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EU-Klimadienst - "Copernicus" misst den heißesten Sommer der Geschichte in Westeuropa
Schlagzeilen · 10.08.2026 04:57

EU-Klimadienst - "Copernicus" misst den heißesten Sommer der Geschichte in Westeuropa

Kurz: Der EU-Klimadienst Copernicus verzeichnet für Juni und Juli in Westeuropa Rekordtemperaturen. Auch die Weltmeere erreichen ein historisches Hitzemaß.

Historische Höchstwerte in Westeuropa

Der europäische Sommer 2026 geht als Rekordzeit in die meteorologischen Annalen ein. Wie das EU-Klimabeobachtungsprogramm „Copernicus“ mit Sitz in Bonn bekannt gab, erreichten die Temperaturen in Westeuropa im Juni und Juli ein bisher unerreichtes Niveau. Seit Beginn der systematischen Aufzeichnungen wurden in diesem Zeitraum keine höheren Werte gemessen.

Die statistische Auswertung verdeutlicht das Ausmaß der Erwärmung: Die Durchschnittstemperatur in der Region lag bei 21,62 Grad Celsius. Damit wurde der langjährige Referenzwert um 2,79 Grad überschritten. Diese Abweichung unterstreicht die Intensität der diesjährigen sommerlichen Hitzeperiode.

Eine außergewöhnliche Serie von Hitzewellen

Besonders auffällig ist laut den Experten von Copernicus die Häufung extremer Wetterereignisse. Allein im Juli registrierten die Meteorologen die dritte und vierte Hitzewelle seit Beginn des Monats Mai. Eine derartige Serie von aufeinanderfolgenden Hitzeereignissen innerhalb eines so kurzen Zeitraums wird von den Fachleuten als außergewöhnlich eingestuft.

Rekordtemperaturen in den Weltmeeren

Nicht nur an Land, sondern auch in den globalen Ozeanen zeichnet sich eine besorgniserregende Entwicklung ab. Mit Ausnahme der Polargebiete waren die Weltmeere im Juli so warm wie nie zuvor zu dieser Jahreszeit. Die durchschnittliche Meeresoberflächentemperatur kletterte auf 20,96 Grad Celsius.

Dieser Wert markiert einen neuen Höchststand und übertrifft den bisherigen Rekord aus dem Juli 2023, der bei 20,89 Grad lag. Die Erwärmung der Ozeane gilt als ein kritischer Indikator für den globalen Klimazustand, da Meere große Mengen an Wärmeenergie speichern und das globale Klimasystem maßgeblich beeinflussen.

Einflussfaktoren und Ausblick

Die Wissenschaftler führen die aktuelle Hitzewelle auf ein komplexes Zusammenspiel verschiedener Faktoren zurück. Neben den beobachteten atmosphärischen Hitzewellen spielt das Klimaphänomen El Niño im tropischen Pazifik eine zentrale Rolle. El Niño ist bekannt dafür, die globalen Durchschnittstemperaturen zu beeinflussen.

Nach Einschätzung der Copernicus-Experten ist davon auszugehen, dass sich der Einfluss von El Niño in den kommenden Monaten weiter verstärken wird. Dies deutet darauf hin, dass die klimatischen Herausforderungen und die damit verbundenen Wetterextreme auch im weiteren Verlauf des Jahres anhalten könnten. Die Datenlage verdeutlicht die Dynamik des aktuellen Klimageschehens, wobei die Kombination aus regionalen Hitzewellen und der globalen Erwärmung der Ozeane für die Forschung von besonderem Interesse bleibt.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/landschaft-gebaude-blauer-himmel-deutschland-13550553/ · Foto: Timo Volz
Quelle: https://www.deutschlandfunk.de/copernicus-misst-den-heissesten-sommer-der-geschichte-in-westeuropa-100.html