News aus aller Welt
Start
Wirtschaftsregion startet bundesweite Marketingkampagne
Regional · 10.09.2026 10:39

Wirtschaftsregion startet bundesweite Marketingkampagne

Kurz: Die Wirtschaftsregion Kassel startet mit der Kampagne „Kassel – Wo Zukunft Raum hat“ eine bundesweite Initiative, um Investoren und Fachkräfte zu gewinnen.

Ein strategischer Aufbruch für die Wirtschaftsregion Kassel

Die Wirtschaftsregion Kassel hat eine ambitionierte, bundesweite Marketingkampagne ins Leben gerufen, die unter dem Leitmotiv „Kassel – Wo Zukunft Raum hat“ steht. Ziel dieses Vorhabens ist es, die Region als einen erstklassigen Standort für Investitionen, technologische Innovationen, unternehmerisches Wachstum sowie attraktive berufliche Perspektiven in ganz Deutschland bekannt zu machen. Der offizielle Startschuss für diese groß angelegte Aktion fällt am 15. September 2026. Dabei setzt die Region auf eine massive Präsenz im öffentlichen Raum. In den Metropolen Berlin, Hamburg, Düsseldorf, Köln, Frankfurt am Main und München wird die Kampagne durch großformatige Außenwerbung sichtbar sein. Diese physische Präsenz wird durch gezielte Werbung auf Verkehrsmedien sowie durch eine umfassende digitale Strategie und Aktivitäten in den sozialen Netzwerken ergänzt. Die Kampagne soll dabei nicht nur Aufmerksamkeit erregen, sondern ein klares Versprechen abgeben: Kassel bietet den notwendigen Raum für die Entfaltung von Ideen, sei es für etablierte Unternehmen, aufstrebende Start-ups, talentierte Fachkräfte oder wissenschaftliche Institutionen. Es ist eine bewusste Positionierung als dynamischer Wirtschaftsstandort in der Mitte Deutschlands, der wirtschaftliche Stärke mit hoher Lebensqualität vereint.

Die inhaltliche Ausgestaltung und die strategischen Schwerpunkte

Das Herzstück der Kampagne bildet der Begriff „Raum“, der in verschiedenen Kontexten interpretiert wird. Für Investoren und Unternehmen symbolisiert dieser Raum Möglichkeiten für Expansion und wirtschaftliche Entwicklung. Für Talente steht er für Karrierechancen und eine ausgewogene Work-Life-Balance. Gründer finden in der Region ein unterstützendes Ökosystem vor, während Wissenschaft und Forschung von einem Umfeld profitieren, das den Transfer von Wissen in die Praxis aktiv fördert. Die Kampagne richtet sich somit an eine breite Zielgruppe, die von Investoren über Start-ups bis hin zu Akteuren aus der Forschung reicht. Die Region Kassel präsentiert sich dabei als ein Ort, an dem technologische Kompetenz in den Bereichen Energie, Mobilität und Verteidigungstechnik (Defense) auf eine leistungsfähige Infrastruktur trifft. Die Botschaft ist eindeutig: Wer nach einem Standort sucht, der sowohl industrielle Tradition als auch zukunftsorientierte Innovation bietet, findet in Kassel die idealen Rahmenbedingungen. Durch die Verknüpfung von wissenschaftlicher Exzellenz und industrieller Fertigung soll ein Bild vermittelt werden, das Kassel als einen der führenden Technologiestandorte in Hessen und ganz Deutschland festigt.

