Was geschehen ist: Kupferdiebstahl in Leun und Einbruchsserie in Wetzlar
Im Lahn-Dill-Kreis ereigneten sich in den vergangenen Tagen mehrere kriminelle Vorfälle, die nun die Ermittler des Polizeipräsidiums Mittelhessen beschäftigen. In der Gemeinde Leun kam es am 29. September zu einem dreisten Diebstahl von etwa 200 Kilogramm Kupferkabel, die von einem Privatgrundstück entwendet wurden. Die Täter gingen dabei mit einer gezielten Masche vor, indem sie vorgaben, einen offiziellen Auftrag zur Schrottabholung auszuführen. Parallel dazu berichtet die Polizei von einer beunruhigenden Serie von Einbrüchen in eine Moschee im Wetzlarer Stadtteil Niedergirmes. Innerhalb von nur sieben Wochen wurde das Gotteshaus zweimal von Unbekannten heimgesucht. Während beim ersten Vorfall der Versuch scheiterte, einen Tresor aufzubrechen, gelang es den Tätern beim zweiten Mal, Bargeld und Wertgegenstände zu entwenden. Die Polizei hat in beiden Fällen die Ermittlungen aufgenommen und bittet die Bevölkerung um Mithilfe bei der Identifizierung der Täter, da die Ermittlungsansätze derzeit noch auf die Auswertung von Zeugenaussagen und Videoaufzeichnungen angewiesen sind.
Die Einzelheiten zu den Straftaten und den Tätern
Der Diebstahl in Leun ereignete sich am Nachmittag des 29. September zwischen 15:30 und 16:00 Uhr. Die Tätergruppe steuerte mit einem Transporter ein Privatgrundstück im Bereich zwischen dem Daimlerweg und der Siemensstraße an. Die etwa 200 Kilogramm Kupferkabel befanden sich in einer Kiste im Innenhof. Die Täter, die auf ein Alter zwischen 40 und 45 Jahren geschätzt werden, trugen dunkle Arbeitskleidung und fielen durch gebrochenes Deutsch auf. Sie sprachen sogar mit Nachbarn und täuschten einen Abholauftrag vor. Der Wert der Beute wird auf rund 2.000 Euro beziffert. Im Fall der Moschee im Niedergirmeser Weg in Wetzlar liegt der erste Tatzeitraum zwischen dem 8. August und dem 5. September. Der Täter gelangte über den Haupteingang und ein gekipptes Fenster in ein Büro im ersten Obergeschoss, scheiterte jedoch am Tresor. Der Schaden betrug hier 200 Euro. Der zweite Einbruch fand am 29. September statt. Ein zwischen 20 und 35 Jahre alter Mann mit hellem Teint, bekleidet mit schwarzem Kapuzenpullover, schwarzer Hose und Turnschuhen sowie einem blauen Adidas-Rucksack mit weißen Streifen, entwendete Bargeld und zwei Geldkassetten. Der Schaden beläuft sich auf 950 Euro.
Hintergrund: Vorgeschichte und bisheriger Verlauf
Die Vorfälle in der Moschee im Niedergirmeser Weg stellen eine besondere Belastung für die dortige Gemeinde dar. Dass innerhalb von nur sieben Wochen zweimal in ein und dasselbe Gebäude eingebrochen wurde, lässt die Sicherheitsbehörden aufhorchen. Die Ermittler prüfen derzeit intensiv, ob zwischen den beiden Taten in der Moschee ein direkter Zusammenhang besteht. Der erste Einbruch verlief vergleichsweise glimpflich, da der Tresor den Aufbruchsversuchen standhielt. Dennoch zeigt der Vorfall, dass sich die Täter bereits im Sommer Zugang zum Gebäude verschaffen konnten. Der zweite Einbruch am 29. September hingegen war für die Täter erfolgreich. Dass der Täter hierbei von einer Videoüberwachungsanlage gefilmt wurde, stellt einen wichtigen Anhaltspunkt für die Ermittlungsarbeit dar. Der Diebstahl der Kupferkabel in Leun hingegen wirkt wie eine spontane, aber gut geplante Tat, bei der die Täter das Fehlen der Bewohner gezielt ausnutzten. Die Kombination aus dreistem Auftreten gegenüber Nachbarn und der gezielten Auswahl von hochwertigem Metallschrott deutet auf eine gewisse kriminelle Routine hin, die nun im Rahmen der polizeilichen Ermittlungen in Wetzlar weiter untersucht wird.
