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Regional · 27.09.2026 08:13

"Honey und Blondie": Frankfurter Autorin Ubin Eoh feiert Frauenfreundschaft

Kurz: Die Frankfurter Autorin Ubin Eoh veröffentlicht mit „Honey und Blondie“ einen Debütroman über eine magische Frauenfreundschaft und die Suche nach Identität.

Was geschehen ist – die Kernmeldung

Die Frankfurter Autorin und Journalistin Ubin Eoh hat mit ihrem Debütroman „Honey und Blondie“ ein literarisches Werk vorgelegt, das sich intensiv mit der Dynamik einer lebenslangen Frauenfreundschaft auseinandersetzt. Im Zentrum der Erzählung stehen die beiden Protagonistinnen Hyunjeong, genannt „Honey“, und Bianca, bekannt als „Blondie“. Die beiden Frauen verbindet eine außergewöhnliche, beinahe magische Verbindung: Sie sind in der Lage, in emotionalen Extremsituationen ihre Körper zu tauschen. Dieser phantastische Kniff dient der Autorin als Gedankenexperiment, um Fragen nach Identität, Selbstwahrnehmung und der Akzeptanz des eigenen Körpers zu untersuchen. Indem die Charaktere buchstäblich durch die Augen der jeweils anderen blicken, lernen sie, sich selbst aus einer distanzierten Perspektive zu betrachten. Eoh verknüpft dabei die fiktive Geschichte mit autobiografischen Elementen, die ihre eigene Kindheit in Berlin sowie ihre Erfahrungen als asiatisch gelesene Person in Deutschland reflektieren. Die Veröffentlichung des Romans markiert einen wichtigen Schritt in der literarischen Laufbahn der Autorin, die bereits durch ihre journalistische Arbeit, etwa bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, bekannt ist. Das Buch feiert nicht nur die Kraft der Empathie, sondern auch die kulturelle Identität, indem es beispielsweise die koreanische Küche als verbindendes Element in den Fokus rückt.

Die Einzelheiten – Zahlen, Orte und Hintergründe

Die Handlung des Romans erstreckt sich über mehrere Jahrzehnte und nimmt ihren Anfang in den 1990er Jahren in Berlin-Kreuzberg. Dort lernen sich Honey und Blondie bereits im Kindergartenalter kennen. Ubin Eoh nutzt ihre eigene Biografie, um die Atmosphäre dieser Zeit und die Herausforderungen einer Kindheit als Minderheit zu schildern. Ein zentrales Motiv des Buches ist die sensorische Wahrnehmung; Eoh selbst, die einen ausgeprägten Geruchssinn besitzt, lässt diesen in die Szenen einfließen. So beschreibt die Figur Honey ihren Alltag oft über olfaktorische Eindrücke, etwa den Geruch von im Ofen zubereiteten Rippchen, der für sie das Gefühl von Heimat symbolisiert. Der Körpertausch zwischen den beiden Freundinnen wird im Laufe ihrer Teenagerzeit zu einer Art Superkraft, die sie bewusst steuern können. Ein Blick in den Spiegel genügt, um den Prozess einzuleiten oder rückgängig zu machen. Eine Ausnahme bildet jedoch der weibliche Zyklus: Befindet sich der Uterus in einer emotionalen Extremsituation, etwa kurz vor der ersten Periode, ist der Rücktausch blockiert. Dies führt dazu, dass die Freundinnen zeitweise über Monate im Körper der jeweils anderen verweilen. Eoh betont, dass dies keineswegs als Gefangenschaft empfunden wird, sondern als eine Form der Bereicherung und des intensiven Austauschs.

Hintergrund – Der Weg zum Roman

Der Entstehungsprozess von „Honey und Blondie“ ist eng mit Ubin Eohs persönlicher Geschichte und ihrem Umzug von Berlin nach Frankfurt am Main verknüpft. Die Autorin verarbeitet in ihrem Werk negative Erfahrungen, die sie als Kind in Berlin machen musste, wo sie oft die einzige asiatisch gelesene Person in ihrem Umfeld war. Diese Erlebnisse von Ausgrenzung und Rassismus, die bereits im Kindergarten begannen, prägten ihre Sicht auf die Gesellschaft. Die Freundschaft zu ihrer besten Freundin fungierte dabei als Schutzraum, in dem die Last des Alltags erträglicher wurde. Diese „Seelenverwandtschaft“ wollte Eoh literarisch ikonisieren. Der Umzug nach Frankfurt war für die Autorin eine bewusste Entscheidung, die durch das dortige Stadtbild motiviert war. Im Gegensatz zu Berlin empfindet sie die hessische Metropole als diverser und sicherer. Sie beobachtet in Frankfurt eine hohe Dichte an asiatisch gelesenen Menschen, die über Generationen hinweg in der Stadt verwurzelt sind. Dieses Umfeld vermittelt ihr ein Sicherheitsgefühl, das sie in Brandenburg oder Berlin oft vermisste. Eoh stellt fest, dass sich die Wahrnehmung asiatisch gelesener Menschen in Deutschland durch den globalen Hype um südkoreanische Popkultur in den letzten Jahren spürbar zum Positiven gewandelt hat.

