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DFB-Pokal: SV Wehen Wiesbaden erwartet "brutale Herausforderung" gegen Leverkusen
Regional · 21.08.2026 12:48

DFB-Pokal: SV Wehen Wiesbaden erwartet "brutale Herausforderung" gegen Leverkusen

Kurz: Der SV Wehen Wiesbaden steht vor einer Herkulesaufgabe im DFB-Pokal gegen Bayer Leverkusen. Trainer Daniel Scherning setzt trotz der Krise auf die Pokal-Magie.

Ein ungleiches Duell im DFB-Pokal

Der SV Wehen Wiesbaden steht vor einer sportlichen Aufgabe, die kaum anspruchsvoller sein könnte. Am kommenden Samstag um 13 Uhr empfängt der hessische Drittligist den Bundesligisten Bayer Leverkusen in der ersten Runde des DFB-Pokals. Für die Gastgeber ist diese Begegnung weit mehr als nur ein Pflichtspiel; es ist ein Kräftemessen mit einer der besten Mannschaften Deutschlands. Trainer Daniel Scherning hat im Vorfeld der Partie keinen Hehl daraus gemacht, dass sein Team als krasser Außenseiter in dieses Duell geht. Die Rollenverteilung ist eindeutig, und die sportliche Ausgangslage könnte für den SVWW kaum schwieriger sein. Dennoch herrscht im Lager der Wiesbadener eine Mischung aus Respekt vor der Aufgabe und einer gewissen Vorfreude auf das Außergewöhnliche. Es ist ein Tag, an dem das Team die Chance hat, sich auf einer großen Bühne zu präsentieren, auch wenn die Erfolgsaussichten gegen den runderneuerten Kader der Leverkusener als äußerst gering eingestuft werden müssen. Die Vorbereitung auf dieses Spiel findet unter dem Eindruck einer schwierigen sportlichen Situation in der Liga statt, was die Herausforderung noch einmal vergrößert.

Die sportliche Ausgangslage und personelle Sorgen

Die aktuelle Verfassung des SV Wehen Wiesbaden ist alles andere als ideal für ein solches Highlight-Spiel. Der Start in die neue Drittliga-Saison verlief für die Hessen äußerst enttäuschend. Nach einer unglücklichen 1:3-Heimniederlage gegen den Absteiger Preußen Münster folgte eine deutliche 0:4-Klatsche beim Aufsteiger Würzburger Kickers. Diese Ergebnisse haben Spuren hinterlassen, und die Mannschaft steht unter Druck, das Ruder zeitnah herumzureißen. Personell muss Trainer Daniel Scherning zudem einen schmerzhaften Ausfall verkraften: Der Neuzugang Philipp Hercher, der in den ersten beiden Saisonspielen noch auf der rechten Seite zum Einsatz kam, fällt für die Pokalpartie aufgrund leichter muskulärer Probleme aus. Als mögliche Alternativen für diese Position nannte der Coach den jungen Ben Nink, der im Sommer mit der deutschen U19-Nationalmannschaft Vize-Europameister wurde, sowie die offensiver ausgerichteten Akteure Simon Stehle und Robin Kalem. Scherning deutete zudem an, dass er taktisch flexibel reagieren könnte. Unter der Woche wurde intensiv an einer Umstellung auf eine Viererkette und ein 4-4-2-System gearbeitet, um dem Leverkusener Angriff besser begegnen zu können und defensiv stabiler zu stehen.

Historische Pokal-Momente als Hoffnungsschimmer

Obwohl die aktuelle Form des SV Wehen Wiesbaden zu wünschen übrig lässt, blickt der Verein auf eine stolze Tradition im DFB-Pokal zurück. In den vergangenen Jahren gelang es den Hessen mehrfach, Bundesligisten an den Rand einer Niederlage zu bringen. Spiele wie das 2:3 gegen RB Leipzig, das 1:3 nach Verlängerung gegen den 1. FSV Mainz 05 oder das knappe 2:3 gegen den FC Bayern München sind den Fans noch in bester Erinnerung. Diese Partien haben gezeigt, dass der SVWW vor heimischer Kulisse über sich hinauswachsen kann. Trainer Daniel Scherning, der in seiner Zeit als Trainer beim VfL Osnabrück bereits einen Bundesligisten aus dem Wettbewerb werfen konnte, weiß um den besonderen Reiz dieser Spiele. Er betont jedoch, dass sich die Zeiten geändert haben. Die Bundesligisten gehen den Pokal heutzutage deutlich ernster an, was die Wahrscheinlichkeit für Sensationen spürbar gesenkt hat. Statistisch gesehen konnten in der ersten Runde der vergangenen Saison nur drei klassentiefere Vereine ihre Spiele gegen höherklassige Gegner gewinnen. Dennoch bleibt die Hoffnung, dass die Atmosphäre im Stadion, das voraussichtlich ausverkauft sein wird, zusätzliche Energien freisetzen kann.

