden, um mit weniger verkauften Fahrzeugen profitabler zu arbeiten. Mittelfristig strebt das Management eine Umsatzrendite zwischen 10 und 15 Prozent an.

Auswirkungen auf den VW-Konzern

Die Einigung bei Porsche könnte auch für den Mutterkonzern Volkswagen Signalwirkung haben. Während Porsche den Mitarbeitern eine Beschäftigungsgarantie bis 2035 gewährt, plant VW-Chef Oliver Blume für die Marken VW und Audi weitaus härtere Einschnitte, die auch Werksschließungen nicht ausschließen. Da in den Aufsichtsräten beider Unternehmen teilweise dieselben Personen sitzen, dürften die Betriebsräte bei VW und Audi den Porsche-Kompromiss als Maßstab für ihre eigenen Verhandlungen heranziehen. Die Porsche-Vereinbarung erhöht somit den Druck auf den Volkswagen-Vorstand, bei den anstehenden Sparplänen ebenfalls tragfähige Lösungen für die Standortsicherung zu finden.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/hande-smartphone-laptop-arbeiten-20044367/ · Foto: Airam Dato-on
Quelle: https://www.heise.de/news/Jetzt-ist-es-offiziell-Porsche-baut-weitere-5000-Stellen-ab-11379247.html?wt_mc=rss.red.ho.ho.atom.beitrag.beitrag