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FTTH und Koax: Magenta Telekom baut bereits 50G-PON aus
Schlagzeilen · 28.07.2026 15:17

FTTH und Koax: Magenta Telekom baut bereits 50G-PON aus

Kurz: Magenta Telekom setzt bei der Netzentwicklung auf zukunftsweisende Standards. Neben dem Ausbau von 50G-PON kommt im Kabelnetz verstärkt Docsis 3.1e zum Einsatz.

Strategische Weichenstellung für die Gigabit-Gesellschaft

Die österreichische Tochter der Deutschen Telekom, Magenta Telekom, forciert die Modernisierung ihrer Netzinfrastruktur. Wie das Unternehmen mitteilte, integriert der Netzbetreiber bereits Komponenten in sein Glasfasernetz, die den zukunftsweisenden Standard 50G-PON unterstützen. Diese technologische Aufrüstung folgt auf eine Phase intensiver Testläufe. Parallel dazu wächst das FTTH-Netz des Anbieters stetig an und erreichte im Juni die Marke von über 100.000 versorgten Adressen.

Fokus auf das HFC-Netz und Multi-Gigabit-Optionen

Neben der reinen Glasfasertechnologie bleibt das HFC-Netz (Hybrid Fiber Coax) ein zentrales Standbein für Magenta Telekom. Mit rund 1,6 Millionen Gigabit-Anschlüssen deckt das Unternehmen einen erheblichen Teil der österreichischen Haushalte ab. Ein signifikanter Meilenstein wurde dabei im Frühjahr in Wien erreicht: Durch ein umfassendes Upgrade verfügen dort bereits etwa 40 Prozent der Haushalte über die Möglichkeit, Datenraten von bis zu 2 GBit/s zu nutzen.

Laut Unternehmensangaben ist dies erst der Anfang einer breiter angelegten Strategie. Das Speed-Upgrade soll in den kommenden Jahren schrittweise auf das gesamte Wiener Stadtgebiet sowie weitere Regionen Österreichs ausgeweitet werden. Volker Libovsky, CTIO von Magenta Telekom, stellte für die Zukunft sogar noch höhere Kapazitäten in Aussicht: Wo heute 2 GBit/s realisierbar sind, sollen in einigen Jahren Bandbreiten von 5 GBit/s und mehr zum Standard gehören.

Technologische Hintergründe: Docsis 3.1e als Brückentechnologie

Um diese Leistungssteigerungen im bestehenden Kabelnetz zu erreichen, setzt Magenta Telekom auf die Technik Docsis 3.1e. Hierbei handelt es sich um eine Bezeichnung von Hardwareherstellern, die darauf abzielt, den bestehenden 3.1-Standard durch eine effizientere Ausnutzung der Frequenzbereiche an seine Leistungsgrenzen zu bringen.

Im Vergleich zum klassischen Docsis 3.1, das meist zwei OFDM-Kanäle bündelt, erlaubt die 3.1e-Variante die parallele Nutzung von bis zu vier dieser Kanäle. Dies vervielfacht die Kapazität im Downstream, ohne dass die zugrunde liegende Infrastruktur in den Straßen physisch ausgetauscht werden muss. Durch die Erweiterung des Upstream-Frequenzbereichs auf 85 MHz oder 204 MHz (High-Split) sowie eine höhere Modulationsdichte von 4.096-QAM rücken zudem symmetrische Gigabit-Tarife in greifbare Nähe.

Effizienz gegenüber Docsis 4.0

Die Entscheidung für Docsis 3.1e bietet für Netzbetreiber erhebliche wirtschaftliche Vorteile. Ein vollständiges Upgrade auf den offiziellen Standard Docsis 4.0 würde einen massiven physischen Umbau erfordern, da hierfür sämtliche Koaxial-Verstärker von 1,2 GHz auf 1,8 GHz aufgerüstet werden müssten. Ein solches Vorhaben ist mit Investitionen in Milliardenhöhe verbunden und erfordert eine mehrjährige Umsetzungszeit.

Im Gegensatz dazu beschränkt sich die Implementierung von Docsis 3.1e auf:

* Die Verteilung neuer Modem-Chipsätze an die Endkunden.

* Die Aktualisierung der Software in den virtuellen Headends (vCMTS).

Diese Vorgehensweise erlaubt eine deutlich schnellere Skalierung der Bandbreiten. Während Wettbewerber wie Vodafone Deutschland über ähnliche technologische Optionen verfügen, zeigt sich bei Magenta Telekom ein Vorsprung in der operativen Umsetzung. Andere Netzbetreiber stehen oft noch vor der Herausforderung, ihre Netzsegmente und Upload-Frequenzen zu ordnen, bevor sie vergleichbare Tarife für eine breite Masse an Kunden freischalten können.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/menschen-arbeiten-technologie-arbeit-19728112/ · Foto: Barbara Reis
Quelle: https://www.golem.de/news/ftth-und-koax-magenta-telekom-baut-bereits-50g-pon-aus-2607-211363.html