Die Stimmung im Team und die Rolle der Akteure

Die Spieler des SV Wehen Wiesbaden gehen trotz der sportlichen Krise mit einer positiven Einstellung in das Duell gegen Leverkusen. Tarik Gözüsirin äußerte sich in einem vereinseigenen Interview kämpferisch und betonte die Vorfreude innerhalb der Mannschaft. Für die Spieler ist das Pokalspiel eine willkommene Abwechslung zum tristen Drittliga-Alltag, in dem es zuletzt kaum Erfolgserlebnisse gab. Gözüsirin, der bereits bei früheren Pokal-Überraschungen gegen Mainz und Bayern auf dem Platz stand, weiß, dass man in solchen Begegnungen auf Augenhöhe agieren kann, wenn man bereit ist, über die eigenen Grenzen zu gehen. Die Marschroute für Samstag ist klar: Die Mannschaft will „All-in“ gehen und nichts zu verlieren haben. Trainer Scherning unterstützt diesen Ansatz und versucht, gute Laune und Optimismus zu verbreiten. Er sieht das Spiel als eine seltene Gelegenheit, sich mit den Besten des Landes zu messen, und möchte, dass seine Spieler diese Chance als Privileg begreifen. Die Kulisse im Stadion soll dabei als zusätzlicher Motivator dienen, um die Spieler zu Höchstleistungen anzutreiben.

Einordnung der Kräfteverhältnisse

Einzuordnen ist die Partie als ein klassisches David-gegen-Goliath-Duell, bei dem die sportliche Kluft zwischen beiden Vereinen derzeit kaum größer sein könnte. Bayer Leverkusen reist mit einem neuen Trainer und einem runderneuerten Kader an, der individuell mit hochkarätigen Spielern besetzt ist. Scherning brachte es auf den Punkt, als er feststellte, dass jeder einzelne Leverkusener Startelf-Spieler einen höheren Marktwert besitzt als der gesamte Kader des SV Wehen Wiesbaden zusammen. Den Berichten zufolge ist die Herausforderung für den Drittligisten als „brutal“ zu bezeichnen, da Leverkusen eine internationale Spitzenmannschaft ist. Die taktische Disziplin und die körperliche Verfassung werden entscheidende Faktoren sein, ob der SVWW das Spiel lange offenhalten kann. Während der SVWW in der Liga noch nach seiner Identität sucht, ist Leverkusen als Bundesligist in einer völlig anderen sportlichen Sphäre unterwegs. Dennoch liegt der Reiz des DFB-Pokals genau in dieser Unvorhersehbarkeit, auch wenn die nüchterne Analyse der Leistungsdaten klar für den Favoriten aus dem Rheinland spricht.

Offene Fragen und der Blick nach vorne

Obwohl die Rahmenbedingungen für das Spiel weitgehend geklärt sind, bleiben einige Fragen offen. Es ist beispielsweise noch nicht abschließend geklärt, welche taktische Ausrichtung Scherning letztlich wählen wird. Wird die Umstellung auf die Viererkette gegen die offensivstarken Leverkusener tatsächlich die erhoffte Stabilität bringen? Zudem bleibt abzuwarten, wie das Team auf die bisherigen Rückschläge in der Liga reagiert, sollte Leverkusen früh in Führung gehen. Auch die Frage der Zuschauerzahl ist noch nicht final beantwortet, da zum Zeitpunkt der Berichterstattung noch Tickets für die Partie verfügbar waren. Wie es nach dem Pokalspiel weitergeht, ist ebenfalls noch offen. Der Fokus liegt zwar voll auf dem Samstag, doch der Verein wird nach dem Pokal-Highlight schnell wieder in den harten Alltag der dritten Liga zurückkehren müssen. Die Partie gegen Leverkusen könnte jedoch als Katalysator dienen, um das Selbstvertrauen der Mannschaft für die kommenden Ligaspiele wieder aufzubauen – unabhängig vom Ergebnis am Samstag.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/historische-strassenlaterne-in-heidelberg-deutschland-29686621/ · Foto: Christina & Peter
Quelle: https://www.tagesschau.de/inland/regional/hessen/hr-dfb-pokal-sv-wehen-wiesbaden-erwartet-brutale-herausforderung-gegen-leverkusen-102.html