Ein neues Angebot für Frauen in der IT-Branche
Das Medienhaus heise hat mit den sogenannten „Women in Tech Impact Labs“ eine neue Workshopreihe ins Leben gerufen, die sich gezielt an Frauen in technischen Berufsfeldern richtet. Das Programm wurde konzipiert, um eine bisher bestehende Lücke in der klassischen technischen Ausbildung zu schließen. Während in IT-Studiengängen und technischen Ausbildungswegen die fachliche Exzellenz meist im Vordergrund steht, kommen Soft Skills wie Kommunikation, Durchsetzungsvermögen in Meetings oder strategische Verhandlungstechniken oft zu kurz. Die Workshopreihe soll hier ansetzen und den Teilnehmerinnen Werkzeuge an die Hand geben, um ihre berufliche Sichtbarkeit zu erhöhen und ihren Handlungsspielraum in männerdominierten Arbeitsumfeldern aktiv zu vergrößern. Das Format ist als interaktive Online-Veranstaltung konzipiert, bei der der Austausch und die praktische Anwendung im Vordergrund stehen. Die Reihe startet im Oktober 2026 und umfasst zwei spezifische Termine, die jeweils unterschiedliche Schwerpunkte in der beruflichen Weiterentwicklung behandeln. Zielgruppe sind Frauen aus allen Bereichen der Technologie, IT und Cybersecurity, wobei das Angebot sowohl Nachwuchstalente als auch bereits erfahrene Führungskräfte ansprechen soll. Die Begrenzung der Teilnehmerzahl auf maximal 20 Personen pro Workshop soll einen intensiven Austausch und eine individuelle Betreuung gewährleisten, die über die reine Wissensvermittlung hinausgeht.
Struktur und inhaltliche Schwerpunkte der Workshops
Die Workshopreihe gliedert sich in zwei thematisch in sich geschlossene Einheiten, die im Abstand von zwei Monaten stattfinden. Der erste Termin ist für den 9. Oktober 2026 angesetzt und trägt den Titel „Souverän in der Männerdomäne – Kommunikation & Präsenz“. Hierbei liegt der Fokus auf der Dynamik in Meetings und Videokonferenzen. Die Teilnehmerinnen lernen, wie sie Status-Spiele erkennen und aktiv steuern können, wobei Begriffe wie „High Talk“ und „Low Talk“ eine Rolle spielen. Zudem werden Techniken vermittelt, wie man in einer von Männern dominierten Umgebung den nötigen Raum einnimmt und sich gegen häufige Unterbrechungen zur Wehr setzt. Der zweite Termin folgt am 4. Dezember 2026 unter dem Titel „Die Kunst der Verhandlung & strategische Selbstvermarktung“. Dieser Workshop widmet sich der Psychologie der Verhandlung im IT-Kontext. Ein zentrales Ziel ist es, den eigenen Marktwert präzise zu definieren und diesen in Gehaltsverhandlungen oder bei der Projektakquise souverän zu vertreten. Die Teilnehmerinnen erarbeiten hierbei einen individuellen Argumentations-Leitfaden, der direkt für anstehende Personalgespräche genutzt werden kann. Auch der Umgang mit schwierigen Einwänden und sogenannten „Killerphrasen“ wird intensiv trainiert, um die Teilnehmerinnen auf kritische Situationen vorzubereiten.
Der methodische Ansatz und die Rolle der Expertin
Was das Format der Impact Labs besonders macht, ist der konsequente Praxisbezug. Es handelt sich nicht um reine Vortragsveranstaltungen, sondern um Arbeitsgruppen, in denen die Teilnehmerinnen konkrete Fragestellungen aus ihrem eigenen beruflichen Alltag einbringen. Gemeinsam mit der Workshopleitung und in der Gruppe werden Lösungen entwickelt, die unmittelbar im Job angewendet werden können. Geleitet werden beide Termine von Fenna zur Horst. Sie ist eine zertifizierte Business-Coachin und Trainerin, die zudem über einen Hintergrund als Betriebs- und Kommunikationswirtin verfügt. Zur Horst bringt eine langjährige Führungserfahrung aus sowohl Konzernstrukturen als auch dem Mittelstand mit, was sie dazu befähigt, die spezifischen Herausforderungen der Teilnehmerinnen aus unterschiedlichen Unternehmensgrößen zu verstehen. Durch ihre Expertise stellt sie sicher, dass die theoretischen Konzepte der Kommunikation und Verhandlungsführung in die Realität der IT-Branche übersetzt werden. Die Kombination aus ihrer fachlichen Qualifikation und der moderierten Gruppenarbeit soll sicherstellen, dass die Teilnehmerinnen nicht nur theoretisches Wissen mitnehmen, sondern ihre erlernten Fähigkeiten direkt in ihrem beruflichen Umfeld anwenden können.
