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Regional · 24.09.2026 12:14

Kita Fasanenhof wieder geöffnet

Kurz: Nach dreijähriger Sanierung infolge eines schweren Unwetters ist die Kita Fasanenhof in Kassel wieder für Kinder geöffnet.

Ein Neuanfang nach drei Jahren

Das Warten hat ein Ende: Die Kindertagesstätte Fasanenhof in Kassel hat ihre Türen wieder für den Betrieb geöffnet. Was im Sommer 2023 mit einer Katastrophe begann, findet nun einen erfreulichen Abschluss. Nach einer umfassenden Generalsanierung, die durch massive Schäden infolge eines Unwetters notwendig geworden war, erstrahlt das Gebäude in neuem Glanz. Die Räume, die über drei Jahre lang von Handwerkern dominiert wurden, füllen sich nun wieder mit Leben. Kinder im Alter von einem bis sechs Jahren können die Einrichtung wieder nutzen, die für sie nicht nur eine Betreuungsstätte, sondern ein Ort zum Entdecken und Spielen ist. Bürgermeisterin Nicole Maisch betonte anlässlich der feierlichen Einweihung, dass sich dieser Moment für das gesamte pädagogische Personal wie ein echter Neuanfang anfühle. Fünf neu gestaltete Gruppenräume und ein großzügiges Außengelände stehen den Kindern zur Verfügung. Die Rückkehr in die gewohnte Umgebung markiert für die Familien und das Team einen wichtigen Meilenstein, nachdem sie lange Zeit in Ausweichquartieren untergebracht waren. Die Freude über die Wiedereröffnung ist bei allen Beteiligten groß, da der Kita-Alltag nun wieder in den eigenen, modernisierten Räumlichkeiten stattfinden kann.

Umfangreiche bauliche Maßnahmen

Die Sanierung der Kita war eine komplexe Aufgabe, die weit über die reine Beseitigung der Unwetterschäden hinausging. Im Juni 2023 hatte ein schweres Unwetter mit Starkregen und Hagel das eingeschossige Gebäude schwer getroffen. Hagelschlag zerstörte das Dach, wodurch in der Folge Regenwasser in das Innere eindrang und sowohl die technische Infrastruktur als auch die Bodenbeläge erheblich beschädigte. Im Zuge der notwendigen Reparaturen entschied sich die Stadt Kassel, das Gebäude nicht nur instand zu setzen, sondern technisch und baulich grundlegend aufzuwerten. Ein besonderer Fokus lag dabei auf der Modernisierung der Haustechnik, um eine energieeffiziente und nachhaltige Nutzung sicherzustellen. So wurde das Gebäude mit einer modernen Heizungsanlage auf Basis einer Wärmepumpe ausgestattet. Ergänzt wird dieses System durch eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung sowie eine Photovoltaikanlage auf dem Dach. Auch bei der optischen Gestaltung wurde auf Qualität geachtet: Die Räume wurden in schlichten Farben gehalten, wobei sanfte Grüntöne in den Gruppenräumen und Bädern für eine beruhigende Atmosphäre sorgen. Diese Gestaltung bildet einen idealen Rahmen für die Aktivitäten der bis zu 107 Kinder, die hier nun wieder betreut werden können.

Die Vorgeschichte des Unwetters

Der Weg bis zur Wiedereröffnung war lang und steinig. Der Ursprung des Schadens liegt im 22. Juni 2023, als Kassel von einem extremen Unwetter heimgesucht wurde. Innerhalb kürzester Zeit kam es zu peitschendem Starkregen, Sturm und massiven Hagelfällen, die die Stadt in einen Ausnahmezustand versetzten. Die Auswirkungen waren verheerend: Dächer wurden abgedeckt, Fensterscheiben gingen zu Bruch, Bäume stürzten um und zahlreiche Keller liefen voll. Die Verkehrswege waren zeitweise unpassierbar. Die Leitstelle der Feuerwehr registrierte in den ersten zwei Stunden nach Beginn des Unwetters über 800 Notrufe, was die Kapazitäten der 70 Notrufkanäle zeitweise vollständig auslastete. Insgesamt waren rund 400 Einsatzkräfte die gesamte Nacht im Einsatz, um die kritische Lage zu bewältigen. Neben den städtischen Feuerwehren und der Polizei unterstützten auch Freiwillige Feuerwehren aus den umliegenden Gemeinden wie Grebenstein, Helsa, Lohfelden und Baunatal sowie das Technische Hilfswerk aus Kassel und Wolfhagen die Rettungsarbeiten. Die Kita Fasanenhof war eine von insgesamt 165 städtischen Liegenschaften, die durch dieses Ereignis in Mitleidenschaft gezogen wurden.

