Ein Aufruf zur Mitgestaltung: Die zweite Amtszeit des Jugendgremiums beginnt
Die Stadt Kassel hat offiziell den Startschuss für die Wahl des neuen Jugendgremiums gegeben. Nachdem das erste Gremium in den vergangenen anderthalb Jahren erfolgreich bewiesen hat, dass junge Menschen in der Kommunalpolitik eine gewichtige Stimme haben, sucht die Stadt nun nach engagierten Nachfolgern. Die Bewerbungsphase für die zweite Amtsperiode ist bereits eröffnet. Ziel der Initiative ist es, Jugendlichen eine Plattform zu bieten, auf der sie nicht nur ihre eigenen Anliegen formulieren, sondern aktiv an städtischen Entscheidungen mitwirken können. Bürgermeisterin und Jugenddezernentin Nicole Maisch betonte in diesem Zusammenhang die beeindruckende Energie, die das erste Gremium in den vergangenen Monaten gezeigt hat. Die jungen Abgeordneten haben durch ihre Arbeit an Themen wie Hitzeschutz, der Verbesserung der digitalen Infrastruktur und der Einrichtung von Notrufsäulen bereits deutliche Spuren in der Kasseler Stadtpolitik hinterlassen. Mit der nun startenden Informationskampagne möchte die Stadtverwaltung sicherstellen, dass auch in der kommenden Wahlperiode wieder zahlreiche motivierte Jugendliche zusammenkommen, um die Interessen ihrer Altersgenossen wirksam zu vertreten und die Stadt aktiv mitzugestalten.
Die Arbeitsweise und Befugnisse des Gremiums
Das Jugendgremium in Kassel ist weit mehr als ein bloßes Diskussionsforum. Es handelt sich um ein offizielles Beteiligungsorgan, das an planungsrelevanten Prozessen der Stadtverwaltung direkt beteiligt wird. Die gewählten Mitglieder verfügen über formale Rede- und Antragsrechte in der Stadtverordnetenversammlung sowie in den dazugehörigen Ausschüssen. Damit ist das Gremium rechtlich den etablierten Institutionen wie dem Seniorenbeirat oder dem Behindertenbeirat gleichgestellt. Die Struktur des Gremiums sieht vor, dass es aus bis zu 39 Mitgliedern bestehen kann, die für die Dauer von zwei Jahren gewählt werden. Ein wesentliches Merkmal der Arbeit ist die finanzielle Eigenverantwortung: Dem Gremium steht ein jährliches Budget von 10.000 Euro zur Verfügung, das von den Mitgliedern selbst verwaltet wird. Die inhaltliche Arbeit findet in verschiedenen thematischen Arbeitsgruppen statt, die sich beispielsweise mit Bildung, Digitalisierung, Antidiskriminierung oder sozialen Aspekten befassen. Die pädagogische Begleitung und die administrative Unterstützung durch die Geschäftsstelle im Jugendamt stellen sicher, dass die Jugendlichen bei ihrer Arbeit professionell unterstützt werden und ihre Projekte zielgerichtet umsetzen können.
Voraussetzungen für eine Kandidatur und der formale Ablauf
Wer sich für die Wahl zur Verfügung stellen möchte, muss bestimmte Kriterien erfüllen. Die Altersspanne für eine Kandidatur liegt zwischen 13 und 19 Jahren. Die Staatsbürgerschaft spielt dabei keine Rolle; entscheidend ist der Hauptwohnsitz in Kassel. Dieser muss seit mindestens sechs Wochen vor dem Stichtag, dem 10. Januar 2027, offiziell gemeldet sein. Der formale Bewerbungsprozess erfordert eine handschriftliche Einreichung der Unterlagen bei der Wahlbehörde, konkret beim Jugendamt in der Mühlengasse 1. Die Frist für die Einreichung der Kandidaturen endet am Montag, den 2. November, um 18 Uhr. Sollte eine Kandidatur bereits vorab digital erklärt worden sein, können die schriftlichen Unterlagen noch bis zum 7. November 2026 nachgereicht werden. Für Bewerberinnen und Bewerber, die das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, ist zudem die Unterschrift der Sorgeberechtigten zwingend erforderlich. Die Unterlagen müssen neben den persönlichen Daten wie Name, Geburtsdatum und Anschrift auch den Willen zur Kandidatur klar zum Ausdruck bringen. Nach der Wahl erhalten die Mitglieder für ihre Teilnahme an der Vollversammlung eine Aufwandsentschädigung, die analog zu den Regelungen für den Senioren- und Behindertenbeirat festgelegt ist.
