Was geschehen ist – die Kernmeldung zur Weltstillwoche
Die Stadt Kassel nimmt die diesjährige Weltstillwoche zum Anlass, um mit gezielten Aktionen das Stillen von Säuglingen in den Mittelpunkt des öffentlichen Interesses zu rücken. Unter dem bundesweiten Motto „Stillen. Deine Superkraft.“ startet die Aktionswoche offiziell am Montag, den 28. September 2026. Ziel der städtischen Initiativen ist es, das Stillen als natürliche und gesunde Ernährungsform für Babys zu fördern und Müttern dabei unterstützend zur Seite zu stehen. Die Stadt Kassel hat hierfür ein Programm zusammengestellt, das sowohl den informativen Austausch als auch die gesellschaftliche Sichtbarkeit stillender Mütter im öffentlichen Raum adressiert. Dabei arbeiten verschiedene städtische Institutionen und externe Fachverbände eng zusammen, um ein breites Spektrum an Hilfsangeboten und Begegnungsmöglichkeiten zu schaffen. Die Veranstaltungen richten sich nicht nur an stillende Frauen, sondern ausdrücklich auch an Familien, Unterstützer und alle Interessierten, die sich über die Bedeutung und Praxis des Stillens informieren möchten. Mit diesem Engagement möchte Kassel einen Beitrag dazu leisten, Stillen als festen Bestandteil des Familienalltags zu etablieren und Hemmschwellen abzubauen, die in der Öffentlichkeit mitunter noch bestehen.
Die Einzelheiten – Termine, Orte und Akteure
Der Auftakt der Kasseler Aktivitäten findet am Montag, dem 28. September, statt. In Kooperation mit dem Mädchenzentrum Malala in der Mittelgasse 22 bietet die Stadt von 10:00 Uhr bis 12:00 Uhr ein spezielles Still-Café an. Dieses Angebot richtet sich gezielt an Schwangere sowie bereits stillende Mütter, um in einem geschützten Rahmen Erfahrungen auszutauschen. Ein besonderer Aspekt dieses Termins ist die fachliche Begleitung durch eine Hebamme, die für individuelle Fragen zur Verfügung steht. Um eine möglichst breite Zielgruppe zu erreichen, ist die Kommunikation vor Ort mehrsprachig ausgelegt: Beratungen können in Arabisch, Tigrinya, Amharisch, Englisch, Somali und Deutsch erfolgen. Am darauffolgenden Dienstag, dem 29. September, folgt um 16:30 Uhr eine weitere Aktion: Ein gemeinsames Foto auf der Rathaustreppe. Hierzu sind alle stillenden Mütter, Familien und Interessierte eingeladen. Das Bild soll als Motiv für eine zukünftige Postkarte des Präventionsangebotes „Willkommen von Anfang an“ dienen. Organisatorisch verantwortlich für diese Aktion ist Petra Haas, die als Koordinatorin des Präventionsangebotes fungiert und für Rückfragen per E-Mail unter petra.haas@kassel.de erreichbar ist. Neben diesen Terminen bieten Infostände die Möglichkeit zum persönlichen Austausch.
Hintergrund – Ursprung und Bedeutung der Aktionswoche
Die Weltstillwoche ist keineswegs ein neues Phänomen, sondern blickt auf eine lange Tradition zurück. Seit 1991 wird sie jährlich in mittlerweile 120 Ländern weltweit begangen. Organisiert wird die Kampagne von der World Alliance for Breastfeeding Action, kurz Waba. Sie gilt als die größte gemeinsame Initiative von Organisationen, die sich der Stillförderung verschrieben haben, darunter namhafte Institutionen wie UNICEF und die Weltgesundheitsorganisation WHO. In Deutschland ist der Zeitpunkt der Aktionswoche kein Zufall: Sie findet stets in der 40. Kalenderwoche eines Jahres statt. Diese zeitliche Festlegung ist symbolisch gewählt, da eine durchschnittliche menschliche Schwangerschaft ebenfalls etwa 40 Wochen dauert. Das übergeordnete Ziel der weltweiten Bewegung ist es seit über drei Jahrzehnten, Stillen als die optimale Ernährungsform für Säuglinge zu etablieren und das Bewusstsein für die gesundheitlichen Vorteile für Mutter und Kind zu schärfen. Die Stadt Kassel greift diesen internationalen Impuls auf, um lokal die Vernetzung zwischen Familien und fachlicher Unterstützung zu stärken und das Thema Stillen aus der privaten Sphäre stärker in den gesellschaftlichen Diskurs zu integrieren.
