Nächtlicher Vorfall im Odenwald
In den frühen Morgenstunden des Dienstags wurde die Ruhe in der hessischen Gemeinde Fürth (Bergstraße) durch eine gewaltsame Tat gestört. Gegen 4:30 Uhr kam es in einer ansässigen Bankfiliale zu einer Sprengung eines Geldautomaten. Trotz der massiven Einwirkung auf das Gerät gelang es den Tätern nach ersten Erkenntnissen der Polizei nicht, an die im Inneren befindlichen Geldkassetten zu gelangen. Die Täter gingen somit nach aktuellem Stand leer aus.
Zeugenaussagen zufolge wurden zwei Männer beobachtet, die nach der Detonation fluchtartig den Tatort verließen. Die Flucht erfolgte in einem dunklen Fahrzeug, das in der Folge zu einem zentralen Anhaltspunkt für die internationalen Ermittlungen wurde.
Schäden am Gebäude und Evakuierung
Die betroffene Bankfiliale befindet sich im Erdgeschoss eines Wohnhauses. Durch die Wucht der Sprengung wurde das Gebäude erheblich beschädigt; unter anderem wurde eine Wasserleitung zerstört, was einen Feuerwehreinsatz erforderlich machte, um einen entstandenen Brand zu löschen. Glücklicherweise stufen die Behörden das Gebäude trotz der Schäden nicht als einsturzgefährdet ein. Die Bewohner des Hauses konnten das Gebäude unverletzt verlassen. Für die Dauer der Spurensicherung durch das Hessische Landeskriminalamt musste die Heppenheimer Straße zwischen der Ellenbacher und der Kröckelbacher Straße vorübergehend für den Verkehr gesperrt werden.
Internationale Spur führt nach Amsterdam
Die Ermittlungen nahmen im Tagesverlauf eine unerwartete Wendung, als das in Fürth genutzte Fluchtfahrzeug in den Niederlanden lokalisiert wurde. Nach Angaben der Nachrichtenagentur ANP war der Wagen in Amsterdam in eine Verfolgungsjagd mit der dortigen Polizei verwickelt, die in einem Unfall des Fahrzeugs endete. Die Insassen konnten sich nach dem Unfall zu Fuß entfernen.
Die niederländischen Einsatzkräfte leiteten daraufhin eine großangelegte Fahndung ein, bei der neben Polizeikräften auch Hubschrauber, Drohnen und Spürhunde zum Einsatz kamen. Aufgrund der Sorge, dass sich noch Sprengstoff im verunfallten Auto befinden könnte, wurden im Umkreis von 100 Metern mehrere Wohnungen sowie ein Pflegeheim vorsorglich evakuiert.
Hintergrund und polizeiliche Zusammenarbeit
Der Vorfall in Fürth reiht sich in eine Serie von Sprengungen ein, bei denen niederländische Banden seit Jahren in Deutschland in Erscheinung treten. Die grenzüberschreitende Kriminalität stellt die Sicherheitsbehörden vor Herausforderungen, weshalb die Polizei in Hessen und den Niederlanden eng zusammenarbeitet, um die flüchtigen Tatverdächtigen zu identifizieren und zu fassen. Die Ermittlungen zum genauen Tathergang und zur Identität der Beteiligten dauern an.