Die technologische Basis und industrielle Stärke der Region

Die Wirtschaftsregion Kassel zeichnet sich durch eine bemerkenswerte Dichte an international agierenden Unternehmen aus, die in Schlüsselbranchen wie Energie, Mobilität und Verteidigung tätig sind. Im Bereich der Energiewirtschaft verfügt die Region über tiefgreifendes Know-how, das von modernen Speicher- und Transporttechnologien bis hin zur Solarenergie reicht. Ein wesentlicher Ankerpunkt ist hierbei das Fraunhofer-Institut für Energiewirtschaft und Energiesystemtechnik, das Spitzenforschung direkt vor Ort betreibt. In der Mobilitätsbranche prägen Schwergewichte wie Volkswagen und Daimler Truck das Bild, unterstützt durch eine vielfältige Bahnindustrie und Unternehmen aus der Luftfahrtbranche. Auch im Defense-Sektor ist Kassel mit Firmen wie KNDS, Rheinmetall und Airbus exzellent aufgestellt. Ein weiteres zukunftsweisendes Projekt ist das Kompetenzzentrum für Drohnentechnologie, das derzeit am Kassel Airport entsteht. Diese industrielle Basis bildet das Rückgrat der Region und dient als Beweis für die Fähigkeit, komplexe technologische Herausforderungen zu meistern. Die Kampagne nutzt diese Stärken, um das Image eines Standorts zu festigen, der nicht nur von der Vergangenheit lebt, sondern aktiv an der industriellen Zukunft arbeitet.

Wissenschaft als Motor für wirtschaftliches Wachstum

Ein wesentlicher Pfeiler der regionalen Dynamik ist die Universität Kassel, die mit rund 21.000 Studierenden eine zentrale Rolle im Wissens- und Technologietransfer einnimmt. Die Hochschule ist nicht nur ein Ort der Lehre, sondern ein aktiver Treiber für wirtschaftliche Entwicklungen. Aus ihrem Umfeld sind bereits etwa 400 Unternehmen hervorgegangen, die insgesamt rund 15.000 Arbeitsplätze geschaffen haben. Diese enge Verzahnung von akademischer Forschung und unternehmerischer Anwendung wird durch spezialisierte Einrichtungen wie das FIDT und den Science Park Kassel weiter gestärkt. Diese Gründerzentren haben bislang rund 500 erfolgreiche Gründungen hervorgebracht, die für knapp 2.000 Arbeitsplätze verantwortlich sind. Diese Zahlen unterstreichen die Effektivität des Transfermodells, das in Kassel gelebt wird. Die Kampagne hebt diese Leistungen hervor, um zu verdeutlichen, dass die Region ein fruchtbarer Boden für Innovationen ist. Die Synergie zwischen der Universität und der lokalen Wirtschaft sorgt dafür, dass Forschungsergebnisse schnell in marktfähige Produkte und Dienstleistungen umgewandelt werden können, was wiederum die Attraktivität für Fachkräfte und Investoren weiter steigert.

Die Akteure hinter der Kampagne und ihre Vision

Die Konzeption und Umsetzung des Projekts liegen in der Verantwortung der Wirtschaftsförderung Region Kassel GmbH, die eng mit der Agentur PAC aus Vellmar zusammenarbeitet. Um die Kampagne authentisch zu gestalten, wurden reale Persönlichkeiten aus der Region als Botschafter gewonnen. Zu diesen Protagonisten gehören Lena Schaumann, die für unternehmerisches Wachstum steht, Vivien Giebeler, eine Ausbilderin bei Volkswagen, die junge Talente repräsentiert, sowie Dr.-Ing. Jan-Peter Seevers, der als Gründer der Veli GmbH die Start-up-Szene verkörpert. Auch das Fachgebiet Mensch-Maschine-Systemtechnik der Universität Kassel bringt seine Expertise in die Kampagnenmotive ein. Die politische Unterstützung ist ebenfalls stark ausgeprägt: Oberbürgermeister Dr. Sven Schoeller betont, dass Kassel ein Ort ist, an dem Ideen Wirklichkeit werden können. Landrat Andreas Siebert hebt die enge Kooperation zwischen Stadt und Landkreis hervor, die erst die notwendigen Bedingungen für diesen Erfolg schafft. Wirtschaftsdezernent Matthias Nölke unterstreicht, dass Standortqualität allein heute nicht mehr ausreicht, sondern aktiv kommuniziert werden muss, um im Wettbewerb der Wirtschaftsregionen bestehen zu können.

