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Gesetzentwurf - Zoll soll im Kampf gegen Geldwäsche, Schwarzarbeit und organisierte Kriminalität mehr Befugnisse bekommen
Schlagzeilen · 10.08.2026 12:53

Gesetzentwurf - Zoll soll im Kampf gegen Geldwäsche, Schwarzarbeit und organisierte Kriminalität mehr Befugnisse bekommen

Kurz: Der Zoll soll künftig mehr Befugnisse erhalten, um effektiv gegen Geldwäsche und organisierte Kriminalität vorzugehen. Ein neuer Gesetzentwurf sorgt für Debatte

Erweiterte Befugnisse für den Zoll geplant

Der deutsche Zoll steht vor einer signifikanten Ausweitung seiner Kompetenzen. Wie aus aktuellen Regierungsplänen hervorgeht, soll die Behörde in Zukunft schlagkräftiger gegen Geldwäsche, Schwarzarbeit sowie die organisierte Kriminalität vorgehen können. Bundesfinanzminister Klingbeil hat angekündigt, einen entsprechenden Gesetzentwurf in das Bundeskabinett einzubringen, um die rechtlichen Rahmenbedingungen für die Zollfahndung zu verschärfen.

Vorläufige Einziehung von Luxusgütern

Ein zentraler Punkt des Entwurfs betrifft den Umgang mit Vermögenswerten, deren legale Herkunft nicht zweifelsfrei belegt werden kann. Künftig soll es dem Zoll ermöglicht werden, Luxusgegenstände wie hochwertige Automobile, Schmuckstücke oder kostspielige Uhren vorläufig sicherzustellen.

Die Beweislast soll sich dabei verschieben: Wenn der Verdacht besteht, dass diese Güter aus kriminellen Aktivitäten stammen, müssen die Betroffenen die rechtmäßige Herkunft ihrer Besitztümer nachweisen. Nach Angaben von Igelmann, dem Präsidenten des Zollkriminalamts, zielt diese Maßnahme primär auf Vermögenswerte ab, deren Wert die Schwelle von 100.000 Euro überschreitet.

Politischer Hintergrund und Zeitplan

Das Vorhaben ist Teil einer Strategie, um den Ermittlungsbehörden wirksamere Werkzeuge an die Hand zu geben. Die Bundesregierung plant, den Entwurf bereits am kommenden Mittwoch im Kabinett zur Abstimmung zu bringen. Mit diesem Schritt soll die Schlagkraft der Zollbehörden im Kampf gegen illegale Finanzströme erhöht werden.

Kritik an den Plänen

Das Gesetzesvorhaben stößt jedoch nicht auf ungeteilte Zustimmung. Insbesondere aus den Reihen der Grünen kommt deutliche Kritik. Beck, die finanzpolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion, äußerte Bedenken hinsichtlich der inhaltlichen Ausrichtung des Entwurfs. Ihrer Ansicht nach vernachlässigt das Papier den Kampf gegen den Steuerbetrug. Sie betonte, dass in dem vorliegenden Entwurf konkrete Maßnahmen zur Bekämpfung dieses Deliktbereichs fehlen würden.

Einordnung der Folgen

Sollte das Kabinett den Entwurf wie geplant verabschieden, stünde der Zoll vor einer weitreichenden Veränderung seiner täglichen Arbeitspraxis. Die Möglichkeit, Vermögenswerte bei begründetem Verdacht vorläufig einzuziehen, stellt ein scharfes Schwert dar, das insbesondere im Bereich der organisierten Kriminalität für eine höhere Abschreckung sorgen könnte.

Inwieweit diese Befugnisse in der Praxis angewendet werden und welche rechtlichen Hürden bei der Beweislastumkehr im Einzelfall zu überwinden sind, bleibt abzuwarten. Die Debatte im politischen Berlin zeigt bereits jetzt, dass die Balance zwischen effektiver Strafverfolgung und rechtsstaatlichen Prinzipien weiterhin ein zentrales Thema bleibt.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/mann-abstrakt-lesen-maske-19651955/ · Foto: ahmed akeri
Quelle: https://www.deutschlandfunk.de/zoll-soll-im-kampf-gegen-geldwaesche-schwarzarbeit-und-organisierte-kriminalitaet-mehr-befugnisse-be-100.html