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Ex-Kohlekraftwerk Frimmersdorf: RWE sprengt riesigen Schornstein
Schlagzeilen · 29.08.2026 15:37

Ex-Kohlekraftwerk Frimmersdorf: RWE sprengt riesigen Schornstein

Kurz: Das Ende einer Ära: RWE hat einen 200 Meter hohen Schornstein des ehemaligen Braunkohlekraftwerks Frimmersdorf erfolgreich gesprengt. Der Rückbau läuft planmäßi

Ein markantes Wahrzeichen verschwindet

Am 29. August 2026 endete ein weiteres Kapitel der nordrhein-westfälischen Industriegeschichte. Pünktlich um 11:00 Uhr vollzog der Energiekonzern RWE die kontrollierte Sprengung eines massiven Schornsteins auf dem Gelände des stillgelegten Braunkohlekraftwerks Frimmersdorf. Das Bauwerk, das mit einer Höhe von rund 200 Metern fast die Dimensionen des Düsseldorfer Rheinturms erreichte, wurde gezielt zu Fall gebracht. Die Sprengung markiert einen bedeutenden Fortschritt bei den laufenden Rückbauarbeiten auf dem Areal, das sich direkt am Tagebau Garzweiler befindet. Nach der Detonation blieben etwa 14.000 Tonnen Schutt zurück, die nun in den kommenden Schritten fachgerecht entsorgt und aufbereitet werden müssen. Die Aktion verlief nach Angaben des Unternehmens planmäßig und unter strengen Sicherheitsvorkehrungen, um Mensch und Umwelt in der unmittelbaren Umgebung des Kraftwerksgeländes zu schützen.

Details zum Rückbau und den Sicherheitsmaßnahmen

Die Dimensionen des abgerissenen Schornsteins unterstreichen die einstige Bedeutung des Standorts. Das Kraftwerk Frimmersdorf war zu seiner Blütezeit Anfang der 1970er Jahre das größte Braunkohlekraftwerk der Welt und verfügte über insgesamt 36 Kühltürme, die das Landschaftsbild über Jahrzehnte prägten. Um die Sprengung sicher durchführen zu können, hatte RWE im Vorfeld umfangreiche Sicherheitsbereiche rund um das Kraftwerksgelände eingerichtet. Zudem mussten verschiedene Verkehrswege in der näheren Umgebung für den Zeitraum der Arbeiten temporär gesperrt werden. Bereits am 20. August hatte der Konzern in einer offiziellen Mitteilung angekündigt, dass die betroffenen Verkehrsstrecken unmittelbar nach Abschluss der Sprengarbeiten und der notwendigen Sicherheitsüberprüfungen wieder für den öffentlichen Verkehr freigegeben werden sollen. Die schiere Menge von 14.000 Tonnen Bauschutt verdeutlicht den enormen Aufwand, der mit dem Rückbau einer solchen Industrieanlage verbunden ist.

Historischer Hintergrund des Standorts

Die Geschichte des Kraftwerks Frimmersdorf ist eng mit der Entwicklung der Braunkohleförderung im Rheinland verknüpft. Als zentraler Bestandteil der Energieversorgung am Tagebau Garzweiler nahm die Anlage in den 1970er Jahren eine Spitzenposition in der weltweiten Stromerzeugung aus Braunkohle ein. Über viele Jahre hinweg war der Standort ein Symbol für den industriellen Aufstieg der Region und die Bedeutung der heimischen Kohle für das nationale Stromnetz. Mit dem Wandel der Energiepolitik und der schrittweisen Abkehr von fossilen Brennstoffen verlor das Kraftwerk jedoch an Bedeutung, was letztlich zur Stilllegung der Anlage führte. Der nun laufende Rückbau ist ein notwendiger Prozess, um das Gelände für eine neue Nutzung vorzubereiten und die Hinterlassenschaften der jahrzehntelangen industriellen Nutzung systematisch zu beseitigen.

Die Akteure und der Zeitplan bis 2028

Der Energiekonzern RWE zeichnet als Eigentümer und Betreiber für den gesamten Rückbauprozess verantwortlich. Das Unternehmen koordiniert die komplexen Spreng- und Abrissarbeiten, die nach aktuellem Stand bis zum Jahr 2028 vollständig abgeschlossen sein sollen. Dabei verfolgt RWE eine differenzierte Strategie: Während die meisten technischen Anlagen und Schornsteine dem Abriss geweiht sind, sollen einige ausgewählte Gebäude und Anlagenteile bewusst erhalten bleiben. Diese dienen als Zeugnisse der Industriegeschichte des Rheinlands und sollen an die Ära der Braunkohleverstromung an diesem Standort erinnern. Die Entscheidung, welche Teile bewahrt werden, spiegelt den Wunsch wider, das industrielle Erbe trotz des notwendigen Rückbaus in Teilen für die Nachwelt zu sichern.

Einordnung und offene Fragen

Einzuordnen ist die Sprengung als notwendiger Schritt im Rahmen der Dekarbonisierung und der Flächensanierung. Der Rückbau ist ein sichtbares Zeichen für den strukturellen Wandel in Nordrhein-Westfalen. Den Berichten zufolge ist die Sprengung ein Routinevorgang im Rahmen des Gesamtkonzepts, das RWE für den Standort Frimmersdorf entwickelt hat. Dennoch bleiben einige Fragen offen: Der Quelltext macht keine Angaben dazu, wie die 14.000 Tonnen Schutt konkret weiterverwendet oder entsorgt werden. Auch bleibt unklar, welche spezifischen Gebäude als Industriedenkmal erhalten bleiben sollen und wie deren langfristige Erhaltung finanziert wird. Zudem wird nicht explizit thematisiert, welche ökologischen Maßnahmen zur Rekultivierung des Geländes nach dem vollständigen Abriss im Jahr 2028 geplant sind. Die zukünftige Nutzung der freigewordenen Flächen bleibt somit ein Thema, das in den kommenden Jahren weiter an Bedeutung gewinnen dürfte, wenn die Abrissbagger ihre Arbeit beendet haben.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/kumuluswolken-2566844/ · Foto: Johannes Plenio
Quelle: https://www.tagesschau.de/inland/regional/nordrheinwestfalen/rwe-sprengung-schornstein-frimmersdorf-100.html