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Batterieforschung: Keine Hochtemperaturbatterien aus der Lausitz
Technik · 04.08.2026 11:25

Batterieforschung: Keine Hochtemperaturbatterien aus der Lausitz

Kurz: Die geplante Batteriefabrik in der Lausitz wird nicht gebaut. Trotz erfolgreicher Prototypen scheiterte das Projekt an der schwierigen Investorensuche.

Ein ambitioniertes Vorhaben vor dem Aus

Das Vorhaben, im sächsischen Industriepark Schwarze Pumpe eine Batteriefabrik für keramische Hochtemperaturspeicher zu errichten, ist offiziell beendet. Wie das australische Unternehmen Altech mitteilte, wird das Projekt nicht weiterverfolgt. Die geplante Investitionssumme von 160 Millionen Euro konnte nicht durch einen geeigneten Partner gedeckt werden. Trotz einer in Aussicht gestellten staatlichen Förderung in Höhe von 46 Millionen Euro, die an die Schaffung von rund 1.000 Arbeitsplätzen geknüpft war, reichte das finanzielle Fundament für das Vorhaben nicht aus. Laut Unternehmensangaben rechtfertigten die Gesamtkosten sowie die laufenden Betriebsausgaben das Risiko einer Serienfertigung unter den aktuellen Bedingungen nicht.

Die Konsequenz aus dieser Entscheidung ist die Rückabwicklung des Grundstückskaufs. Die Fläche wird an die Kommune Spreetal zurückgegeben. Die Patente für die zugrundeliegende Technologie verbleiben beim Fraunhofer-Institut für keramische Technologien und Systeme (IKTS), das maßgeblich an der Entwicklung beteiligt war.

Technologische Erfolge im Projekt Cerenergy

Das Projekt, bekannt unter dem Namen Cerenergy, galt als vielversprechender Ansatz für stationäre Energiespeicher. Gemeinsam mit Altech hatte das Fraunhofer IKTS im Jahr 2024 einen voll funktionsfähigen Prototyp präsentiert. Die Technologie basierte auf einer Kombination aus Natrium, Nickel, Chlor und Schwefel.

Die Leistungsdaten des Prototyps waren laut Projektverantwortlichen überdurchschnittlich:

* **Lebensdauer:** Zehn Jahre bei täglicher Nutzung.

* **Wirkungsgrad:** Über 90 Prozent der gespeicherten Energie konnten wieder abgegeben werden.

* **Temperaturmanagement:** Durch eine Betriebstemperatur von 300 Grad Celsius entfiel die Notwendigkeit einer aufwendigen Klimatisierung der Zellen.

Das Ziel war es, eine kostengünstige und materialeffiziente Alternative zu gängigen Speichersystemen zu etablieren, die insbesondere für den stationären Einsatz in der Energiewende optimiert ist.

Marktveränderungen als entscheidender Faktor

Der wirtschaftliche Rahmen für das Projekt hatte sich seit dem Start im Jahr 2022 massiv gewandelt. Zum Zeitpunkt der Projektinitiierung lag das Ziel bei Produktionskosten von 100 Euro pro Kilowattstunde (kWh). Dies galt damals als äußerst wettbewerbsfähiger Wert, da sich die Preise für Lithium innerhalb eines Jahres verfünffacht hatten.

In den Folgejahren änderte sich die Marktsituation jedoch grundlegend. Der Lithiumpreis sank wieder auf das Niveau vor der Kostenexplosion. Gleichzeitig machten technologische Fortschritte bei Lithium-Eisenphosphat-Batterien sowie die zunehmende Verbreitung von Natrium-Ionen-Batterien den Markt deutlich kompetitiver. Mittlerweile liegen die Kosten für Batteriezellen weit unter der Marke von 100 Euro pro kWh. Diese veränderten Marktbedingungen dürften maßgeblich dazu beigetragen haben, dass sich keine Investoren für die Produktion der keramischen Batterien finden ließen.

Ausblick und Einordnung

Das Scheitern der Fabrikplanung in der Lausitz verdeutlicht, wie schnell technologische Entwicklungen durch Marktdynamiken überholt werden können. Während der Prototyp technisch überzeugte, konnte das Geschäftsmodell dem Preisdruck der etablierten Lithium-Technologien nicht standhalten. Für die Region bedeutet dies den Verlust eines potenziellen industriellen Leuchtturmprojekts. Die weitere Verwendung der Patente durch das Fraunhofer-Institut bleibt abzuwarten, ebenso wie die Frage, ob die keramische Technologie in einem anderen wirtschaftlichen Kontext oder bei veränderten Rohstoffpreisen eine Renaissance erleben könnte.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/vintage-desktop-computer-mit-monitor-und-tastatur-37148217/ · Foto: Ruben Boekeloo
Quelle: https://www.golem.de/news/batterieforschung-keine-hochtemperaturbatterien-aus-der-lausitz-2608-211570.html