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Nach kritik an X-Post: Ceuta-Theorie: ARD-Korrespondent Restle rudert zurück
Kultur · 09.08.2026 14:19

Nach kritik an X-Post: Ceuta-Theorie: ARD-Korrespondent Restle rudert zurück

Kurz: Nach heftiger Kritik an einem geteilten Verschwörungszitat zum Migrationsdruck auf Ceuta korrigiert ARD-Korrespondent Georg Restle seine Haltung.

Ein umstrittener Beitrag sorgt für Aufsehen

Der Afrika-Korrespondent der ARD, Georg Restle, sieht sich mit massiver Kritik konfrontiert. Auslöser war ein Beitrag auf der Plattform X, in dem er eine Theorie zum Migrationsdruck auf die spanische Exklave Ceuta verbreitete. In dem Zitat, das Restle ohne weiteren Kontext oder Einordnung teilte, wurde behauptet, der Ansturm auf die Grenze sei kein humanitäres Ereignis, sondern das Ergebnis eines geopolitischen Kalküls. Demnach sollen die USA, Israel und Marokko gezielt zusammenarbeiten, um europäische Regierungen zu schwächen und das Völkerrecht zu untergraben.

Die Verbreitung dieser These durch einen öffentlich-rechtlichen Journalisten löste umgehend scharfe Reaktionen aus. Kritiker, darunter Politiker wie Karoline Preisler (FDP) und Serap Güler (CDU) sowie Volker Beck, Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, äußerten deutliche Vorbehalte. Auch innerhalb der Gremien des Westdeutschen Rundfunks (WDR) wurde das Vorgehen thematisiert. Felix Schotland, Mitglied des WDR-Rundfunkrats, richtete eine offizielle Beschwerde an die Programmdirektorin Andrea Schafarczyk mit der Frage, ob sich der Sender mit den Inhalten identifiziere.

Die Reaktion des Korrespondenten

Nachdem die Kritik an dem Post zunahm, reagierte Restle zunächst mit einer Verteidigungshaltung. Er warf seinen Kritikern vor, aus einer geopolitischen Analyse eines US-Hochschulprofessors künstlich einen Antisemitismus-Vorwurf zu konstruieren. Er stellte die Gegenfrage, wer in dieser Debatte eigentlich „zündele“.

Nur wenige Stunden später vollzog der Journalist jedoch eine Kehrtwende. In weiteren Posts auf X distanzierte er sich schrittweise von seiner ursprünglichen Veröffentlichung. Er betonte, er habe sich das Zitat weder zu eigen gemacht, noch hätte er es in dieser Form selbst formuliert. Schließlich räumte er ein, dass es ein Fehler gewesen sei, den Text ohne jegliche Kommentierung zu teilen. Ihm hätte bewusst sein müssen, dass die Aussagen ihm persönlich zugeschrieben würden. Gleichzeitig wies er den Vorwurf, er verbreite antisemitische Inhalte, ausdrücklich zurück.

Hintergrund und offene Fragen

Der Vorfall wirft Fragen zur journalistischen Sorgfaltspflicht bei der Nutzung sozialer Medien auf. Ein kommentarlos geteiltes Zitat, das eine Verschwörungstheorie stützt, wird in der öffentlichen Wahrnehmung oft als Bestätigung der eigenen Meinung gewertet. Ob Restle sich über die Wirkung seines Handelns im Klaren war, bleibt Gegenstand der Diskussion.

Bisher liegt noch keine offizielle Stellungnahme des WDR zu dem Vorfall vor. Es ist jedoch davon auszugehen, dass innerhalb des Senders Gespräche mit dem Korrespondenten stattgefunden haben, die zu der schrittweisen Distanzierung führten. Die Debatte verdeutlicht die Sensibilität, mit der Vertreter öffentlich-rechtlicher Medien agieren müssen, um ihre Neutralität und Glaubwürdigkeit nicht zu gefährden. Die nächsten Schritte hängen nun davon ab, wie der Sender die Angelegenheit intern bewertet und ob weitere medienpolitische Konsequenzen folgen.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/historisches-teatro-guerra-in-lorca-spanien-37466122/ · Foto: Emilio Sánchez Hernández
Quelle: https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien-und-film/medienpolitik/ard-mann-restle-rudert-nach-ceuta-verschwoerungspost-zurueck-accg-201109286.html