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heise+ | Disney+ gegen InterDigital: Warum 4K-Streaming wegen eines Patents ausfiel
Technik · 10.08.2026 12:00

heise+ | Disney+ gegen InterDigital: Warum 4K-Streaming wegen eines Patents ausfiel

Kurz: Disney+ hat in Deutschland die Unterstützung für 4K und HDR ausgesetzt. Ein Patentstreit mit InterDigital ist der Grund für die eingeschränkte Bildqualität.

Ein herber Rückschlag für Nutzer von Disney+

Die Enttäuschung bei vielen Abonnenten von Disney+ in Deutschland ist groß. Was schleichend begann – etwa mit der Entfernung von Dolby Vision, HDR10+ und 3D-Inhalten Anfang des Jahres – hat Ende Juli einen neuen Tiefpunkt erreicht. Selbst Kunden, die ein Premium-Abonnement für monatlich 15,99 Euro oder jährlich 159,90 Euro bezahlen, erhalten derzeit Filme und Serien bestenfalls in Full-HD-Auflösung. Auf hochauflösende 4K-Bilder und den erweiterten Kontrastumfang HDR müssen Nutzer vorerst verzichten.

Die Begründung: Ein Patentstreit erzwingt den Verzicht

Disney hat auf die anhaltende Kritik reagiert und eine offizielle Stellungnahme veröffentlicht. Demnach ist ein aktuelles Gerichtsurteil für die Einschränkungen verantwortlich. Das Unternehmen gibt an, aufgrund einer rechtlichen Auseinandersetzung bezüglich der Technologie zur Bereitstellung von 4K UHD und HDR gezwungen gewesen zu sein, diese Funktionen in Deutschland zu deaktivieren. Laut Disney arbeitet man intensiv daran, die volle Unterstützung so schnell wie möglich wiederherzustellen.

Der Hintergrund: HEVC und InterDigital

Im Zentrum des Konflikts steht der Patentverwerter InterDigital. Die juristische Auseinandersetzung dreht sich um Patente, die für die Videokompression relevant sind. Der Standard HEVC (High Efficiency Video Coding), der für die Übertragung hochauflösender Inhalte essenziell ist, spielt hierbei eine zentrale Rolle.

Die Frage, wie ein einzelnes Patent auf die Videokompression dazu führen kann, dass ein gesamter Streamingdienst die Auslieferung von 4K-Inhalten einstellt, ist für viele Nutzer schwer nachvollziehbar. Experten und Gerichtsakten deuten darauf hin, dass die rechtliche Situation den Einsatz der entsprechenden Codecs in der aktuellen Form untersagt oder mit unzumutbaren Auflagen belegt hat. Dies zwingt den Streaming-Anbieter dazu, auf technisch weniger anspruchsvolle Formate auszuweichen, um den Dienst in Deutschland überhaupt weiter anbieten zu können.

Was bedeutet das für die Zukunft?

Die aktuelle Situation verdeutlicht die Abhängigkeit von Streaming-Plattformen von komplexen Lizenzvereinbarungen. Sobald die zugrunde liegenden Patente rechtlich angegriffen werden oder die Lizenzgebühren strittig sind, können Endnutzer unmittelbar von den Folgen betroffen sein.

Für Disney+ bedeutet dies eine Phase der Unsicherheit. Da das Unternehmen betont, an einer schnellen Lösung zu arbeiten, bleibt abzuwarten, ob neue Lizenzverträge geschlossen werden oder ob technische Anpassungen am Streaming-Protokoll notwendig sind, um die Patente von InterDigital zu umgehen. Bis dahin bleibt das Premium-Abonnement in Deutschland in seinem Funktionsumfang deutlich eingeschränkt, was die Frage nach einer möglichen Kompensation für betroffene Kunden aufwirft.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/38862874/ · Foto: Ann H
Quelle: https://www.heise.de/hintergrund/Disney-gegen-InterDigital-Warum-4K-Streaming-wegen-eines-Patents-ausfiel-11394942.html?wt_mc=rss.red.ho.ho.atom.beitrag_plus.beitrag_plus