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Kasseler Woche der Demenz
Regional · 14.09.2026 11:00

Kasseler Woche der Demenz

Kurz: Vom 17. bis 30. September 2026 findet in Kassel die Woche der Demenz statt. Mit rund 50 Veranstaltungen wird für eine offene und solidarische Stadt geworben.

Ein Zeichen für eine solidarische Stadtgesellschaft

Unter dem Motto „Demenz – (k)eine Frage des Alters“ richtet die Stadt Kassel im Jahr 2026 erneut die „Woche der Demenz“ aus. Die Veranstaltungsreihe findet im Zeitraum vom 17. bis zum 30. September statt und orientiert sich zeitlich am Welt-Alzheimertag, der alljährlich am 21. September begangen wird. Ziel des städtischen Engagements ist es, ein klares Zeichen für eine offene und demenzfreundliche Stadtgesellschaft zu setzen. Sozialdezernent Norbert Wett betont, dass es bei den rund 50 geplanten Veranstaltungen primär darum gehe, Räume für Begegnungen und neue Erfahrungen zu schaffen. Das Programm ist breit gefächert und umfasst Vorträge, Gesprächsrunden, musikalische Darbietungen, Tanzveranstaltungen sowie kreative Angebote wie Erinnerungswerkstätten. Die Initiative richtet sich nicht nur an Menschen mit Demenz und deren Angehörige, sondern explizit auch an Fachkräfte und alle Bürgerinnen und Bürger, die sich informieren oder engagieren möchten. Durch den direkten Austausch sollen Vorurteile abgebaut und die gesellschaftliche Teilhabe von Betroffenen gestärkt werden. Die Stadt Kassel möchte damit eine Plattform bieten, auf der neue Perspektiven entdeckt und soziale Kontakte vertieft werden können, um die Herausforderungen einer Demenzerkrankung gemeinsam in den Fokus zu rücken.

Ein vielfältiges Programm für alle Generationen

Das Spektrum der Veranstaltungen ist bemerkenswert umfangreich und deckt unterschiedliche Bedürfnisse ab. Ein besonderer Höhepunkt ist das Konzert „Unvergessen!“ am Sonntag, den 20. September, ab 16 Uhr im Schauspielfoyer des Staatstheaters Kassel. Das Staatsorchester Kassel gestaltet diesen Nachmittag für Menschen mit Demenz, deren Familien und Begleiter. Da Musik oft als Brücke zu verschütteten Erinnerungen und Gefühlen dient, soll dieses Konzert einen emotionalen Raum bieten. Der Intendant Florian Lutz wird das Publikum mit einem Grußwort begrüßen. Der Eintritt sowie Kaffee und Kuchen sind kostenfrei, wobei Tickets an der Theaterkasse oder telefonisch unter 109 42 22 reserviert werden müssen. Ergänzend dazu gibt es zahlreiche fachliche Angebote, wie etwa den Vortrag „Lernen, das Denken von Menschen mit Demenz zu verstehen“ von Ute Simon-Polak am 17. September während der Vollversammlung des Seniorenbeirates. Auch der Zahnärztliche Dienst des Gesundheitsamtes Region Kassel beteiligt sich am 28. September mit einem Vortrag zur Mundgesundheit, während die Stadtbibliothek Kassel im gesamten September mit Medientischen in der Zentralbibliothek und der Jugendbücherei über das Krankheitsbild informiert.

Die Entstehung und Entwicklung des Demenz-Netzwerks

Die „Woche der Demenz“ ist kein isoliertes Ereignis, sondern das Ergebnis einer kontinuierlichen Netzwerkarbeit. Im Jahr 2021 wurde das Demenz-Netzwerk Stadt Kassel ins Leben gerufen, um das Thema Demenz stärker in den öffentlichen Fokus zu rücken und die Sensibilisierung innerhalb der Bevölkerung zu fördern. Dieses Netzwerk fungiert als Zusammenschluss verschiedener Kasseler Institutionen, insbesondere aus den Bereichen der Altenhilfe und des Gesundheitswesens. Die Koordination der Aktivitäten erfolgt durch eine eigens eingerichtete Stelle im Referat für Altenhilfe der Stadt Kassel. Diese Koordinierungs- und Servicestelle fungiert als zentrale Schnittstelle für die Planung der jährlichen Aktionswoche. Die Akteure im Netzwerk engagieren sich seit nunmehr fünf Jahren sehr aktiv, um ein abwechslungsreiches Programm zusammenzustellen. Die Zusammenarbeit zwischen der Stadtverwaltung, dem Staatstheater, dem Seniorenbeirat, dem Medizinischen Dienst Hessen und verschiedenen sozialen Trägern wie dem AWO-Altenzentrum Niederzwehren oder dem Stadtteilzentrum Agathof e.V. zeigt, wie eng die verschiedenen Disziplinen in Kassel miteinander verknüpft sind, um eine ganzheitliche Unterstützung für Betroffene und deren Angehörige zu gewährleisten.

