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Ottmar Hörl in Salzburg: 210 Mini-Mozarts gestohlen – Kunstaktion endet vorzeitig
Kultur · 12.08.2026 15:05

Ottmar Hörl in Salzburg: 210 Mini-Mozarts gestohlen – Kunstaktion endet vorzeitig

Kurz: Eine Kunstinstallation von Ottmar Hörl in Salzburg endet abrupt: 210 Mini-Mozart-Skulpturen wurden aus dem Mirabellgarten gestohlen.

Was geschehen ist: Ein massiver Diebstahl beendet die Kunstaktion

Die geplante Kunstinstallation des renommierten deutschen Künstlers Ottmar Hörl im Salzburger Mirabellgarten hat ein jähes und unfreiwilliges Ende gefunden. Was als Hommage an den berühmten Komponisten Wolfgang Amadeus Mozart gedacht war, entwickelte sich zu einem Kriminalfall, der die Kulturszene in Österreich aufschreckte. Insgesamt 210 der aufgestellten goldfarbenen Miniatur-Skulpturen, die den Komponisten in einer künstlerischen Interpretation darstellen, sind aus dem öffentlichen Park entwendet worden. Die Internationale Stiftung Mozarteum, die das Projekt gemeinsam mit dem Künstler realisierte, bestätigte den Vorfall offiziell. Die Ausstellung, die unter dem Titel „Mozart – das unbezähmbare Genie“ firmierte, musste aufgrund des massiven Schwunds der Exponate vorzeitig abgebrochen werden. Der Künstler selbst äußerte sich tief betroffen über die Auflösung seines Werkes durch kriminelle Machenschaften. Während der Mirabellgarten als einer der touristisch bedeutendsten Orte Salzburgs gilt, konnten die Täter offenbar unbemerkt agieren und die Figuren in einer Größenordnung entwenden, die den Fortbestand der gesamten Installation unmöglich machte. Der Diebstahl ereignete sich in einer Umgebung, die eigentlich durch nächtliche Schließzeiten geschützt ist, was die Dreistigkeit der Tat unterstreicht.

Die Einzelheiten: Zahlen, Fakten und der materielle Schaden

Die Faktenlage ist durch die Angaben der Internationalen Stiftung Mozarteum und des Künstlers Ottmar Hörl klar definiert. Mitte Juli wurden insgesamt 230 der rund 50 Zentimeter hohen Kunststoff-Figuren im Mirabellgarten platziert, um den 270. Geburtstag von Wolfgang Amadeus Mozart zu würdigen. Von diesen 230 Skulpturen sind nun 210 verschwunden. Der materielle Schaden beläuft sich nach Schätzungen auf etwa 20.000 Euro. Zwar handelt es sich bei den Figuren nicht um Unikate im klassischen Sinne, doch der Verkaufspreis pro Exemplar war für die Zeit nach der Ausstellung auf 90 Euro festgesetzt worden. Die Herstellung der Skulpturen ist ein technologisch anspruchsvoller Prozess, der exklusiv in Coburg durchgeführt wird. Hörl beschrieb gegenüber dem ORF das spezielle Vakuum-Gussverfahren, bei dem die Figur erst während des Erkaltungsprozesses außerhalb der Form ihre endgültige Gestalt annimmt. Da sich die produzierende Firma derzeit in der Sommerpause befindet, war es unmöglich, kurzfristig Ersatz für die gestohlenen Objekte zu beschaffen. Der Verlust von 210 Figuren stellt somit einen unwiederbringlichen Ausfall für die laufende Aktion dar, da die logistischen Kapazitäten für eine sofortige Neuproduktion derzeit schlichtweg nicht vorhanden sind.

Hintergrund: Von der Idee zur Installation

Die Ausstellung „Mozart – das unbezähmbare Genie“ war als groß angelegte Kooperation zwischen der Internationalen Stiftung Mozarteum und Ottmar Hörl konzipiert. Der Künstler, der 1950 geboren wurde, ist international bekannt für seine Installationen, die auf der massenhaften Vervielfältigung von Figuren basieren. Diese Arbeitsweise soll den Zugang zu Kunst demokratisieren und Denkmäler in den öffentlichen Raum bringen, wo sie für jeden Bürger zugänglich sind. Die Mozart-Figuren im Mirabellgarten sollten dabei eine direkte Verbindung zwischen der historischen Bedeutung Mozarts und der modernen Kunst herstellen. Die Wahl des Ortes war dabei bewusst getroffen worden, da der Mirabellgarten eine hohe Frequenz an Touristen und Einheimischen aufweist. Die bisherige Historie solcher Installationen von Hörl zeigt jedoch, dass die öffentliche Präsentation von Kunstwerken dieser Art nicht ohne Risiken ist. Bereits in der Vergangenheit kam es bei ähnlichen Projekten zu Diebstählen, was die Frage nach der Sicherheit im öffentlichen Raum bei Kunstinstallationen immer wieder in den Fokus rückt. Die aktuelle Aktion in Salzburg war als feierlicher Beitrag zum 270. Geburtstag des Komponisten geplant und sollte eigentlich bis Ende August andauern, bevor die Figuren in den regulären Verkauf übergegangen wären.

