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Friedberg: hessenschau kehrt für einen Tag zurück
Regional · 11.08.2026 06:58

Friedberg: hessenschau kehrt für einen Tag zurück

Kurz: Die hessenschau kehrt für einen Aktionstag nach Friedberg zurück, um ein Jahr nach dem Pop-up-Projekt Bilanz zu ziehen und den Dialog mit Bürgern fortzusetzen.

Ein Rückblick auf den Dialog: Die hessenschau kehrt nach Friedberg zurück

Fast genau ein Jahr ist vergangen, seit die Redaktion der hessenschau in der Wetterau ein bemerkenswertes Experiment wagte. Damals zogen Reporterinnen und Reporter für einen Zeitraum von dreieinhalb Wochen in ein Ladenlokal an der zentralen Kaiserstraße in Friedberg ein, um dort eine temporäre Pop-up-Redaktion zu betreiben. Das Ziel war es, ohne den üblichen Zeitdruck der täglichen Nachrichtenproduktion direkt mit den Menschen vor Ort ins Gespräch zu kommen. Nun hat sich die Redaktion dazu entschlossen, dieses Projekt für einen Tag wieder aufleben zu lassen. Am Montag, den 17. August, öffnet das Team erneut seine Türen für die Bürgerinnen und Bürger der Stadt. Die zentrale Fragestellung dieses Aktionstages lautet: Was hat sich in den vergangenen zwölf Monaten in Friedberg konkret getan? Die Veranstaltung dient als direkte Anlaufstelle für alle, die damals ihre Anliegen einbrachten und nun wissen möchten, ob und wie sich die Situation vor Ort seit dem ersten Besuch der Journalisten verändert hat.

Die Bilanz des Vorjahres: 1.305 Anmerkungen und eine offene Wand

Die Zahlen des vergangenen Projekts unterstreichen das große Interesse der Friedberger Bevölkerung an diesem direkten Austausch. Während der dreieinhalb Wochen, in denen die Pop-up-Redaktion an der Kaiserstraße präsent war, entstanden hunderte persönliche Gespräche. Ein sichtbares Ergebnis dieser Zeit war eine große Pinnwand, die sich im Laufe der Wochen mit rund 1.300 bunten Zetteln füllte. Exakt 1.305 Anmerkungen wurden dort von den Bürgerinnen und Bürgern hinterlassen, die ihre Sorgen, Wünsche und Kritikpunkte schriftlich festhielten. Viele der Menschen, die damals den Kontakt suchten, stellten bereits zum Ende der Aktion die berechtigte Frage, was mit diesen gesammelten Informationen geschehen würde. Die nun geplante Rückkehr der Redaktion ist die direkte Antwort auf diesen Wunsch nach Transparenz und Fortschritt. Es geht darum, die damaligen Themen aufzugreifen und den aktuellen Stand der Dinge gemeinsam mit den Betroffenen zu erörtern, anstatt die gesammelten Anregungen lediglich in einem Archiv verschwinden zu lassen.

Hintergrund und Entstehung des Dialog-Formats

Die Idee der Pop-up-Redaktion in Friedberg war kein isoliertes Ereignis, sondern bildete den Auftakt für eine Reihe von Dialog-Projekten des Hessischen Rundfunks (hr). Die positiven Erfahrungen aus der Wetterau, bei denen die Journalisten die Nähe zum Publikum suchten, dienten als Vorbild für weitere Vorhaben. So wurde das Konzept beispielsweise auf die Schiene übertragen, als die hessenschau-Redaktion drei Tage lang mit der Hessischen Landesbahn unterwegs war, um mit Pendlern und Reisenden ins Gespräch zu kommen. Auch auf dem Hessentag in Fulda kam das Prinzip der Zettelwand erneut zum Einsatz, um die Anliegen der Besucher direkt aufzunehmen. Friedberg gilt somit als Pionierstandort für diese Form der bürgernahen Berichterstattung. Seit dem ersten Besuch der Redaktion im vergangenen Jahr waren Themen, Orte und Menschen aus Friedberg in mehr als 20 Beiträgen sowohl im hr-Fernsehen als auch im Radioprogramm präsent, was die nachhaltige Wirkung des Dialogs unterstreicht.