Akteure und Institutionen im Überblick

An der Gestaltung der Woche sind zahlreiche Institutionen beteiligt, die jeweils ihre spezifische Expertise einbringen. Der Seniorenbeirat unter der Vorsitzenden Helga Engelke fungiert als wichtiger Multiplikator, der die Bedeutung von Selbstbestimmung und Teilhabe hervorhebt. Die Beratungsstelle Älterwerden der Stadt Kassel sowie der Pflegestützpunkt Stadt Kassel sind zentrale Anlaufstellen, die sowohl bei Infoständen, etwa in der GALERIA Kassel am Service Point, als auch bei spezifischen Fachvorträgen zur Pflegebegutachtung und Vorsorgevollmacht beratend zur Seite stehen. Ebenso eingebunden ist das Zentrum für Menschen mit Demenz und Angehörige (ZEDA) sowie der Sozialpsychiatrische Dienst des Gesundheitsamtes Region Kassel. Auch externe Referenten wie Birgit Schwalm, eine freiberufliche Beraterin in der Altenhilfe, bereichern das Programm durch wissenschaftlich fundierte Einblicke in die Prävention von Demenzerkrankungen. Die Betreuungsbehörde der Stadt Kassel übernimmt die Aufklärung über rechtliche Vorsorgemöglichkeiten, während das Stadtmuseum Kassel durch das Angebot eines „Erzählcafés“ einen niedrigschwelligen, kulturellen Zugang zum Thema Erinnerung und Austausch ermöglicht.

Einordnung der Bedeutung für die Stadtgesellschaft

Die Relevanz einer solchen Aktionswoche ist vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung und der hohen Zahl an Betroffenen – bundesweit sind rund 1,8 Millionen Menschen an Demenz erkrankt – kaum zu unterschätzen. Den Berichten zufolge ist die Alzheimer-Erkrankung die am häufigsten auftretende Form, wobei auch jüngere Menschen unter 65 Jahren betroffen sein können. Einzuordnen ist das Engagement der Stadt Kassel als Versuch, die Stigmatisierung der Erkrankung abzubauen. Durch die Kombination aus fachlicher Information, wie sie etwa bei der Pflegebegutachtung vermittelt wird, und kulturellen Formaten wie dem Konzert oder dem Erzählcafé, wird Demenz als ein Thema begriffen, das die gesamte Gesellschaft betrifft. Die Veranstaltungen zielen darauf ab, das Verständnis für die Lebenssituation von Betroffenen zu schärfen. Indem die Stadt Kassel Räume für den Austausch bietet, wird vermittelt, dass Menschen mit Demenz weiterhin Teil der Gemeinschaft sind und ihre Fähigkeiten, sofern unterstützt, einbringen können. Die Woche der Demenz dient somit als Katalysator für ein solidarisches Miteinander, das über die medizinische Versorgung hinausgeht.

Offene Fragen und ungeklärte Aspekte

Obwohl das Programm der Woche der Demenz 2026 sehr detailliert ist, bleiben einige Aspekte im Quelltext unbeantwortet. So wird zwar die Notwendigkeit von Anmeldungen für viele Veranstaltungen explizit erwähnt, doch bleibt offen, wie hoch die maximale Kapazität der jeweiligen Veranstaltungsorte ist, insbesondere bei den Vorträgen in der Fünffensterstraße oder im AWO-Altenzentrum. Auch wird nicht konkretisiert, wie der langfristige Erfolg dieser Sensibilisierungskampagnen gemessen wird oder welche spezifischen Auswirkungen die „Woche der Demenz“ auf die politische Arbeit der Stadt Kassel in den darauffolgenden Monaten hat. Zudem werden keine Angaben dazu gemacht, ob die Angebote des Demenz-Netzwerks auch über die Aktionswoche hinaus in dieser Dichte bestehen bleiben oder ob es sich primär um eine punktuelle Konzentration von Informationen handelt. Die konkrete Finanzierung der einzelnen Programmbausteine wird ebenfalls nicht explizit erläutert, ebenso wenig wie die Frage, inwiefern die mediale Reichweite der Kampagne auch Menschen erreicht, die bisher noch keinen Kontakt zu den Beratungsstellen hatten.

Der Weg in die Zukunft und kommende Termine

Die Woche der Demenz ist ein fest terminierter Bestandteil des Kasseler Veranstaltungskalenders. Interessierte, die an den Angeboten teilnehmen möchten, müssen verschiedene Anmeldefristen beachten. So enden beispielsweise für das Erzählcafé im Stadtmuseum, den Vortrag zur Demenzprävention im Agathof e.V. sowie die Veranstaltung zur rechtlichen Betreuung im AWO-Altenzentrum die Anmeldefristen jeweils am 18. September. Für den Vortrag zur Pflegebegutachtung und die Veranstaltung zur Mundgesundheit am 28. September ist der 25. September der letzte Stichtag für eine Anmeldung. Die Stadt Kassel stellt das gesamte Programm unter www.kassel.de/demenz zur Verfügung, wo auch weitere Details zu den einzelnen Terminen abgerufen werden können. Die kontinuierliche Arbeit des Demenz-Netzwerks wird auch nach dem 30. September fortgesetzt, wobei die Koordinierungs- und Servicestelle im Referat für Altenhilfe weiterhin als Ansprechpartner für alle Fragen rund um das Thema Demenz fungiert. Die Stadt Kassel lädt die Bürger dazu ein, die Angebote zu nutzen und sich aktiv in die Gestaltung einer demenzfreundlichen Zukunft einzubringen, indem sie die Informationen weiterverbreiten und an den Dialogen teilnehmen.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/mann-geht-an-strassencafe-in-kassel-vorbei-33593237/ · Foto: Arlind D
Quelle: https://www.kassel.de/pressemitteilungen/september/woche-der-demenz-2026.php