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Liechtenstein: Hacker kopieren 31.000 Datensätze aus Wirtschaftsregister
Technik · 03.08.2026 12:35

Liechtenstein: Hacker kopieren 31.000 Datensätze aus Wirtschaftsregister

Kurz: Ein Hackerangriff auf das liechtensteinische Wirtschaftsregister hat zum Abfluss von 31.000 Datensätzen geführt. Die Regierung hat einen Krisenstab eingerichtet

Sicherheitsvorfall im Fürstentum

Das Fürstentum Liechtenstein sieht sich mit einem schwerwiegenden IT-Sicherheitsvorfall konfrontiert. Wie die Landesverwaltung offiziell mitteilte, wurde das Verzeichnis der wirtschaftlich berechtigten Personen (VwbP) Ziel eines gezielten Hackerangriffs. Dabei gelang es Unbekannten, Datensätze von rund 31.000 Rechtsträgern zu kopieren. Zu den betroffenen Einheiten zählen unter anderem Gesellschaften, Stiftungen sowie Treuhänderschaften.

Der Vorfall wurde am 30. Juli 2026 bemerkt, als das Amt für Justiz Unregelmäßigkeiten in den IT-Systemen feststellte. In einer umgehenden Reaktion wurde das Amt für Informatik eingeschaltet, welches das betroffene Verzeichnis umgehend vom Netz nahm, um weiteren Datenabfluss zu verhindern.

Umfang und Art der Kompromittierung

Nach derzeitigem Kenntnisstand der liechtensteinischen Behörden beschränkte sich die Aktion der Angreifer auf das Kopieren von Informationen. Es gibt bisher keine Hinweise darauf, dass Daten innerhalb des Registers manipuliert oder gelöscht wurden. Dennoch wiegt der Vorfall schwer, da das VwbP sensible Informationen über Personen enthält, die als wirtschaftlich Berechtigte hinter den registrierten Rechtsträgern stehen.

Die liechtensteinische Regierung wurde am 31. Juli 2026 über das Ausmaß des Angriffs in Kenntnis gesetzt. Nach Vorliegen erster gesicherter Erkenntnisse am 1. August 2026 wurde ein behördlicher Krisenstab ins Leben gerufen, um die Aufklärung des Vorfalls zu koordinieren.

Krisenmanagement und rechtliche Konsequenzen

Die Leitung des Krisenstabs liegt bei Regierungschefin Brigitte Haas sowie Justizminister Emanuel Schädler. Das Gremium hat die Aufgabe, die Hintergründe des Angriffs lückenlos zu analysieren und notwendige Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Ein zentraler Aspekt der Arbeit ist die Einhaltung der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Da personenbezogene Daten betroffen sind, ist die Regierung verpflichtet, die betroffenen Personen über den Vorfall zu informieren.

Für Anfragen von Betroffenen und Interessierten wurde eine zentrale Kontaktstelle eingerichtet. Anfragen können per E-Mail an die Adresse vwbpfragen@llv.li gerichtet werden.

Hintergrund und Kontext

Das Verzeichnis der wirtschaftlich berechtigten Personen wurde im Jahr 2021 eingeführt. Die primäre Zielsetzung dieses Registers liegt in der Prävention von Geldwäsche sowie der Bekämpfung von Terrorismusfinanzierung. Die Integrität dieser Daten ist somit von hoher staatlicher Relevanz.

Der Vorfall in Liechtenstein reiht sich in eine Serie von Angriffen auf staatliche Datenbanken in Europa ein. Ein Vergleichsfall ereignete sich in Rumänien, wo eine Katasterbehörde Ziel von Hackern wurde. Dort war die Auswirkung jedoch gravierender, da die Täter die gesamte Grundbuchdatenbank des Landes löschten. Im Gegensatz dazu scheint der Angriff in Liechtenstein primär auf den Diebstahl von Informationen ausgerichtet gewesen zu sein.

Die weiteren Schritte der Behörden konzentrieren sich nun auf die forensische Analyse der IT-Systeme und die Sicherstellung, dass derartige Schwachstellen künftig nicht mehr ausgenutzt werden können. Die Wiederinbetriebnahme des Registers ist an eine umfassende Sicherheitsprüfung geknüpft, um das Vertrauen in die digitale Infrastruktur des Landes zu wahren.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/retro-ms-dos-terminal-mit-tastaturbeleuchtung-37657434/ · Foto: Rafael Minguet Delgado
Quelle: https://www.golem.de/news/liechtenstein-hacker-kopieren-31-000-datensaetze-aus-wirtschaftsregister-2608-211538.html