Beteiligte Akteure und Institutionen

Die Wiederherstellung der Kita war eine Gemeinschaftsleistung zahlreicher Akteure. An der offiziellen Einweihung nahmen neben Bürgermeisterin Nicole Maisch auch die Stadtklimarätin Simone Fedderke sowie die Kita-Leiterinnen Claudia Beltrame und Christina Schwaiger teil. Die Planung und Umsetzung der Baumaßnahmen lag in der Verantwortung des städtischen Hochbauamtes unter der Leitung von Axel Jäger. Während der langen Sanierungsphase mussten alternative Lösungen für die Unterbringung der Kinder gefunden werden. Hierbei leisteten die Grundschule Fasanenhof sowie die Betriebskita „Sternchen“ der Daimler Truck AG, die von der Impuls Soziales Management GmbH betrieben wird, einen entscheidenden Beitrag. Die Stadt Kassel betonte ausdrücklich die Rolle der Eltern und Elternbeiräte, die den Prozess in dieser schwierigen Zeit unterstützten. Ohne das Zusammenrücken innerhalb der Grundschule und die Bereitschaft der Partner, Räumlichkeiten zur Verfügung zu stellen, wäre die Betreuung der Kinder während der dreijährigen Bauzeit nicht in dieser Form möglich gewesen. Die Koordination dieser unterschiedlichen Akteure war ein wesentlicher Faktor für den Erfolg des Projekts.

Einordnung der Sanierungsstrategie

Die Stadt Kassel verfolgt bei ihren Bauprojekten einen klaren Kurs: Die Ertüchtigung bestehender Bausubstanz wird oft gegenüber einem Abriss und Neubau bevorzugt, da sie als nachhaltiger gilt. Wie Axel Jäger vom Hochbauamt erläutert, ist dieser Ansatz jedoch mit besonderen Herausforderungen verbunden. Die Planer müssen sicherstellen, dass die Qualität des sanierten Gebäudes dem Standard eines Neubaus entspricht. Dies erfordert komplexe technische Lösungen, insbesondere bei der Verbindung von alten und neuen Bauteilen, um bauphysikalische Probleme wie Feuchtigkeit oder Wärmeverluste zu vermeiden. Im Fall der Kita Fasanenhof konnte man sich auf die inneren Werte konzentrieren, da die Außenhülle – namentlich Fenster und Türen – bereits vor dem Unwetter erneuert worden war. Den Berichten zufolge ist das Gebäude nun technisch auf einem Stand, der den aktuellen Anforderungen an Energieeffizienz und Nachhaltigkeit entspricht. Die Investition von rund 3,4 Millionen Euro wird somit nicht nur als Reparatur, sondern als Investition in die langfristige Zukunftsfähigkeit der sozialen Infrastruktur verstanden. Die Entscheidung, das Gebäude zu erhalten, spiegelt das Bestreben wider, Ressourcen zu schonen und gleichzeitig moderne Standards für die Kinderbetreuung zu schaffen.