Die Beteiligten: Künstler, Institutionen und die Täter

Im Zentrum der Ereignisse steht der Künstler Ottmar Hörl, der seine Enttäuschung über die mangelnde Wertschätzung seiner Arbeit deutlich zum Ausdruck brachte. Er sprach gegenüber der Deutschen Presse-Agentur von „organisiertem Diebstahl“ und betonte, dass es sich hierbei nicht um die spontane Tat von Touristen handele, die ein Souvenir mitnehmen wollten. Die Internationale Stiftung Mozarteum fungiert als organisatorischer Partner, der die Ausstellung in Salzburg koordinierte. Die Stiftung ist nun auch für die Kommunikation des Abbruchs verantwortlich. Auf der Seite der Täter bleibt die Identität völlig im Dunkeln. Hörl vermutet, dass die Diebstähle gezielt in den nächtlichen Stunden stattfanden, in denen der Park für die Öffentlichkeit eigentlich nicht zugänglich ist. Die Tatsache, dass eine so große Anzahl an Figuren in einer koordinierten Aktion entwendet werden konnte, deutet für den Künstler auf eine organisierte Vorgehensweise hin. Neben den Verantwortlichen der Stiftung und dem Künstler sind auch die Besucher und Touristen betroffen, die nun den Anblick der vollständigen Installation im Mirabellgarten nicht mehr genießen können.

Einordnung: Kunst im öffentlichen Raum und ihre Gefahren

Einzuordnen ist das Geschehen als ein Konflikt zwischen dem Wunsch nach zugänglicher Kunst im öffentlichen Raum und der Realität von Vandalismus und Diebstahl. Hörls Arbeitsweise, die auf eine hohe Stückzahl und eine gewisse „Massenhaftigkeit“ setzt, provoziert naturgemäß eine andere Form der Interaktion als ein gesichertes Museumsobjekt. Den Berichten zufolge ist dies nicht das erste Mal, dass Hörl mit derartigen Problemen konfrontiert wird. Ein ähnlicher Vorfall ereignete sich in Bayreuth, wo 100 Figuren des Komponisten Richard Wagner entwendet wurden. Kritiker und Beobachter sehen in Hörls Werk oft eine Gratwanderung zwischen Kunst und Kunsthandwerk. Der SPIEGEL bezeichnete ihn beispielsweise als „politisch ambitionierten Kunsthandwerker“. Seine Installationen, wie etwa die 1200 Gartenzwerge mit Hitlergruß in Straubing oder die Euro-Skulptur vor der EZB in Frankfurt, sorgten in der Vergangenheit regelmäßig für kontroverse Diskussionen. Der aktuelle Diebstahl in Salzburg wirft ein Schlaglicht auf die Verletzlichkeit von Kunstwerken, die ohne physische Barrieren in städtischen Parks aufgestellt werden. Es stellt sich die grundsätzliche Frage, ob der öffentliche Raum noch der geeignete Ort für solche Kunstaktionen ist, wenn der Schutz der Exponate nicht gewährleistet werden kann.

Offene Fragen: Was bleibt ungeklärt

Trotz der klaren Fakten zum Diebstahl bleiben zahlreiche Fragen unbeantwortet, die den Vorfall umgeben. Der Quelltext liefert beispielsweise keine Informationen darüber, ob es bereits erste Ermittlungsergebnisse der Polizei gibt oder ob Videoaufzeichnungen aus der Umgebung des Mirabellgartens existieren, die bei der Identifizierung der Täter helfen könnten. Auch bleibt unklar, welche konkreten Sicherheitsvorkehrungen im Vorfeld getroffen wurden, um den Park während der nächtlichen Schließzeiten zu sichern. Die Frage, wie die Täter es geschafft haben, 210 Skulpturen unbemerkt aus einem abgeschlossenen Park zu transportieren, ohne dabei von Passanten oder Sicherheitskräften bemerkt zu werden, bleibt ebenso offen wie die Frage nach dem Verbleib der gestohlenen Objekte. Es ist nicht bekannt, ob die Täter die Figuren bereits auf dem Schwarzmarkt oder über andere Kanäle zum Verkauf angeboten haben oder ob sie als Trophäen in privatem Besitz verbleiben. Auch die genaue zeitliche Abfolge des Diebstahls – ob er in einer einzigen Nacht oder in mehreren Etappen stattfand – wird im vorliegenden Bericht nicht explizit thematisiert.

Wie es weitergeht: Ausblick auf die verbleibenden Exponate

Obwohl die Hauptinstallation im Mirabellgarten vorzeitig beendet wurde, besteht für Interessierte weiterhin die Möglichkeit, einige der Mini-Mozarts zu besichtigen. Die Internationale Stiftung Mozarteum hat mitgeteilt, dass kleinere Abordnungen der Skulpturen an anderen Orten in Salzburg verbleiben. So sind 50 der kleinen Mozarts im Garten des Mozarteums ausgestellt. Weitere 40 Exemplare können im Mozart-Wohnhaus besichtigt werden, dort verteilt auf den Tanzmeistersaal und das Zauberflöten-Häuschen. Diese kleineren Einheiten sollen bis Ende August für die Öffentlichkeit zugänglich bleiben. Weitere Schritte zur Wiederherstellung der ursprünglichen Installation sind aufgrund der fehlenden Produktionskapazitäten der Herstellerfirma in der Sommerpause ausgeschlossen. Die Ausstellung „Mozart – das unbezähmbare Genie“ wird somit in einer stark reduzierten Form ausklingen. Ob der Künstler Ottmar Hörl nach diesen Erfahrungen in Zukunft ähnliche Projekte in Salzburg oder anderen Städten unter veränderten Sicherheitsbedingungen durchführen wird, bleibt abzuwarten. Der Fokus liegt nun zunächst auf der Aufarbeitung des Diebstahls und dem Schutz der verbliebenen Exponate an den anderen Standorten in der Stadt.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/kunst-wahrzeichen-gebaude-historisch-7317006/ · Foto: MART PRODUCTION
Quelle: https://www.spiegel.de/kultur/ottmar-hoerl-in-salzburg-210-mini-mozarts-gestohlen-kunstaktion-endet-vorzeitig-a-b473bfb7-8dcc-44bf-93e0-8e52de6f8c5b#ref=rss