Die Beteiligten – Personen und Institutionen

Im Mittelpunkt steht die Autorin Ubin Eoh, die als Journalistin und Schriftstellerin in Frankfurt lebt und arbeitet. Sie ist die treibende Kraft hinter dem Roman und nutzt ihre eigene Biografie als Fundament für die fiktive Erzählung. Neben ihrer literarischen Arbeit ist Eoh durch ihre Kolumne „Hi, Baby“ in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung bekannt, in der sie das Leben mit einem Kind in einer Großstadt thematisiert. Die Protagonistinnen Honey und Blondie sind die zentralen fiktiven Figuren, durch deren Augen die Leserschaft die Welt des Romans erkundet. Institutionell ist das Projekt eng mit der Frankfurter Buchmesse 2026 verknüpft, auf der die Autorin im Rahmen verschiedener Veranstaltungen präsent sein wird. Zu den genannten Terminen gehört ein Live-Podcast am 9. Oktober 2026, an dem auch Diane und Reinhold Messner teilnehmen. Zudem ist eine Lesung im Rahmen der Reihe „Open Books“ im Römer geplant, bei der das Debüt präsentiert wird. Diese Veranstaltungen dienen als Plattform für den Austausch über das Buch und die darin verhandelten Themen wie Empathie, Identität und kulturelle Vielfalt.

Einordnung – Was das bedeutet

Einzuordnen ist das Werk von Ubin Eoh als ein literarisches Gedankenexperiment, das die Grenzen zwischen Realität und Magie verschwimmen lässt, um tiefgreifende menschliche Fragen zu stellen. Den Berichten zufolge nutzt die Autorin das Motiv des Körpertauschs nicht als bloßen Unterhaltungsfaktor, sondern als ein Werkzeug für absolute Empathie. Die Fähigkeit, die Biografie und die Gedanken einer anderen Person buchstäblich zu bewohnen, dient als Metapher für das Verständnis zwischen Menschen in einer zunehmend diversen Gesellschaft. Eohs Entscheidung, die koreanische Küche so prominent in den Roman zu integrieren, kann als ein Akt der kulturellen Sichtbarmachung verstanden werden. Indem sie den Kimchi-Eintopf als ein Gericht beschreibt, das unabhängig von der kulturellen Herkunft ein Gefühl von Zuhause vermitteln kann, plädiert sie für ein verbindendes Verständnis von Identität. Die explizite Gegenüberstellung von Berlin und Frankfurt in den Erzählungen der Autorin deutet zudem darauf hin, dass der Wohnort für Eoh eine entscheidende Rolle für das eigene Sicherheitsgefühl und die persönliche Entfaltung spielt. Der Roman ist somit auch ein Kommentar zum Zusammenleben in deutschen Großstädten.

Offene Fragen – Was bleibt ungeklärt

Der vorliegende Quelltext lässt einige Aspekte der Geschichte und des literarischen Kontexts offen. So wird nicht detailliert erläutert, welche weiteren Konsequenzen der Körpertausch für das soziale Umfeld der beiden Protagonistinnen hat. Zwar wird erwähnt, dass die Freundinnen den Tausch als „Superkraft“ nutzen, doch bleibt unklar, wie Außenstehende auf die plötzlichen Verhaltensänderungen oder die physischen Veränderungen reagieren, sofern diese überhaupt bemerkt werden. Auch die genaue Funktionsweise der „magischen“ Komponente bleibt im Dunkeln; es wird nicht erklärt, ob es sich um ein übernatürliches Phänomen handelt, das nur diese beiden Personen betrifft, oder ob es sich um eine allegorische Darstellung handelt, die im Roman nicht weiter begründet wird. Zudem fehlen Informationen darüber, wie die berufliche Laufbahn der beiden Frauen im Erwachsenenalter verläuft und ob der Körpertausch auch in ihrem Berufsleben eine Rolle spielt. Auch die Frage, ob es weitere Personen gibt, die über diese Fähigkeit verfügen, wird im Quelltext nicht beantwortet. Es bleibt somit dem Leser überlassen, diese Lücken durch die Lektüre des Romans selbst zu schließen.

Wie es weitergeht – Termine und Ausblick

Die Präsentation von „Honey und Blondie“ findet ihren Höhepunkt im Rahmen der Frankfurter Buchmesse 2026. Für Interessierte gibt es zwei konkrete Termine, um die Autorin live zu erleben. Am Freitag, dem 9. Oktober 2026, findet um 11:30 Uhr ein Live-Podcast am ZEIT-Stand in Halle 5.0, E67, statt, bei dem Ubin Eoh gemeinsam mit Diane und Reinhold Messner auftreten wird. Am selben Abend, dem 9. Oktober 2026, um 20 Uhr, folgt eine weitere Präsentation des Romans im Rahmen der „Open Books“-Reihe im Römer, die sich speziell auf Debütromane konzentriert. Diese Veranstaltungen bieten die Gelegenheit, mehr über die Hintergründe des Schreibprozesses und die Intentionen der Autorin zu erfahren. Über weitere geplante Lesungen oder eine Fortsetzung des Romans liegen derzeit keine Informationen vor. Die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit richtet sich nun zunächst auf die Resonanz des Publikums und der Kritiker auf das Debüt während der Buchmesse-Tage in Frankfurt.

Quelle: https://www.tagesschau.de/inland/regional/hessen/hr-honey-und-blondie-frankfurter-autorin-ubin-eoh-feiert-frauenfreundschaft-100.html