Massive Preissprünge bei Microsoft-Konsolen
Für Käufer von Microsoft-Spielkonsolen hat sich die Marktlage in Deutschland spürbar verschlechtert. Nachdem das Unternehmen bereits im Juni eine weltweite Anpassung der Preisstruktur angekündigt hatte, wurden die neuen Tarife nun vollzogen. Die Auswirkungen sind erheblich: Während in Nordamerika die Preise um 23 bis 33 Prozent stiegen, müssen Kunden hierzulande deutlich tiefer in die Tasche greifen. Die Aufschläge in Europa bewegen sich in einer Spanne von 33 bis 50 Prozent.
Die neuen Preisstrukturen im Detail
Besonders stark betroffen ist die Xbox Series S mit 1 TByte Speicherplatz. Ihr Preis stieg von 400 Euro auf 600 Euro, was einer Verteuerung um 50 Prozent entspricht. Auch die Basisvariante mit 512 GByte Speicher wurde deutlich teurer und kostet nun 500 statt zuvor 350 Euro, ein Anstieg um 43 Prozent.
Bei der leistungsstärkeren Xbox Series X zeigt sich ein ähnliches Bild:
* **Xbox Series X (1 TByte, Digital):** Der Preis stieg von 550 Euro auf 750 Euro (+36 Prozent).
* **Xbox Series X (1 TByte, Disc-Version):** Die Kosten erhöhten sich von 600 Euro auf 800 Euro (+33 Prozent).
Zudem hat Microsoft die Produktion des 2-TByte-Modells der Xbox Series X eingestellt. Restbestände, wie etwa die „Galaxy Special Edition“, sind zwar vereinzelt noch gelistet, jedoch nicht mehr flächendeckend verfügbar. Als Alternative bietet Microsoft generalüberholte Geräte unter der Bezeichnung „Certified Refurbished“ an, die preislich etwa 100 bis 150 Euro unter den neuen Listenpreisen liegen.
Vergleich zum US-Markt
Die Preiserhöhungen in den Vereinigten Staaten fallen moderater aus als in Europa. Während Microsoft in den USA die 1-TByte-Modelle um 150 US-Dollar verteuert hat, liegt der Aufschlag in Europa bei 200 Euro. Auch bei der 512-GByte-Variante der Xbox Series S ist der Unterschied deutlich: In den USA stieg der Preis um 100 US-Dollar (25 Prozent), in Deutschland um 150 Euro (43 Prozent). Es ist zu beachten, dass US-Preise in der Regel ohne die dort übliche Mehrwertsteuer angegeben werden.
Hintergründe: Die Speicherkrise als Preistreiber
Als Hauptgrund für die drastischen Preisanpassungen nennt Microsoft die anhaltende Speicherkrise. Laut Unternehmensangaben haben sich die Kosten für Arbeitsspeicher und Datenträger seit der letzten Preiserhöhung mehr als verdoppelt – konkret um den Faktor 2,5. Microsoft prognostiziert zudem, dass sich diese Kosten bis zum Herbst 2027 noch einmal verdoppeln könnten.
Da Spielkonsolen laut Microsoft-Angaben häufig unterhalb der eigentlichen Herstellungskosten verkauft werden, um eine breite Nutzerbasis aufzubauen, sieht sich der Konzern gezwungen, die gestiegenen Komponentenpreise an die Endkunden weiterzugeben.
Marktumfeld und Konkurrenz
Microsoft ist nicht der einzige Hersteller, der auf die angespannte Lage am Speichermarkt reagiert. Auch Sony hat die Preise für die Playstation 5 in mehreren Schritten erhöht. Seit April 2026 kostet die Standardversion 650 Euro, die Digital Edition 600 Euro. Auch die Playstation 5 Pro ist mit 900 Euro nun teurer als zum Release Ende 2024. Nintendo hat ebenfalls reagiert, wobei die Preiserhöhung für die Switch 2 mit einem Anstieg von 470 auf 500 Euro (+6 Prozent) deutlich moderater ausfällt.
Für Verbraucher bedeutet dies, dass der Einstieg in die aktuelle Konsolengeneration spürbar kostspieliger geworden ist. Ob die Straßenpreise im Einzelhandel langfristig unter den offiziellen Preisempfehlungen der Hersteller liegen werden, bleibt abzuwarten.