Hoher Zeitaufwand für die Fehlerbehebung
Moderne Unternehmens-IT steht vor einer signifikanten Herausforderung: Die Anbindung an Cloud-Dienste und -Provider verschlingt wertvolle Ressourcen. Laut einer aktuellen Untersuchung des DE-CIX, für die über 400 IT- und Infrastrukturentscheider in den USA und Großbritannien befragt wurden, verbringen IT-Abteilungen im Durchschnitt 11,5 Stunden pro Woche allein mit der Behebung von Konnektivitätsproblemen. Dieser hohe Zeitaufwand verdeutlicht, wie stark die operative Stabilität von einer reibungslosen Netzwerkanbindung abhängt.
Trotz dieses hohen Aufwands zeigen sich die befragten Unternehmen optimistisch hinsichtlich ihrer Zukunftsfähigkeit. 96 Prozent der Entscheidungsträger geben an, dass ihre aktuelle Netzwerkinfrastruktur für den geplanten Ausbau von Cloud-Technologien und Künstlicher Intelligenz in den kommenden zwei Jahren ausreichend gerüstet sei. Diese Selbsteinschätzung steht jedoch in einem spannenden Kontrast zu den täglichen technischen Hürden.
Zentrale Hürden im Netzwerkbetrieb
Die Studie identifiziert verschiedene Faktoren, die den reibungslosen Betrieb von Cloud-Umgebungen erschweren. Als größte Herausforderung nennen 28 Prozent der Befragten die Latenz beziehungsweise eine insgesamt langsame Performance der Verbindungen. Dies unterstreicht die kritische Bedeutung der Übertragungsgeschwindigkeit für moderne Workflows.
Auf den weiteren Plätzen der Problemliste finden sich:
* Sicherheitsrisiken: 27 Prozent der Befragten sehen Sicherheitslücken und die Gefahr von DDoS-Angriffen als zentrale Sorge.
* Zuverlässigkeit: 26 Prozent berichten von regelmäßigen Ausfällen oder mangelnder Stabilität.
* Geopolitik und Souveränität: Lediglich 23 Prozent der Befragten in den USA und Großbritannien messen der Datensouveränität und geopolitischen Risiken eine hohe Priorität bei.
Es ist dabei zu beachten, dass die Ergebnisse der Studie primär den angelsächsischen Raum abbilden und nicht eins zu eins auf die Situation in deutschen Unternehmen übertragen werden können.
Multi-Cloud als Komplexitätstreiber
Ein wesentlicher Grund für die steigende Komplexität der Netzwerkinfrastruktur ist die zunehmende Verbreitung von Multi-Cloud-Strategien. Unternehmen nutzen heute vermehrt verschiedene Cloud-Umgebungen parallel, um Daten zu speichern und zu verarbeiten. Diese Diversifizierung führt jedoch zu einer Zunahme an Abhängigkeiten – sowohl in technischer Hinsicht als auch in Bezug auf Compliance-Vorgaben.
Private Anbindungen als Lösungsansatz
Um den Herausforderungen durch Latenz und komplexe Netzwerkanforderungen zu begegnen, setzen viele Unternehmen auf private Anbindungen. Dabei wird der Datenverkehr nicht über das öffentliche Internet, sondern über dedizierte oder logisch getrennte Verbindungen direkt zu den Cloud-Providern geleitet.
Die Akzeptanz dieser Lösung ist bereits hoch: 61 Prozent der befragten Unternehmen nutzen bereits solche privaten Verbindungen, während weitere 31 Prozent eine Implementierung in Erwägung ziehen. Dabei zeigt sich eine deutliche Diskrepanz zwischen den Unternehmensgrößen:
* Großunternehmen ab 1000 Mitarbeitern greifen bereits zu 71 Prozent auf private Anbindungen zurück.
* Im Mittelstand liegt dieser Anteil derzeit noch bei 31 Prozent.
Die steigende Komplexität der IT-Infrastruktur deutet darauf hin, dass die Optimierung der Netzwerkanbindung in den kommenden Jahren ein zentrales Thema für IT-Abteilungen bleiben wird. Die Wahl der richtigen Verbindungsstrategie könnte dabei entscheidend sein, um die wöchentliche Zeitbelastung durch Störungsbehebungen zu reduzieren und Kapazitäten für strategische IT-Projekte freizusetzen.