Die Beteiligten – Institutionen und Netzwerke
Die Umsetzung der Kasseler Aktionen zur Weltstillwoche ist das Ergebnis einer engen Kooperation verschiedener Akteure. Federführend ist das Präventionsangebot „Willkommen von Anfang an“ des Gesundheitsamtes Region Kassel. Dieses Angebot dient als zentrale Schnittstelle für Familien und vermittelt bei Bedarf den Kontakt zu Hebammenpraxen, freiberuflichen Hebammen sowie spezialisierten Stillberaterinnen. Unterstützt wird das Gesundheitsamt dabei durch die Gesundheit Nordhessen Holding. Zudem sind zwei Fachverbände maßgeblich an der Gestaltung und fachlichen Ausrichtung beteiligt: Die La Leche Liga Deutschland e.V. sowie der Berufsverband Deutscher Laktoseberaterinnen IBCLC e.V. Diese Organisationen bringen ihre Expertise ein, um sicherzustellen, dass die angebotenen Informationen fundiert und praxisnah sind. Auch das Mädchenzentrum Malala fungiert als wichtiger Partner, indem es Räumlichkeiten für das Still-Café zur Verfügung stellt und damit einen niedrigschwelligen Zugang für Frauen schafft. Durch diese Bündelung der Kräfte von städtischen Behörden, medizinischen Dienstleistern und spezialisierten Fachverbänden entsteht ein Netzwerk, das Familien über die reine Aktionswoche hinaus langfristig begleiten kann.
Einordnung – Stillen als gesellschaftliches Thema
Den Berichten zufolge ist die Sichtbarkeit des Stillens im öffentlichen Raum ein zentrales Anliegen der Kasseler Kampagne. Einzuordnen ist das so, dass Stillen nicht nur eine gesundheitliche Entscheidung der Mutter ist, sondern auch eine gesellschaftliche Akzeptanz benötigt. Die Stadt Kassel geht hierbei proaktiv vor, indem sie nicht nur temporäre Aktionen wie das Foto auf der Rathaustreppe organisiert, sondern auch dauerhafte Strukturen schafft. Ein wesentlicher Baustein ist hierbei die Übersichtskarte „Stillorte“ auf der städtischen Webseite, die Orte markiert, an denen Kinder in der Öffentlichkeit gestillt oder mit der Flasche gefüttert werden können. Dass Geschäfte, Gastronomiebetriebe und Institutionen im gesamten Stadtgebiet durch spezielle „Stillen willkommen“-Aufkleber ihre Bereitschaft signalisieren, Frauen und Sorgeberechtigten Raum zu bieten, ist ein deutliches Zeichen für eine wachsende Stillfreundlichkeit in der Stadt. Diese Maßnahmen zielen darauf ab, die Hemmschwelle für Eltern zu senken, sich mit ihren Kindern frei im öffentlichen Raum zu bewegen, ohne sich aufgrund des Stillbedürfnisses ihrer Säuglinge eingeschränkt zu fühlen.
Offene Fragen – Was bleibt unbeantwortet?
Obwohl das Programm für die Weltstillwoche in Kassel detailliert dargelegt wird, bleiben einige Aspekte offen. So geht aus dem Quelltext nicht hervor, wie viele dieser „Stillorte“ aktuell in der Stadt registriert sind oder ob es eine laufende Kampagne gibt, um weitere Betriebe zur Teilnahme an dem Aufkleber-Programm zu gewinnen. Auch bleibt unklar, ob über die Weltstillwoche hinaus weitere regelmäßige Still-Cafés oder ähnliche niedrigschwellige Treffpunkte durch die Stadt oder ihre Kooperationspartner dauerhaft etabliert werden sollen. Ebenso wenig wird thematisiert, welche konkreten finanziellen Mittel für die Kampagne aufgewendet werden oder ob es eine wissenschaftliche Evaluation der Reichweite dieser Präventionsangebote gibt. Die Frage, wie die Resonanz auf ähnliche Aktionen in den Vorjahren war, wird im Text nicht beantwortet. Auch bleibt offen, ob das Angebot der mehrsprachigen Beratung im Still-Café ein dauerhafter Standard bei den Beratungsleistungen des Gesundheitsamtes ist oder ob dies eine spezifische Ergänzung für die Aktionswoche darstellt, die über die regulären Kapazitäten hinausgeht.
Wie es weitergeht – Ausblick und langfristige Angebote
Die Weltstillwoche bildet den Rahmen für die aktuellen Aktivitäten, doch die Unterstützung für Familien in Kassel ist als kontinuierlicher Prozess angelegt. Das Präventionsangebot „Willkommen von Anfang an“ bleibt auch nach dem Ende der Aktionswoche eine feste Anlaufstelle für Eltern. Interessierte können sich jederzeit über die Webseite der Stadt Kassel informieren, wo weiterführende Informationen zum Stillen sowie die bereits erwähnte Übersichtskarte der stillfreundlichen Orte dauerhaft zur Verfügung stehen. Die Stadt Kassel setzt darauf, dass durch die Aktionen der Weltstillwoche das Bewusstsein für die bestehenden Beratungsangebote – insbesondere die Vermittlung zu Hebammen und Stillberaterinnen – nachhaltig gestärkt wird. Die Koordination durch Petra Haas stellt sicher, dass auch nach Abschluss der aktuellen Kampagne eine Ansprechpartnerin für die Anliegen der Familien vorhanden bleibt. Die Stadt signalisiert damit, dass die Förderung des Stillens ein langfristiges Ziel ihrer gesundheitspolitischen Präventionsarbeit ist, das über eine einmalige Veranstaltungswoche hinausgeht und durch die Vernetzung mit lokalen Partnern stetig weiterentwickelt werden soll.