Lieferengpässe beim MacBook Air M5
Wer aktuell den Erwerb eines MacBook Air M5 plant, muss sich unter Umständen auf eine längere Wartezeit einstellen. Der Apple Online Store zeigt für viele Konfigurationen des beliebten Notebooks deutlich verzögerte Liefertermine an, die teilweise bis in den September hineinreichen. In den physischen Apple Stores ist das Gerät vielerorts gar nicht oder nur in sehr begrenzten Stückzahlen vorrätig.
Diese Entwicklung kommt für den Konzern zur Unzeit, da das MacBook Air neben dem MacBook Neo zu den gefragtesten Modellen im Portfolio zählt. Die Engpässe treten zudem in einer Phase auf, in der Apple die Preise für seine Einstiegsmodelle bereits angehoben hat. Seit Ende Juni kostet das 13-Zoll-Modell in der Basisversion mindestens 1400 Euro statt der zuvor veranschlagten 1200 Euro.
Ursachen der Verfügbarkeitskrise
Die Gründe für die angespannte Liefersituation sind vielschichtig. Bereits in der vergangenen Woche hatte Apple-Chef Tim Cook vor möglichen Engpässen gewarnt. Als Hauptursache gilt eine anhaltende Krise bei der Verfügbarkeit von Arbeitsspeicher (RAM). Da RAM-Komponenten derzeit schwer zu beschaffen und zudem deutlich teurer geworden sind, ist die Produktion der Notebooks direkt betroffen.
Hinzu kommt eine Abhängigkeit von Fertigungskapazitäten bei TSMC. Der einzige Produzent der M-Chips ist durch die weltweit boomende Nachfrage im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) stark ausgelastet. Apple sieht sich hier mit einer ungewohnten Situation konfrontiert: Der Konzern muss sich bei der Zuteilung von Produktionskapazitäten hinten anstellen, was die Fertigung der M5-Chips und damit die Bereitstellung der MacBook-Air-Modelle massiv ausbremst.
Strategische Priorisierungen bei Apple
Berichten zufolge versucht Apple, die Auswirkungen der Krise durch eine gezielte Steuerung der Verkäufe abzufedern. So soll der Vertrieb des MacBook Pro M5 mit 14 Zoll priorisiert werden. Dies dürfte auch mit dem erwarteten Erscheinen eines Nachfolgemodells mit M6-Chip zusammenhängen, das für Oktober prognostiziert wird. Da das MacBook Pro mit einem Einstiegspreis von mindestens 2200 Euro jedoch deutlich teurer ist als das MacBook Air, stellt es für viele Kunden keine direkte Alternative dar.
Die Versuche des Unternehmens, zusätzliche Lieferanten für die benötigten Komponenten zu erschließen, blieben bisher ohne den gewünschten Erfolg. Da die Baureihe des MacBook Air M5 erst im März 2026 aktualisiert wurde, sind kurzfristig keine neuen Modellvarianten zu erwarten, die die Situation entspannen könnten.
Tipps für Interessenten
Für Kunden, die nicht auf das MacBook Air warten möchten, kann ein Blick über den Apple Online Store hinaus sinnvoll sein. Externe Händler verfügen teilweise noch über Lagerbestände, die eine schnellere Lieferung ermöglichen. Ein Vergleich der Angebote lohnt sich, wenngleich die Einsparpotenziale aufgrund der aktuellen Marktlage derzeit begrenzt sind. Je nach Modell und Farbvariante lassen sich bei Drittanbietern meist nur geringe Preisvorteile erzielen, doch die Verfügbarkeit ist hier das entscheidende Kriterium.
Die Gesamtsituation verdeutlicht die Anfälligkeit der Lieferketten für spezialisierte Hardwarekomponenten. Solange die Engpässe bei RAM und die hohe Auslastung der Chipfertigung anhalten, bleibt die Verfügbarkeit der betroffenen Apple-Modelle eine Herausforderung für den Konzern und seine Kunden.