Einordnung der Standortmarketing-Strategie

Die Entscheidung für eine bundesweite Kampagne ist als Reaktion auf den zunehmenden Wettbewerb um Fachkräfte und Investitionen zu verstehen. Einzuordnen ist das so: Viele Regionen in Deutschland konkurrieren um dieselben Zielgruppen. Kassel setzt hierbei auf eine Differenzierungsstrategie, indem es den Begriff des „Raums“ nicht nur physisch, sondern auch als Freiraum für Entwicklung besetzt. Den Berichten zufolge ist die Kampagne darauf ausgelegt, eine Brücke zwischen der industriellen Stärke und der Lebensqualität zu schlagen. Die Einbeziehung von echten Akteuren aus der Region verleiht der Kommunikation eine hohe Glaubwürdigkeit. Es ist ein Versuch, das Image der Stadt und des Umlands von einer rein industriell geprägten Region hin zu einem modernen Innovationsstandort zu transformieren. Die Strategie zielt darauf ab, die Wahrnehmung bei Entscheidern in den großen Metropolen positiv zu beeinflussen und Kassel als eine ernsthafte Alternative zu den teuren und oft überlaufenen Ballungszentren zu präsentieren. Die Zusammenarbeit mit regionalen Finanzinstituten wie der Kasseler Sparkasse und der Volksbank Kassel Göttingen eG unterstreicht zudem den breiten Rückhalt des Vorhabens in der lokalen Wirtschaft.

Offene Fragen und Herausforderungen

Obwohl die Kampagne gut strukturiert wirkt, lässt der vorliegende Quelltext einige Aspekte offen. So werden keine konkreten finanziellen Details genannt, etwa wie hoch das Budget für diese bundesweite Werbeoffensive ist. Auch die zeitliche Dauer der Kampagne bleibt unklar; es ist nicht spezifiziert, ob es sich um eine kurzfristige Aktion oder eine langfristig angelegte Strategie über mehrere Jahre handelt. Zudem fehlen detaillierte Angaben zu den messbaren Zielen: Wie genau soll der Erfolg der Kampagne evaluiert werden? Gibt es definierte Kennzahlen für die Anzahl der neu gewonnenen Investoren oder die Steigerung der Bekanntheit in den Zielstädten? Auch die Frage, wie die Region auf eine mögliche Überlastung durch einen plötzlichen Zuzug reagieren würde, wird nicht thematisiert. Die infrastrukturelle Kapazität, insbesondere im Hinblick auf Wohnraum und soziale Einrichtungen, bleibt in den Ausführungen unberücksichtigt. Es bleibt abzuwarten, ob die Kampagne tatsächlich die erhoffte Sogwirkung entfaltet oder ob sie lediglich ein erster Schritt in einem längeren Prozess der Standortentwicklung ist.

Ausblick und nächste Schritte

Der offizielle Start der Kampagne am 15. September 2026 markiert den Beginn einer intensiven Phase der Außenkommunikation. Die Verantwortlichen haben mit der neuen Website unter www.wirtschaftsregion-kassel.de eine zentrale Anlaufstelle geschaffen, die als Schnittstelle zwischen der werblichen Ansprache und vertiefenden Informationen dient. Hier sollen Interessierte konkrete Kontakte finden und mehr über die Standortvorteile erfahren. Die Wirtschaftsförderung Region Kassel GmbH plant, die verschiedenen Kanäle – von der Außenwerbung bis hin zu den digitalen Medien – koordiniert zu bespielen. In den kommenden Monaten wird sich zeigen, wie die Zielgruppen auf die Botschaften reagieren und ob die gewählten Protagonisten die gewünschte Identifikation erzeugen können. Die enge Verzahnung zwischen den Akteuren aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft soll auch nach dem Kampagnenstart aufrechterhalten werden, um eine konsistente Kommunikation zu gewährleisten. Die Region Kassel hat sich mit diesem Schritt klar positioniert und strebt danach, ihre Rolle als zentraler Wirtschaftsstandort in Deutschland nachhaltig zu festigen und auszubauen.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/nebliger-abend-am-hamburger-rathaus-30333472/ · Foto: Sebastian Luna
Quelle: https://www.kassel.de/pressemitteilungen/september/standortmarketingwfg.php