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Medienbericht - IW-Studie: Deutscher Arbeitsmarkt leidet unter dreifacher Migrationswende
Schlagzeilen · 28.07.2026 21:52

Medienbericht - IW-Studie: Deutscher Arbeitsmarkt leidet unter dreifacher Migrationswende

Kurz: Eine aktuelle IW-Studie warnt vor einer dreifachen Migrationswende, die das Fachkräftepotenzial in Deutschland drastisch reduziert und den Arbeitsmarkt belastet

Ein Wandel mit Folgen für den Wirtschaftsstandort

Der deutsche Arbeitsmarkt steht vor einer neuen Herausforderung: Laut einer aktuellen, noch unveröffentlichten Studie des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) sieht sich Deutschland mit einer sogenannten „dreifachen Migrationswende“ konfrontiert. Diese Entwicklung führt dazu, dass das für die künftige wirtschaftliche Stabilität essenzielle Fachkräftepotenzial spürbar schrumpft. Die Ergebnisse, über die zuerst die „Rheinische Post“ berichtete, verdeutlichen eine signifikante Verschiebung der demografischen und arbeitsmarktpolitischen Rahmenbedingungen.

Die drei Säulen der Migrationswende

Die IW-Analyse identifiziert drei zentrale Faktoren, die den Rückgang der Zuwanderung maßgeblich beeinflussen:

* **Rückgang der Asylanträge:** Die Zahl der Erstanträge von Asylsuchenden ist im Jahr 2025 auf 113.000 gesunken. Zum Vergleich: Im Jahr 2023 lag dieser Wert noch bei 329.000 Anträgen.

* **Rückwanderung aus EU-Staaten:** Es lässt sich eine verstärkte Tendenz beobachten, dass Menschen aus osteuropäischen EU-Mitgliedstaaten in ihre Heimatländer zurückkehren.

* **Abwanderung der Inländer:** In den vergangenen drei Jahren haben zudem vermehrt Menschen mit deutscher Staatsangehörigkeit das Land verlassen.

Diese drei Entwicklungen führen in der Summe zu einem deutlichen Einbruch der Netto-Zuwanderung. Während der Saldo zwischen Zu- und Abwanderung im Jahr 2023 noch bei 663.000 Personen lag, sank dieser Wert im Jahr 2025 auf 235.000 – ein Rückgang um mehr als die Hälfte innerhalb von nur zwei Jahren.

Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt und die Innovationskraft

Der Autor der Studie, Wido Geis-Thöne, zeichnet ein ernstes Bild der potenziellen Folgen. Sollte insbesondere die Abwanderung von hochqualifizierten Fachkräften anhalten, drohen gravierende Konsequenzen für die deutsche Wirtschaft. Die bereits bestehenden Engpässe auf dem Arbeitsmarkt könnten sich weiter verschärfen. Darüber hinaus warnt Geis-Thöne davor, dass die Innovationskraft des Landes sowie die längerfristigen Entwicklungspotenziale der Wirtschaft durch den Fachkräftemangel eingeschränkt werden könnten.

Strategien zur Standortsicherung

Um den negativen Auswirkungen dieser Migrationswende entgegenzuwirken, betont das IW die Notwendigkeit, Deutschland als Wohn- und Arbeitsort für internationale Fachkräfte attraktiver zu gestalten oder zumindest die bestehende Attraktivität zu bewahren.

Als konkrete Maßnahme schlägt das Institut vor, die Belastung durch Steuern und Abgaben zu begrenzen. Eine solche Entlastung könnte dazu beitragen, sowohl die Abwanderung hochqualifizierter Inländer zu bremsen als auch Deutschland im internationalen Wettbewerb um Talente konkurrenzfähiger zu machen. Die Studie unterstreicht damit die Dringlichkeit politischer Maßnahmen, um die strukturellen Probleme auf dem Arbeitsmarkt proaktiv anzugehen und die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Landes langfristig zu sichern.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/geschaftsmann-mann-person-sitzung-5511637/ · Foto: Mike van Schoonderwalt
Quelle: https://www.deutschlandfunk.de/iw-studie-deutscher-arbeitsmarkt-leidet-unter-dreifacher-migrationswende-100.html