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Nach Anschlag auf CSD: Demo "Zug der Liebe" in Berlin abgesagt
Schlagzeilen · 30.07.2026 10:04

Nach Anschlag auf CSD: Demo "Zug der Liebe" in Berlin abgesagt

Kurz: Nach dem Anschlag auf den CSD in Berlin wurde der für August geplante „Zug der Liebe“ abgesagt. Die Veranstalter ziehen Konsequenzen aus der Sicherheitslage.

Sicherheitslage führt zu Absage des „Zugs der Liebe“

Die Berliner Veranstaltungslandschaft steht unter dem Eindruck der jüngsten Ereignisse. Wie die Organisatoren der Techno-Parade „Zug der Liebe“ bekannt gaben, wird die für den 29. August 2026 geplante Demonstration in diesem Jahr nicht stattfinden. Die Entscheidung folgt auf den islamistischen Anschlag, der sich zuvor gegen den Christopher Street Day (CSD) in der Hauptstadt gerichtet hatte.

Jens Schwan, Mitgründer und Pressesprecher der Veranstaltung, betonte gegenüber der rbb24 Abendschau, dass die aktuelle gesellschaftliche Stimmung eine Feier-Demo derzeit unpassend erscheinen lasse. „Es ist jetzt nicht die richtige Zeit, um auf der Straße zu feiern“, so Schwan. Die Entscheidung markiert einen deutlichen Einschnitt für eine Veranstaltung, die in den vergangenen Jahren regelmäßig mehr als 10.000 Menschen mobilisierte.

Logistische Hürden und restriktive Auflagen

Neben der sicherheitspolitischen Bewertung führten die Veranstalter auch handfeste logistische Probleme an. So sei es unter anderem schwierig gewesen, die für den Zug notwendige Anzahl an LKWs zu akquirieren. Zudem standen zum Zeitpunkt der Entscheidung noch behördliche Genehmigungen aus.

Die Veranstalter verdeutlichten jedoch, dass die Sicherheitslage der ausschlaggebende Faktor war. Eine Durchführung unter den aktuellen Bedingungen hätte nach Einschätzung der Organisatoren mit massiven Auflagen einhergehen müssen. Dazu zählten unter anderem:

* Die Installation von physischen Wegfahrsperren

* Lückenlose Personenkontrollen der Teilnehmenden

* Eine deutlich verstärkte Polizeipräsenz

Der Kern der Veranstaltung im Widerspruch zur Sicherheitslage

Der „Zug der Liebe“ versteht sich seit seiner Gründung vor elf Jahren als politische Demonstration, die elektronische Musik mit gesellschaftspolitischen Forderungen wie sozialer Gerechtigkeit, Klimaschutz und Mitgefühl verbindet. Die Veranstalter betonten, dass die Parade stets einen „unbeschwerten, angstfreien Raum des Protests“ bieten wollte. Eine Durchführung unter dem Eindruck eines „Angstgefühls“ und den genannten restriktiven Rahmenbedingungen widerspreche fundamental der Grundidee des Events.

Als Konsequenz aus der Absage planen die Organisatoren, ihre Unterstützung stattdessen auf eine Demonstration für das RAW-Gelände zu verlagern, um weiterhin ein Zeichen zu setzen, ohne den ursprünglichen Rahmen des „Zugs der Liebe“ zu strapazieren.

„Rave the Planet“ hält an Planungen fest

Während der „Zug der Liebe“ ausfällt, soll die für Mitte August angesetzte Großveranstaltung „Rave the Planet“ auf der Straße des 17. Juni wie geplant stattfinden. Die Mitorganisatoren, darunter Dr. Motte und Projektleiterin Ellen Dosch-Roeingh, bestätigten nach Gesprächen mit den Behörden, dass die Sicherheitskonzepte bereits an die veränderte Lage angepasst wurden. Aus Sicht der Veranstalter und der Behörden gebe es derzeit keinen Grund für eine Absage. Die Berliner Polizei gab an, dass die Planungen für dieses Event weiterhin andauern und die Sicherheitsvorkehrungen kontinuierlich geprüft würden.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/menschen-kanal-fluss-berlin-6580878/ · Foto: Armin Forster
Quelle: https://www.tagesschau.de/inland/regional/berlin/zug-der-liebe-abgesagt-100.html