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Wie Google Maps für die Sterne: Die größte Karte des Universums zeigt 4 Milliiarden Himmelsobjekte
Technik · 13.08.2026 12:55

Wie Google Maps für die Sterne: Die größte Karte des Universums zeigt 4 Milliiarden Himmelsobjekte

Kurz: Ein internationales Forschungsteam hat die bisher umfassendste zweidimensionale Karte des Universums veröffentlicht, die vier Milliarden Himmelsobjekte umfasst.

Ein digitaler Atlas für den Kosmos: Die Vermessung des Himmels

Ein ambitioniertes wissenschaftliches Vorhaben hat nun seinen vorläufigen Höhepunkt erreicht: Nach über einem Jahrzehnt intensiver Forschungsarbeit wurde eine zweidimensionale Karte des Universums präsentiert, die in ihrem Detailreichtum neue Maßstäbe setzt. Das Projekt, das unter dem Namen „DESI Legacy Imaging Surveys“ bekannt ist, bietet einen beispiellosen Einblick in die Weiten des Weltraums. Mit einer beeindruckenden Auflösung von mehr als fünf Billionen Pixeln ermöglicht diese digitale Darstellung es sowohl professionellen Astronomen als auch interessierten Laien, den Nachthimmel in einer bisher nicht gekannten Präzision zu erkunden. Die Karte fungiert dabei ähnlich wie ein Navigationssystem für die Sterne, bei dem Nutzer durch einfache Bedienung – sei es über eine Skala oder die Computermaus – stufenlos in die Tiefen des Alls hinein- oder herauszoomen können. Ein integriertes Suchfeld erlaubt zudem die direkte Ansteuerung spezifischer, namentlich bekannter Himmelsobjekte, was die Karte zu einem wertvollen Werkzeug für die astronomische Forschung und die öffentliche Bildung macht. Die Veröffentlichung markiert den Abschluss einer langjährigen Datenakquise, die das Verständnis für die großräumigen Strukturen unseres Universums maßgeblich erweitern dürfte.

Technische Details und der Umfang der Datensammlung

Die schiere Dimension der Karte lässt sich kaum in alltäglichen Begriffen fassen. Insgesamt wurden rund vier Milliarden einzelne Himmelsobjekte erfasst, die nun in der digitalen Projektion sichtbar sind. Zu den abgebildeten Phänomenen zählen eine Vielzahl von Sternen, Asteroiden, weit entfernte Galaxien sowie schwarze Löcher. Die Karte basiert auf einer Projektion des Himmels, wie er von der Erde aus wahrgenommen wird, wobei der Nordpol den oberen und der Südpol den unteren Rand der Darstellung markiert. Um diese Datenmenge zu bewältigen, war ein enormer technischer Aufwand erforderlich. Die finale Version der Karte speist sich aus insgesamt 263.407 Teleskopbeobachtungen, die über einen Zeitraum von elf Jahren, konkret zwischen 2013 und 2024, gesammelt wurden. In dieser Zeit verbrachten die beteiligten Wissenschaftler 2.285 Nächte mit der Beobachtung des Firmaments. Die Verarbeitung der dabei angefallenen 200 Terabyte an Rohdaten erforderte die Kapazitäten eines Supercomputers im Lawrence Berkeley National Lab, der allein acht Wochen für die Berechnung der finalen Bilddaten benötigte. Ein weiteres Jahr investierte das Team in die Entwicklung des spezifischen Programm-Codes, der für die Auswertung und Zusammenführung dieser gewaltigen Datenmengen notwendig war.

Der Weg zur Karte: Eine internationale Gemeinschaftsleistung

Der Entstehungsprozess dieser Karte war ein kollektives Unterfangen, an dem über 160 Forschende beteiligt waren. Die Koordination und die finale Erstellung der Karte lagen in den Händen eines Kernteams von 20 Wissenschaftlern, die die Daten der verschiedenen Observatorien zusammenführten. Die Beobachtungen wurden im Rahmen von drei großen Himmelsdurchmusterungen durchgeführt: dem „Dark Energy Survey“ des Cerro Tololo Inter-American Observatory in der chilenischen Atacama-Wüste, dem „Mayall z-band Legacy Survey“ des Kitt Peak National Observatory sowie dem „Beijing-Arizona Sky Survey“ des Steward Observatory, die beide in Arizona, USA, beheimatet sind. Diese geografische Verteilung der Teleskopstandorte war essenziell, um eine möglichst lückenlose Abdeckung des Himmels zu gewährleisten. Die Arbeit erstreckte sich über insgesamt 13 Jahre, wobei die reine Beobachtungsphase elf Jahre in Anspruch nahm. Die Kombination aus modernster Teleskoptechnik und hochkomplexer Datenverarbeitung ermöglichte es, die einzelnen Aufnahmen zu einem nahtlosen Mosaik zusammenzufügen, das nun als Referenzwerk für die astronomische Gemeinschaft dient.