Die Akteure: Politik und Medien im Austausch

Für den kommenden Aktionstag am 17. August haben sich maßgebliche Akteure angekündigt, um Rede und Antwort zu stehen. In den Räumlichkeiten von „dasgute.haus“ in der Kaiserstraße 89 wird um 12.30 Uhr eine öffentliche Fragerunde stattfinden. Dabei werden Bürgermeister Kjetil Dahlhaus (parteilos) sowie die Erste Stadträtin Christine Diegel anwesend sein, um sich den Fragen der Bürgerinnen und Bürger zu stellen. Von Seiten des Hessischen Rundfunks wird bereits um 11.15 Uhr die Programmdirektorin Julia Krittian vor Ort sein. Krittian betonte im Vorfeld die Bedeutung solcher Begegnungen: Sie verwies darauf, dass alle Mitarbeitenden, die damals in Friedberg im Einsatz waren, mit einem Lächeln zurückkehrten. Für sie schaffen persönliche Begegnungen die notwendige Basis für Vertrauen und Verständnis zwischen Medien und Publikum. Zudem wird als besonderer Gast das bekannte hr-Maskottchen Onkel Otto erwartet, da der Aktionstag in den Kontext der „Onkel-Otto-Tour“ zum 80. Geburtstag des Landes Hessen eingebettet ist.

Einordnung: Warum der direkte Kontakt für den Journalismus zählt

Einzuordnen ist das Projekt als ein Versuch des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, die Distanz zwischen Redaktion und Publikum abzubauen. Den Berichten zufolge ist die Überzeugung der Programmdirektorin Julia Krittian, dass „Zuhören eine Zauberkraft hat“, der Kern dieser Strategie. Indem Themen wie der Zustand der Kaiserstraße, der mangelnde barrierefreie Zugang zum Bahnhof oder das Fehlen eines Kinos in Friedberg nicht nur im Studio, sondern vor Ort diskutiert werden, soll die Relevanz der journalistischen Arbeit für den Alltag der Menschen gestärkt werden. Die Tatsache, dass Friedberg als Vorbild für weitere Projekte fungierte, zeigt, dass der hr dieses Format als festen Bestandteil seiner Strategie zur Stärkung der regionalen Bindung betrachtet. Es geht nicht nur um die reine Informationsvermittlung, sondern um die Schaffung eines Raumes, in dem sich Bürger ernst genommen fühlen. Die Rückkehr nach einem Jahr ist dabei ein wichtiges Signal: Sie beweist, dass die Anliegen der Bürger nicht nur kurzfristig aufgenommen, sondern langfristig in die redaktionelle Beobachtung integriert wurden.

Offene Fragen: Was der aktuelle Stand noch nicht klärt

Obwohl der Aktionstag eine Plattform für den Austausch bietet, bleiben einige Punkte offen, die erst im direkten Gespräch geklärt werden können. Der Quelltext macht beispielsweise keine Angaben dazu, welche der 1.305 Anmerkungen konkret bereits umgesetzt wurden und bei welchen Themen es weiterhin Stillstand gibt. Es bleibt zudem abzuwarten, wie viele Bürgerinnen und Bürger tatsächlich den Weg in die Kaiserstraße 89 finden werden und ob die Zeit von 10 bis 18 Uhr ausreicht, um die Vielzahl der Themen, die vor einem Jahr auf der Pinnwand landeten, angemessen zu behandeln. Auch bleibt offen, ob neben den genannten Politikern weitere Vertreter der Stadtverwaltung oder lokale Interessenvertreter anwesend sein werden, um bei spezifischen technischen oder baulichen Fragen zur Infrastruktur, wie etwa dem Bahnhofsumbau, detaillierte Auskünfte zu geben. Die konkreten Ergebnisse des Tages sind zum jetzigen Zeitpunkt noch vollkommen offen.

Ausblick: Der Zeitplan für den Aktionstag

Der Aktionstag ist für Montag, den 17. August, terminiert. Die Pop-up-Redaktion wird in den Räumen von „dasgute.haus“ in der Kaiserstraße 89 untergebracht sein und in der Zeit von 10 bis 18 Uhr für die interessierte Öffentlichkeit zur Verfügung stehen. Der Ablauf sieht vor, dass die Bürgerinnen und Bürger den ganzen Tag über die Möglichkeit haben, mit dem Team der hessenschau ins Gespräch zu kommen. Den inhaltlichen Schwerpunkt bildet dabei die Bilanzierung der Themen, die bereits vor einem Jahr als besonders dringlich identifiziert wurden. Der Besuch von Programmdirektorin Julia Krittian um 11.15 Uhr sowie die anschließende Fragerunde mit Bürgermeister Kjetil Dahlhaus und der Ersten Stadträtin Christine Diegel um 12.30 Uhr markieren die zentralen Termine des Tages. Damit ist der Rahmen für eine intensive Auseinandersetzung mit der lokalen Entwicklung in Friedberg gesetzt, bei der die Bürgerinnen und Bürger die Gelegenheit erhalten, die Fortschritte der letzten zwölf Monate kritisch zu hinterfragen.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/malerische-aussicht-auf-das-historische-stadttor-im-backsteingotikstil-33065244/ · Foto: Gundula Vogel
Quelle: https://www.tagesschau.de/inland/regional/hessen/hr-friedberg-hessenschau-kehrt-fuer-einen-tag-zurueck-100.html