Herausforderungen bei der Zeitplanung

Warum die Sanierung insgesamt drei Jahre in Anspruch nahm, ist ein Punkt, der im Kontext der städtischen Schadensbewältigung betrachtet werden muss. Nach dem Unwetter im Juni 2023 waren 27 städtische Gebäude und Freisportanlagen so stark beschädigt, dass sie gesperrt werden mussten. Die enorme Anzahl von 165 beschädigten Liegenschaften führte dazu, dass Gutachter und Handwerksbetriebe die Schäden nur sukzessive abarbeiten konnten. Die Planung für die Kita Fasanenhof konnte erst nach der Freigabe durch die Versicherung und die Gutachter Anfang 2024 offiziell ausgeschrieben werden. Die eigentliche Planungs- und Bauphase erstreckte sich dann von Anfang 2024 bis August 2026. Diese zeitliche Verzögerung war laut den Verantwortlichen der hohen Auslastung der Kapazitäten geschuldet. Während der gesamten Zeit in der Grundschule mussten zudem Anpassungsarbeiten vorgenommen werden, um den Schulbetrieb und die Kitabetreuung parallel zu ermöglichen. Diese doppelte Belastung für das Personal und die Kinder unterstreicht die Komplexität der Situation, die erst mit der Rückkehr in das eigene Gebäude vollständig beendet wurde.

Offene Fragen und verbleibende Arbeiten

Obwohl die Kita Fasanenhof nun wieder in Betrieb ist, sind noch nicht alle geplanten Maßnahmen vollständig abgeschlossen. Der Quelltext weist darauf hin, dass im Außenbereich noch ergänzende Arbeiten ausstehen. Konkret sind für den Zeitraum ab Oktober 2026 Baumbepflanzungen vorgesehen, um das Gelände weiter aufzuwerten. Zudem gibt es ein geplantes Beteiligungsprojekt, bei dem die Kinder gemeinsam die Mauer vor der Kita verschönern sollen. Welche weiteren Details dieses Projekt umfasst oder in welchem genauen Zeitrahmen die künstlerische Gestaltung der Mauer stattfinden soll, geht aus den vorliegenden Informationen nicht hervor. Ebenso bleibt offen, wie sich die Betriebskosten der neuen, technisch aufwendigen Heizungs- und Lüftungsanlage im Vergleich zum vorherigen Zustand entwickeln werden, obwohl die Energieeffizienz als Ziel explizit genannt wurde. Auch zur langfristigen Auslastung der 107 Betreuungsplätze gibt es keine detaillierten Aussagen, außer dass die Kapazität nun wieder voll zur Verfügung steht. Die baulichen Herausforderungen der Kombination von Altbestand und neuer Technik sind zwar im Grundsatz beschrieben, doch spezifische technische Details der Bauphysik werden nicht weiter ausgeführt.

Ausblick auf die weitere Nutzung

Mit der Wiedereröffnung kehrt für die Kinder und das pädagogische Team der Kita Fasanenhof ein Stück Normalität zurück. Die neuen Räumlichkeiten bieten nicht nur Schutz und Komfort, sondern auch neue Möglichkeiten für den pädagogischen Alltag. Besonders das Außengelände, das nun mit neuen Sonnensegeln für den Sandkasten ausgestattet wurde, lädt wieder zum Spielen ein. Die Kita-Leiterin Claudia Beltrame hob hervor, dass die „vielen kleinen Freiheiten“, die den Kindern in ihrer eigenen Kita wieder möglich sind, den Alltag bereichern. Die kommenden Monate werden durch die noch anstehenden Bepflanzungsarbeiten und das Beteiligungsprojekt zur Mauergestaltung geprägt sein, was den Kindern die Möglichkeit gibt, ihre Umgebung aktiv mitzugestalten. Die Stadt Kassel hat mit dem Abschluss der Generalsanierung ein Projekt beendet, das exemplarisch für den Umgang mit den Folgen extremer Wetterereignisse steht. Die Kombination aus technischer Modernisierung und der bewussten Erhaltung der Bausubstanz soll sicherstellen, dass die Kita Fasanenhof auch in den kommenden Jahren ein sicherer und zeitgemäßer Ort für die Betreuung der Jüngsten bleibt.

Quelle: https://www.kassel.de/pressemitteilungen/september/kita-fasanenhof.php