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In nur zwei Tagen und für 200 Dollar: Vibe-Coder baut spielbaren WoW-Klon mit Claude
Technik · 08.08.2026 18:05

In nur zwei Tagen und für 200 Dollar: Vibe-Coder baut spielbaren WoW-Klon mit Claude

Kurz: Ein Entwickler hat mit der KI Claude Fable 5 in nur zwei Tagen ein spielbares MMORPG erschaffen. Wir zeigen, was hinter dem Projekt World of Claudecraft steckt.

Ein MMORPG aus der KI-Hand

Die Entwicklung eines MMORPGs wie World of Warcraft gilt traditionell als Mammutaufgabe, die hunderte Entwickler und jahrelange Arbeit erfordert. Ein sogenannter „Vibe-Coder“ hat nun ein Experiment gewagt, das diese Annahme in Frage stellt. Innerhalb von nur zwei Tagen erschuf er unter dem Namen „World of Claudecraft“ eine eigene, spielbare Version eines Online-Rollenspiels – und das mit einem Budget von lediglich 200 US-Dollar.

Der Entstehungsprozess mit Claude Fable 5

Als technisches Fundament diente die KI Claude Fable 5 von Anthropic. Der Entwickler nutzte für das Projekt etwa 91 Prozent seines monatlichen Max-20x-Abonnements, das mit 200 Dollar zu Buche schlägt. Der Prozess verlief dabei weitgehend automatisiert: Zunächst programmierte die KI die grundlegende Spiellogik. Im Anschluss suchte das System eigenständig im Internet nach frei verfügbaren Assets, um die visuelle Gestaltung des Spiels umzusetzen.

Das Resultat ist ein Projekt, das sowohl im Browser online als auch offline gespielt werden kann. Wer das Spiel lokal hosten möchte, findet den entsprechenden Open-Source-Code sowie eine Anleitung auf GitHub. Ein wichtiger Hinweis für Nutzer: Im Offline-Modus werden Spielfortschritte derzeit nicht gespeichert.

Umfang und Spielmechaniken

Trotz der kurzen Entwicklungszeit bietet World of Claudecraft überraschend viele Funktionen, die an etablierte Genre-Vertreter erinnern:

* **Klassensystem:** Es stehen neun verschiedene Klassen zur Auswahl, darunter klassische Rollen wie Krieger, Paladin, Magier und Priester.

* **Spezialisierungen:** Spieler können zwischen den Rollen Tank, Heiler oder Schadensausteiler (DPS) wählen.

* **Inhalte:** Das Spiel umfasst drei Areale und eine durch die KI generierte Questreihe, die insgesamt 90 Teilaufgaben umfasst.

* **Gruppenaktivitäten:** Nach Abschluss der Hauptgeschichte können Spieler sich in kleinen Raids mit bis zu zehn Personen zusammenschließen.

Grenzen der KI-Entwicklung

Obwohl das Projekt als beeindruckender „Proof of Concept“ gilt, zeigen sich deutliche Unterschiede zu kommerziellen Produktionen wie dem Blizzard-Original. Die grafische Gestaltung und der Detailgrad erreichen bei weitem nicht das Niveau großer MMORPGs. Zudem berichten Nutzer von regelmäßigen Performance-Problemen.

Ein weiterer Kritikpunkt erfahrener Entwickler betrifft die Code-Qualität. Wie es bei KI-generierten Projekten häufig der Fall ist, wird der Programmcode als unstrukturiert und chaotisch beschrieben. Dies erschwert die Wartung und Weiterentwicklung durch andere Personen erheblich.

Perspektiven und Community-Beteiligung

Der Initiator des Projekts zeigt sich dennoch beeindruckt von den Möglichkeiten der KI. Besonders bemerkenswert fand er, dass die KI Funktionen implementierte, die er gar nicht explizit angefordert hatte. Für ihn ist das Projekt ein Ausgangspunkt für eine intensivere Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine.

Da der Code als Open-Source zur Verfügung steht, hofft der Entwickler auf Unterstützung aus der Community. Interessierte sind dazu aufgerufen, den Code zu verbessern und eigene Beiträge in Form von Pull-Requests einzureichen. Die Zukunft von World of Claudecraft hängt nun davon ab, ob es der Community gelingt, das KI-generierte Grundgerüst zu stabilisieren und inhaltlich auszubauen.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/nahaufnahme-eines-computerbildschirms-mit-code-reflexion-34804023/ · Foto: Daniil Komov
Quelle: https://t3n.de/news/world-of-claudecraft-in-2-tagen-1749653/?utm_source=rss&utm_medium=newsFeed&utm_campaign=newsFeed