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Hitzerekorde in Westeuropa: Juni und Juli so heiß wie nie
Schlagzeilen · 10.08.2026 05:33

Hitzerekorde in Westeuropa: Juni und Juli so heiß wie nie

Kurz: Westeuropa erlebte im Juni und Juli die heißesten Monate seit Beginn der Aufzeichnungen. Copernicus-Daten zeigen zudem Rekordtemperaturen in den Weltmeeren.

Rekordtemperaturen in Westeuropa

Die Sommermonate Juni und Juli 2026 markieren einen historischen Wendepunkt in der Klimastatistik für Westeuropa. Nach Angaben des EU-Klimawandeldienstes Copernicus verzeichnete die Region, zu der auch Deutschland gehört, die höchsten Durchschnittstemperaturen seit Beginn der systematischen Aufzeichnungen. Mit einem Mittelwert von 21,62 Grad lag die Temperatur in diesem Zeitraum 2,79 Grad über dem langjährigen Durchschnitt der Jahre 1991 bis 2020.

Die Daten verdeutlichen jedoch ein regionales Gefälle. Während der Südwesten Deutschlands und Teile Westeuropas unter extremer Hitze litten, blieben der Nordosten Deutschlands sowie Skandinavien und Osteuropa vergleichsweise kühler. Besonders außergewöhnlich ist laut Copernicus die Dauerhaftigkeit der Hitzewellen: Seit Mai wurden in der Region bereits vier solcher Ereignisse registriert.

Wechselwirkung zwischen Hitze und Trockenheit

Ein zentrales Merkmal dieses Sommers ist die anhaltende Trockenheit, die weite Teile Frankreichs, Deutschlands, Österreichs, Ungarns und Großbritanniens sowie die iberische Halbinsel betrifft. Die Bodenfeuchtigkeit sank im Juli auf Werte, die den Dürre-Sommer 2022 noch unterboten haben.

Experten wie Samantha Burgess, strategische Leiterin für Klima bei Copernicus, betonen den verstärkenden Effekt dieses Phänomens: Wenn Böden austrocknen, verlieren sie ihre natürliche Kühlfunktion. Dies führt dazu, dass sich die Umgebungsluft noch schneller und stärker aufheizen kann. Hitze und Dürre befeuern sich somit gegenseitig. Diese Entwicklung spiegelt sich auch in den Wasserständen bedeutender europäischer Flüsse wider. Insbesondere Rhein, Donau und Seine verzeichneten Pegelstände, die deutlich unter dem langjährigen Mittel liegen und teilweise außergewöhnlich niedrige Werte erreichten.

Globale Auswirkungen und Meereserwärmung

Nicht nur auf dem Festland, sondern auch in den Weltmeeren wurden neue Höchstwerte gemessen. Die Meeresoberflächentemperatur außerhalb der Polarregionen erreichte im Juli einen Durchschnitt von 20,96 Grad und übertraf damit den bisherigen Rekord aus dem Juli 2023. Ein treibender Faktor für diese Entwicklung ist das Klimaphänomen El Niño im äquatornahen Pazifik, dessen Einfluss in den kommenden Monaten voraussichtlich weiter zunehmen wird.

Global betrachtet war der Juli 2026 mit einer Durchschnittstemperatur von etwa 16,90 Grad der zweitwärmste Juli seit Messbeginn, knapp hinter dem Rekordhalter aus dem Jahr 2023. Im Vergleich zum vorindustriellen Niveau lag die globale Temperatur um 1,47 Grad höher.

Gesundheitliche Folgen und politische Forderungen

Die gesundheitlichen Auswirkungen der anhaltenden Hitzewellen sind gravierend. Schätzungen des Robert-Koch-Instituts zufolge sind in diesem Sommer bereits 11.900 Menschen an den direkten oder indirekten Folgen der Hitze verstorben, wobei allein innerhalb einer Woche rund 9.600 Todesfälle verzeichnet wurden.

Angesichts dieser Zahlen wächst der politische Druck. Über 80 europäische Gesundheitsorganisationen haben sich zusammengeschlossen, um ein entschlosseneres Handeln der Europäischen Union beim Hitzeschutz einzufordern. Die Diskussion über präventive Maßnahmen und eine Anpassung an die veränderten klimatischen Bedingungen gewinnt damit weiter an Bedeutung.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/protest-gegen-russische-gesetze-in-tiflis-georgien-31582768/ · Foto: Ramaz Bluashvili
Quelle: https://www.zdfheute.de/panorama/hitze-rekord-westeuropa-klima-copernicus-trockenheit-meere-100.html