Die Grenzen der Sichtbarkeit: Was auf der Karte fehlt

Obwohl die Karte fast drei Viertel des gesamten Himmels abdeckt, gibt es signifikante Bereiche, die in der Darstellung fehlen. Dies betrifft vor allem die Ebene der Milchstraße, also jenen Teil unserer eigenen Galaxie, in dem sich die größte Masse konzentriert. Die dort extrem dichte Ansammlung von Sternen und interstellarem Staub wirkt wie ein Vorhang, der den Blick auf das dahinterliegende, extragalaktische Universum verdeckt. Aus diesem Grund haben die Forscher diesen Bereich bei der Kartografierung ausgespart. Ein weiterer bemerkenswerter Umstand ist das Fehlen der Planeten unseres eigenen Sonnensystems. Objekte wie Jupiter oder Saturn sind für die hochsensiblen Kameras der Teleskope schlicht zu hell. Ihr Licht würde die schwachen Signale der weit entfernten Galaxien überstrahlen und damit die Bildqualität massiv beeinträchtigen. Um dieses Problem zu umgehen, wurden die Teleskope gezielt so ausgerichtet, dass sie bestimmte Himmelsabschnitte in Momenten erfassten, in denen sich die Planeten auf ihrer Umlaufbahn außerhalb des jeweiligen Sichtfeldes befanden. Diese bewusste Entscheidung stellt sicher, dass die Karte ein klares, unverfälschtes Bild des fernen Kosmos liefert.

Einordnung: Warum dieses Projekt von Bedeutung ist

Einzuordnen ist diese Veröffentlichung als ein Meilenstein in der modernen Astronomie. Die Karte dient nicht nur als statisches Abbild des Himmels, sondern bildet das fundamentale Gerüst für zukünftige wissenschaftliche Vorhaben. Den Berichten zufolge ist die zweidimensionale Karte als direkte Vorbereitung für die Erstellung der bisher größten dreidimensionalen Karte des Universums zu verstehen. Dieses 3D-Projekt wird derzeit durch Beobachtungen des „Dark Energy Spectroscopic Instruments“ (DESI) vorangetrieben. Indem das Team die zweidimensionalen Positionen der Milliarden Objekte präzise bestimmt hat, schaffen sie die notwendige Basis, um in einem nächsten Schritt die räumliche Tiefe und die Verteilung der Materie im Universum noch genauer zu vermessen. Die Verfügbarkeit der Daten für jedermann auf einer frei zugänglichen Webseite unterstreicht den Anspruch des Projekts, nicht nur innerhalb der Fachwelt zu wirken, sondern auch das öffentliche Verständnis für die Dimensionen des Weltraums zu fördern und interessierten Laien die Möglichkeit zur eigenen Erkundung zu geben.

Offene Fragen und der Blick in die Zukunft

Der vorliegende Quelltext lässt einige Aspekte der Arbeit unbeantwortet. So bleibt beispielsweise unklar, welche spezifischen Software-Tools oder Algorithmen im Detail für die Bildzusammenführung genutzt wurden, abgesehen von der Erwähnung der einjährigen Programmierphase. Auch die genaue methodische Vorgehensweise bei der Identifikation der vier Milliarden Objekte wird nur oberflächlich angerissen. Ebenso fehlen Informationen darüber, ob und wie die Karte in Zukunft aktualisiert werden soll, falls neue Teleskopdaten hinzukommen. Was den weiteren Verlauf betrifft, so ist die Rolle der Karte als Vorläufer für das DESI-3D-Projekt klar definiert. Die Arbeit an der dreidimensionalen Vermessung des Kosmos läuft bereits, wobei die nun veröffentlichte Karte als unverzichtbares Referenzwerk dient. Weitere konkrete Termine für die Veröffentlichung der 3D-Daten werden im Quelltext nicht genannt, doch ist davon auszugehen, dass die wissenschaftliche Auswertung der 2D-Daten noch für Jahre eine zentrale Rolle in der astrophysikalischen Forschung spielen wird. Die wissenschaftliche Gemeinschaft darf gespannt sein, welche neuen Erkenntnisse über die Struktur des Universums aus dieser monumentalen Datenbasis in den kommenden Jahren gewonnen werden können.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/friedliche-studentendemonstration-in-bratislava-30766238/ · Foto: William Gevorg Urban
Quelle: https://t3n.de/news/groesste-karte-universum-4-milliarden-objekte-1757675/?utm_source=rss&utm_medium=newsFeed&utm_campaign=newsFeed