Die Beteiligten: Polizei und Ermittlungsbehörden
Die Federführung bei der Aufklärung dieser Straftaten liegt beim Polizeipräsidium Mittelhessen mit Sitz in Gießen. Die zuständige Dienststelle für die konkrete Sachbearbeitung ist die Polizei in Wetzlar. Die Beamten vor Ort sind auf die Mithilfe der Bevölkerung angewiesen. Als Kontaktstelle für Zeugen, die Beobachtungen zu den Männern in Leun oder dem Einbrecher in der Moschee gemacht haben, dient die Telefonnummer 06441/918-0. Die Polizei fungiert hierbei nicht nur als Ermittler, sondern auch als Anlaufstelle für weitere mögliche Geschädigte, die sich im Zusammenhang mit dem Kupferdiebstahl melden sollen. Die Pressestelle des Polizeipräsidiums Mittelhessen in der Ferniestraße in Gießen koordiniert die Öffentlichkeitsarbeit und stellt sicher, dass relevante Informationen zu den Tätern, wie etwa die Personenbeschreibungen und die Details zum Transporter oder zum Rucksack des Einbrechers, an die Öffentlichkeit gelangen, um so die Fahndungschancen zu erhöhen.
Einordnung der Vorfälle
Einzuordnen ist das Geschehen als eine Häufung von Eigentumsdelikten, die sowohl Privatpersonen als auch religiöse Einrichtungen betreffen. Während Kupferdiebstähle oft auf den hohen Materialwert des Metalls zurückzuführen sind, wiegt der Einbruch in eine Moschee schwerer, da hier ein geschützter Raum verletzt wurde. Den Berichten zufolge ist das Vorgehen der Täter in Leun besonders dreist, da sie durch die Interaktion mit den Nachbarn aktiv versuchten, den Anschein von Legalität zu erwecken. Die Polizei bewertet die Videoaufnahmen aus der Moschee als wertvolles Beweismittel. Es ist davon auszugehen, dass die Ermittler die Aufnahmen nutzen werden, um Bewegungsprofile zu erstellen und den Täterkreis einzugrenzen. Die Tatsache, dass bei beiden Einbrüchen in die Moschee der Weg über das erste Obergeschoss gewählt wurde, könnte auf eine spezifische Ortskenntnis oder eine bevorzugte Vorgehensweise des Täters hindeuten, was bei der weiteren Analyse der Taten eine zentrale Rolle spielen dürfte.
Offene Fragen und ungeklärte Details
Trotz der vorliegenden Informationen bleiben zahlreiche Fragen offen, die den Ermittlern noch Kopfzerbrechen bereiten könnten. So ist zum Beispiel völlig unklar, ob die Männergruppe, die in Leun die Kupferkabel stahl, für weitere ähnliche Taten im Lahn-Dill-Kreis verantwortlich ist. Die Polizei fragt explizit nach weiteren Geschädigten, was darauf hindeutet, dass die Ermittler von einer möglichen Serie ausgehen. Auch der Zusammenhang zwischen den beiden Einbrüchen in die Moschee ist noch nicht abschließend geklärt. Es bleibt offen, ob es sich um denselben Täter handelt oder ob die Moschee aufgrund ihrer baulichen Gegebenheiten mehrfach zum Ziel unterschiedlicher Krimineller wurde. Zudem fehlen bisher konkrete Hinweise auf das Kennzeichen des Transporters, der bei dem Diebstahl in Leun verwendet wurde. Auch der Verbleib der gestohlenen Geldkassetten und des Bargelds aus der Moschee ist bisher ungeklärt. Die Polizei hat keine Angaben dazu gemacht, ob es bereits erste heiße Spuren zu den Identitäten der gesuchten Personen gibt oder ob die Fahndung nach den Tätern bisher erfolglos blieb.
Wie es weitergeht: Ermittlungen und Zeugensuche
Die polizeilichen Ermittlungen dauern an. Der Fokus liegt nun auf der Auswertung der Zeugenhinweise, die nach der Veröffentlichung der Fahndungsaufrufe bei der Dienststelle in Wetzlar eingehen. Die Polizei hat die Öffentlichkeit dazu aufgerufen, bei verdächtigen Beobachtungen umgehend Kontakt aufzunehmen. Es ist davon auszugehen, dass die Beamten in den kommenden Tagen weitere Befragungen im Umfeld der Tatorte in Leun und im Niedergirmeser Weg durchführen werden. Sollten sich durch die Hinweise aus der Bevölkerung neue Anhaltspunkte ergeben, wird die Polizei über das weitere Vorgehen entscheiden. Ein konkreter Termin für den Abschluss der Ermittlungen wurde nicht genannt, da dies maßgeblich vom Erfolg der Fahndung und der Identifizierung der Tatverdächtigen abhängt. Die Polizei in Wetzlar bleibt unter der bekannten Rufnummer für alle sachdienlichen Hinweise erreichbar und hofft, durch die Mithilfe der Bürger Licht in die beiden Kriminalfälle bringen zu können.