Vorbereitung und Unterstützung für interessierte Jugendliche
Um den Einstieg in die Kandidatur zu erleichtern, bietet die Stadt Kassel ein spezielles Informationsangebot an. In den Herbstferien findet der sogenannte „Kandidaturen-Kickstart“ statt. Diese Veranstaltung richtet sich an alle, die sich für eine mögliche Bewerbung interessieren oder tiefergehende Einblicke in die Arbeitsweise des Jugendgremiums gewinnen möchten. Der Workshop findet am 17. und 18. Oktober jeweils von 10 bis 16 Uhr in der UK14 in der Unteren Karlsstraße 14 statt. Das Programm umfasst nicht nur allgemeine Informationen, sondern auch einen Rhetorik-Workshop, der den Jugendlichen helfen soll, ihre Anliegen selbstbewusst zu formulieren. Zudem bietet die Veranstaltung Raum, um eigene Ideen für Kassel zu entwickeln und sich mit anderen potenziellen Kandidaten zu vernetzen. Anmeldungen sind per E-Mail, telefonisch oder persönlich im Haus der Jugend möglich. Diese Unterstützung ist ein zentraler Bestandteil der städtischen Strategie, um Hürden abzubauen und eine breite Beteiligung zu ermöglichen. Die pädagogischen Fachkräfte stehen den Jugendlichen dabei beratend zur Seite, um faire Startbedingungen für alle Interessierten zu schaffen.
Der Weg zur Wahl: Zulassung und Wahlkampf
Nachdem die Bewerbungsfrist am 7. November 2026 abgelaufen ist, tritt der Wahlausschuss zusammen. Dieses Gremium setzt sich aus der zuständigen Dezernentin, Bürgermeisterin Nicole Maisch, sowie vier weiteren Mitgliedern aus der Gruppe der Wahlberechtigten zusammen. Die Aufgabe des Ausschusses besteht in der Prüfung der Zulassung der Kandidierenden sowie in der Festlegung der endgültigen Anzahl der Sitze im neuen Jugendgremium. Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Gestaltung des Wahlkampfes. Um Chancengleichheit zu gewährleisten, erfolgt dieser zentral gesteuert über die Website des Jugendgremiums. Dort haben alle Kandidierenden die Möglichkeit, sich mit einem Foto, einem Steckbrief und ihren zentralen politischen Themen vorzustellen. Die pädagogische Begleitung unterstützt die Jugendlichen bei der Erstellung dieser Inhalte, um eine professionelle und faire Darstellung zu garantieren. Vor dem eigentlichen Wahlzeitraum, der vom 15. bis zum 21. Februar 2027 stattfindet und komplett online durchgeführt wird, ist zudem eine weitere Werbephase geplant, die mindestens eine öffentliche Wahlkampfveranstaltung beinhalten soll.
Offene Fragen und der weitere Zeitplan
Obwohl der Prozess für die Wahl des zweiten Jugendgremiums detailliert geplant ist, bleiben einige Aspekte im Quelltext unerwähnt. So wird beispielsweise nicht explizit darauf eingegangen, wie mit einer eventuellen Unterbesetzung umgegangen würde, sollte die Zahl der Bewerbungen hinter den Erwartungen zurückbleiben. Auch die konkreten Kriterien, nach denen der Wahlausschuss über die endgültige Mitgliederzahl entscheidet, werden nur allgemein angerissen. Ebenso bleibt unklar, wie die Gewichtung der verschiedenen thematischen Arbeitsgruppen in Zukunft aussehen wird, da dies stark von den Interessen der neuen Mitglieder abhängt. Der weitere Zeitplan ist jedoch klar definiert: Die Amtszeit des neuen Gremiums beginnt offiziell am 1. März 2027. Innerhalb der ersten sechs Wochen nach diesem Termin findet die konstituierende Sitzung statt, in der sich das Gremium organisieren und seine Arbeit aufnehmen wird. Bis dahin liegt der Fokus der Stadtverwaltung vollständig auf der Gewinnung neuer Kandidaten und der Durchführung eines transparenten Wahlverfahrens, das die demokratische Teilhabe junger Menschen in Kassel nachhaltig stärken soll.