Verstärkte Kontrollen auf deutschen Straßen
Im Zeitraum vom 3. bis zum 9. August 2026 findet bundesweit eine sogenannte „Speedweek“ statt. In vielen Bundesländern startet zudem ein Blitzermarathon, bei dem die Polizei verstärkt Geschwindigkeitskontrollen durchführt. Ziel dieser Maßnahmen ist es, Raser gezielt ins Visier zu nehmen und die Sicherheit im Straßenverkehr durch die Prävention von Unfällen zu erhöhen. Nicht alle Bundesländer beteiligen sich an dieser Aktion; so nehmen Bayern, Sachsen und das Saarland laut Berichten nicht an dem Blitzermarathon teil.
Das Fahreignungsregister als Indikator
Daten aus dem Fahreignungsregister (FAER) in Flensburg geben Aufschluss über das Verhalten der Verkehrsteilnehmer. Im Jahr 2025 wurden dort insgesamt rund 4,2 Millionen Verkehrsverstöße erfasst. Dabei zeigt sich, dass Geschwindigkeitsüberschreitungen die Liste der Delikte anführen. Allein 2,5 Millionen dieser Verstöße entfielen auf das zu schnelle Fahren.
Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass diese Statistik nicht die Gesamtzahl aller geblitzten Fahrer widerspiegelt. Das FAER führt lediglich jene Verstöße auf, die mit Punkten geahndet werden oder den Entzug der Fahrerlaubnis zur Folge haben könnten – also solche, die eine direkte Gefährdung für den Verkehrsteilnehmer selbst oder andere darstellen. Geringfügige Ordnungswidrigkeiten, die lediglich ein Bußgeld ohne Punkte nach sich ziehen, tauchen in dieser spezifischen Statistik nicht auf.
Historischer Vergleich und Trends
Betrachtet man die Entwicklung der Geschwindigkeitsverstöße, so zeigt sich im Vergleich zum Vorjahr ein leichter Anstieg. Setzt man die aktuellen Zahlen jedoch in Relation zur Zeit vor der Corona-Pandemie, ist ein Rückgang erkennbar. Im Jahr 2018 wurden beispielsweise noch 3,1 Millionen Geschwindigkeitsüberschreitungen im Register vermerkt.
Sanktionen bei Geschwindigkeitsverstößen
Wer die zulässige Höchstgeschwindigkeit überschreitet, muss mit abgestuften Konsequenzen rechnen. Neben den finanziellen Bußgeldern, die je nach Ortslage und Fahrzeugtyp variieren, greift ab einer Überschreitung von mehr als 20 Kilometern pro Stunde die Punkte-Regelung in Flensburg.
Besonders schwerwiegende Verstöße ziehen ein Fahrverbot nach sich:
- Innerorts: Ab 31 km/h zu schnell.
- Außerorts: Ab 41 km/h zu schnell.
In diesen Fällen werden neben dem Bußgeld zwei Punkte im Register eingetragen. Für spezielle Fahrzeugkategorien wie Pkw mit Anhänger, Busse oder Fahrzeuge über 3,5 Tonnen gelten aufgrund des erhöhten Gefahrenpotenzials gesonderte, teils strengere Bußgeldtabellen.
Geschlechterverteilung im Register
Die Daten des Kraftfahrtbundesamtes verdeutlichen zudem eine Diskrepanz zwischen den Geschlechtern. Zum Jahresbeginn 2026 waren rund 7,6 Millionen Männer und knapp 2,5 Millionen Frauen im Fahreignungsregister erfasst. Dabei muss jedoch berücksichtigt werden, dass auch die Anzahl der Führerscheininhaber bei Männern mit etwa 30,8 Millionen höher liegt als bei Frauen (25,7 Millionen).
Bei den reinen Geschwindigkeitsverstößen des Jahres 2025 zeigt sich ein deutlicher Trend: Etwa 77 Prozent dieser Verstöße wurden von Männern begangen, während auf Frauen rund 23 Prozent entfielen.
Ausblick und rechtliche Anpassungen
Die Behörden arbeiten kontinuierlich daran, die Wirksamkeit des Punktesystems zu verbessern. So gibt es Bestrebungen, eine rechtliche Grauzone zu schließen, die es bisher ermöglichte, Punkte in Flensburg auf Bekannte oder Dienstleister zu übertragen. Mit der Schließung dieses Schlupflochs soll die Verbindlichkeit der Sanktionen gestärkt werden.