Ein Blockbuster am Scheideweg
Im Jahr 2023 setzte der Film »Barbie« neue Maßstäbe in der Filmindustrie. Mit einem Einspielergebnis von rund 1,4 Milliarden Dollar avancierte die Produktion zum erfolgreichsten Kinostart des Jahres. Begleitet von einer beispiellosen Marketingkampagne, prägte das Werk das kulturelle Zeitgeschehen. Doch während das Publikum auf eine Fortsetzung wartet, zeichnet sich hinter den Kulissen ein komplexer Konflikt ab. Drei Jahre nach der Premiere ist ein zweiter Teil noch immer in weiter Ferne.
Der Zeitdruck wächst
Berichten der »New York Times« zufolge läuft dem verantwortlichen Studio Warner Bros. die Zeit davon. Der Kern des Problems liegt in einer vertraglichen Frist: Sollte bis Dezember keine Einigung über ein Sequel erzielt werden, fallen die Filmrechte an dem Franchise zurück an den Spielzeughersteller Mattel. Dies würde das Ende der aktuellen Pläne für eine filmische Fortsetzung bedeuten.
Die Situation ist deshalb so brisant, da Mattel vertraglich zugesichert wurde, an den Gewinnen eines potenziellen zweiten Teils beteiligt zu werden. Damit das Projekt realisiert werden kann, muss das Studio jedoch nicht nur mit dem Rechteinhaber, sondern vor allem mit den zentralen Akteuren vor und hinter der Kamera eine Übereinkunft finden.
Streitpunkt Gewinnbeteiligung
Die Verhandlungen mit den Kreativen – namentlich Regisseurin Greta Gerwig sowie die Hauptdarsteller Margot Robbie und Ryan Gosling – gestalten sich als langwierig. Wie aus Branchenberichten hervorgeht, geht es in den seit Monaten andauernden Gesprächen primär um finanzielle Aspekte. Ein zentraler Streitpunkt sind die Gewinnbeteiligungen der Hauptdarsteller für den Fall, dass der Film erneut hohe Einnahmen an den Kinokassen generiert.
Interessanterweise hatten sich die Beteiligten beim ersten Teil bewusst gegen eine vertragliche Klausel entschieden, die eine Fortsetzung bereits im Vorfeld geregelt hätte. Während Filmstudios üblicherweise darauf drängen, sich Optionen für Sequels frühzeitig zu sichern, verzichtete man in diesem Fall darauf. Dies gibt den Künstlern nun eine stärkere Verhandlungsposition, erschwert aber die Planung für das Studio erheblich.
Kontext und wirtschaftliche Rahmenbedingungen
Die Verzögerung fällt in eine wirtschaftlich unruhige Phase für Warner Bros. Das Studio sieht sich mit Spekulationen über eine mögliche Übernahme durch den Konkurrenten Paramount konfrontiert. Auch wenn dieser Prozess derzeit pausiert, bleibt das »Barbie«-Universum ein essenzieller Baustein des Franchise-Imperiums, dessen Wert das Studio unbedingt sichern möchte.
Greta Gerwig hatte bereits in der Vergangenheit gegenüber dem Magazin »People« ihr Interesse bekundet, in das »Barbie-Land« zurückzukehren. Auch die Autoren des ersten Teils, Gerwig und Noah Baumbach, verfügen laut Berichten bereits über erste inhaltliche Ansätze für eine Fortsetzung. Das Drehbuch zum ersten Teil war seinerzeit für einen Oscar nominiert, was den hohen künstlerischen Anspruch unterstreicht.
Wie geht es weiter?
Selbst wenn in den kommenden Monaten eine Einigung erzielt werden sollte, ist mit einem baldigen Kinostart nicht zu rechnen. Die Produktion eines derartigen Großprojekts erfordert eine lange Vorlaufzeit. Sollte die vertragliche Hürde bis Dezember jedoch nicht genommen werden, droht das Projekt in seiner jetzigen Form zu scheitern. Die kommenden Wochen werden daher entscheidend dafür sein, ob die Reise nach Barbie-Land eine filmische Fortsetzung findet oder ob die Marke in dieser Konstellation vorerst ruht.