Rahmenbedingungen und die Community-Anbindung
Die Organisation der Workshops ist auf eine digitale Durchführung ausgelegt. Alle Termine finden online via Zoom statt, um eine Teilnahme unabhängig vom Standort zu ermöglichen. Um den hohen Anspruch an die Qualität des Austauschs und die individuelle Betreuung zu halten, ist die Gruppengröße auf maximal 20 Personen limitiert. Dies soll sicherstellen, dass jede Teilnehmerin ausreichend Raum für ihre persönlichen Anliegen und Fallbeispiele erhält. Ergänzend zu den Workshops selbst bietet heise den Teilnehmerinnen den Zugang zur „heise Women in Tech Community“, die bereits rund 900 Mitglieder umfasst. Dieser digitale Raum dient der Vernetzung über die Workshop-Zeiten hinaus und ermöglicht einen kontinuierlichen Austausch unter Gleichgesinnten. Die Finanzierung der Teilnahme ist so gestaltet, dass sie sich in vielen Fällen über das betriebliche Weiterbildungsbudget der Arbeitgeber abrechnen lässt. Interessierte Teilnehmerinnen werden dazu angehalten, vor der Buchung Rücksprache mit ihrer jeweiligen Führungskraft oder der Personalabteilung zu halten, um die Kostenübernahme zu klären. Gesponsert werden die beiden Termine durch Huawei, was die Bedeutung der Förderung von Frauen in technischen Berufen unterstreicht.
Einordnung der Initiative im Kontext der IT-Arbeitswelt
Einzuordnen ist dieses Angebot als Reaktion auf die anhaltende Unterrepräsentation von Frauen in Führungspositionen und technischen Kernbereichen der IT. Den Berichten zufolge ist die fachliche Exzellenz in der heutigen Arbeitswelt zwar eine Grundvoraussetzung, aber eben nicht das einzige Kriterium für den beruflichen Aufstieg. Die Tatsache, dass heise diese Workshops anbietet, unterstreicht die Erkenntnis, dass soziale Kompetenzen und strategisches Auftreten in einer Branche, die traditionell stark von männlichen Kommunikationsmustern geprägt ist, einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil darstellen. Dass hierbei explizit Themen wie „Killerphrasen“ und die eigene Sichtbarkeit in Meetings adressiert werden, zeigt, dass die Veranstalter die strukturellen Hürden ernst nehmen, mit denen Frauen in Tech-Teams täglich konfrontiert sind. Die Verknüpfung von Coaching-Elementen mit einer bestehenden Community deutet darauf hin, dass es nicht nur um eine einmalige Wissensvermittlung geht, sondern um die langfristige Stärkung eines Netzwerks. Dies ist ein wichtiger Baustein, um die Unternehmenskultur in IT-Firmen nachhaltig zu verändern, indem Frauen befähigt werden, ihre Interessen selbstbewusster zu vertreten und ihre Karrieren strategisch zu planen.
Offene Fragen und verbleibende Unklarheiten
Trotz der detaillierten Informationen zu den Inhalten und der methodischen Ausrichtung gibt es einige Aspekte, die der Quelltext nicht explizit beantwortet. So bleibt beispielsweise unklar, wie hoch die genauen Teilnahmegebühren für die einzelnen Workshops sind, da hier lediglich auf den Ticketshop verwiesen wird. Auch die Frage, ob die Workshops als zusammenhängende Reihe konzipiert sind oder unabhängig voneinander gebucht werden können, wird nicht explizit geklärt, wenngleich die thematische Trennung eine Einzelbuchung nahelegt. Zudem fehlen Informationen darüber, ob nach dem Dezember-Termin weitere Workshops geplant sind oder ob es sich um ein einmaliges Pilotprojekt handelt. Auch die Kriterien für die Auswahl der Teilnehmerinnen innerhalb der 20 verfügbaren Plätze werden nicht näher erläutert – es bleibt offen, ob es ein „First-come, first-served“-Prinzip gibt oder ob eine inhaltliche Auswahl stattfindet. Ebenso wenig wird spezifiziert, inwieweit die Teilnehmerinnen die Workshops aktiv mitgestalten können, bevor diese beginnen, etwa durch das Einreichen von anonymisierten Fallbeispielen im Vorfeld. Diese Lücken in der Informationslage könnten für potenzielle Interessentinnen relevant sein, die vor einer Entscheidung für eine Kostenübernahme durch den Arbeitgeber stehen.
Ausblick auf den weiteren Ablauf und die Buchung
Die nächsten Schritte für interessierte Frauen sind klar definiert: Die Buchung der Teilnahme erfolgt über den offiziellen Ticketshop von heise. Da die Plätze auf 20 Personen pro Termin begrenzt sind, ist eine zeitnahe Anmeldung ratsam, um sich einen der begehrten Plätze zu sichern. Nach der Buchung steht für die Teilnehmerinnen die Abstimmung mit dem eigenen Arbeitgeber an, um die Kosten über das Weiterbildungsbudget abzuwickeln. Sobald die Teilnahme feststeht, können sich die Frauen bereits im Vorfeld in der „heise Women in Tech Community“ vernetzen, um erste Kontakte zu knüpfen. Die Workshops selbst finden dann im Oktober und Dezember 2026 statt. Es ist davon auszugehen, dass die Teilnehmerinnen nach Abschluss der Workshops über einen deutlich erweiterten Werkzeugkasten für ihre berufliche Kommunikation verfügen werden. Für die Veranstalter stellt diese Reihe einen Testlauf dar, um zu sehen, wie groß der Bedarf an solch spezifischen, praxisorientierten Trainings innerhalb ihrer Community ist. Sollten die beiden Termine erfolgreich verlaufen, könnte dies die Grundlage für eine dauerhafte Etablierung solcher Formate im Portfolio von heise conferences bilden.