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Regional · 28.09.2026 06:18

Schussgeräusche mutmaßlich aus Hochzeitsgesellschaft gemeldet: Polizei sucht Zeugen

Kurz: Ein Polizeieinsatz in Seligenstadt sorgte am Sonntagabend für Aufsehen. Nach Schussgeräuschen aus einer Hochzeitsgesellschaft sucht die Polizei nun Zeugen.

Ein nächtlicher Einsatz in der Berliner Straße

Am späten Sonntagabend kam es in Seligenstadt zu einem größeren Polizeieinsatz, der durch mehrere Notrufe ausgelöst wurde. Gegen 21.40 Uhr erreichten die Beamten des Polizeipräsidiums Südosthessen erste Meldungen über Schussgeräusche im Bereich der Berliner Straße. Zeugen berichteten den Einsatzkräften, dass aus einer größeren Personengruppe heraus, die sich in einer Kolonne aus mehreren Fahrzeugen fortbewegte, Schüsse abgegeben worden seien. Die Polizei reagierte umgehend und entsandte mehrere Streifenwagen an den gemeldeten Ort, um die Lage zu sondieren und mögliche Gefahren für die Bevölkerung abzuwenden. Bei Ankunft der Einsatzkräfte vor Ort hatte sich die Situation bereits verändert: Die beschriebene Personengruppe war nicht mehr anzutreffen. Dennoch leitete die Polizei sofortige Maßnahmen ein, um die Hintergründe des Vorfalls zu klären und die beteiligten Personen zu identifizieren. Der Einsatz unterstreicht die Sensibilität der Behörden bei Meldungen über Schusswaffengebrauch im öffentlichen Raum, auch wenn sich die Situation vor Ort als weniger dramatisch als zunächst befürchtet darstellte.

Details zum Einsatzverlauf und den Funden

Noch während der Anfahrt zum Einsatzort in der Berliner Straße gelang es den Beamten, ein Fahrzeug zu lokalisieren, das aufgrund eines vorliegenden Teilkennzeichens mit dem Vorfall in Verbindung gebracht werden konnte. Die Kontrolle dieses Wagens lieferte erste wichtige Hinweise auf die Identität der Beteiligten. Während die Beamten an der eigentlichen Örtlichkeit keine Personen mehr antrafen, gestaltete sich die Suche nach Beweisen erfolgreich. Bei der systematischen Absuche des Bereichs stießen die Einsatzkräfte auf mehrere Hülsen von Schreckschussmunition, die auf den Gebrauch entsprechender Waffen hindeuten. Eine dazugehörige Schusswaffe konnte jedoch trotz intensiver Suche vor Ort nicht sichergestellt werden. Erfreulicherweise ergaben die ersten Ermittlungen vor Ort keinerlei Hinweise auf Sachbeschädigungen oder gar Personenschäden, die durch die Schussabgaben hätten entstehen können. Die Polizei dokumentierte die Funde als Teil der laufenden Ermittlungen, um den genauen Hergang der Ereignisse in der Berliner Straße rekonstruieren zu können. Die Beamten konzentrieren sich nun darauf, die Verbindung zwischen den gefundenen Hülsen und den Fahrzeugen der Hochzeitsgesellschaft zweifelsfrei zu belegen.

Hintergrund der Hochzeitsgesellschaft

Den bisherigen polizeilichen Erkenntnissen zufolge handelte es sich bei der Personengruppe um eine Hochzeitsgesellschaft, die ihren Ursprung in einer Feierlichkeit in Hanau hatte. Nach den dortigen Feierlichkeiten begab sich die Gruppe in Richtung Seligenstadt. Nach Angaben von Anwohnern sowie den Aussagen der kontrollierten Personen löste sich die Gesellschaft in Seligenstadt auf. Die Gruppe, die nach Schätzungen aus etwa 30 Personen bestand, war mit einer beachtlichen Anzahl von Fahrzeugen unterwegs – die Polizei spricht von insgesamt 10 bis 15 Autos. Anwohner berichteten, dass die Fahrzeuge sich nach dem Aufenthalt in Seligenstadt in verschiedene Richtungen zerstreuten und die Örtlichkeit zügig verließen. Dieser Umstand erschwerte die sofortige Identifizierung aller Beteiligten, da die Kolonne bereits vor dem Eintreffen der Polizei in alle Himmelsrichtungen auseinandergelaufen war. Die Ermittler gehen davon aus, dass die Schussabgaben im Zusammenhang mit der Hochzeitsfeier stehen, wobei die genauen Hintergründe, warum in der Öffentlichkeit zur Schreckschusswaffe gegriffen wurde, weiterhin Gegenstand der polizeilichen Aufarbeitung sind.

Die Akteure und das weitere Vorgehen

In den Fall involviert sind neben den Anwohnern der Berliner Straße, die den Notruf absetzten, auch die Beamten der Polizeistation Seligenstadt, die die Ermittlungen leiten. Das Polizeipräsidium Südosthessen fungiert als zentrale Anlaufstelle für die Pressearbeit und die Koordination der Zeugensuche. Einzuordnen ist das Geschehen als ein Vorfall, der durch das rücksichtslose Verhalten im öffentlichen Raum eine erhebliche Verunsicherung bei den Anwohnern auslöste. Den Berichten zufolge ist das Abgeben von Schüssen, selbst wenn es sich um Schreckschussmunition handelt, ein Vorgang, der polizeiliche Maßnahmen unumgänglich macht, da für Außenstehende eine Unterscheidung zu scharfen Waffen in der Kürze der Zeit kaum möglich ist. Die Polizei betont, dass das Verhalten der Gruppe, die sich nach dem Vorfall in verschiedene Richtungen entfernte, die Ermittlungen erschwert. Die Beamten appellieren daher an die Bevölkerung, bei der Aufklärung zu unterstützen. Die Ermittlungen konzentrieren sich nun auf die Identifizierung der weiteren Fahrzeuge, die Teil des Konvois waren, um die Verantwortlichen für die Schussabgaben zur Rechenschaft zu ziehen.

Offene Fragen und nächste Schritte

Obwohl die Polizei bereits erste Erkenntnisse gewonnen hat, bleiben wesentliche Fragen unbeantwortet. So ist bislang unklar, wer genau die Schüsse abgegeben hat und wo sich die Schreckschusswaffe derzeit befindet. Auch die Frage, ob es weitere Zeugen gibt, die den Vorfall aus einer anderen Perspektive beobachtet haben, bleibt offen. Die Polizei hat einen Zeugenaufruf gestartet und bittet Personen, die Hinweise zu den weiteren beteiligten Fahrzeugen oder den Personen geben können, sich unter der Rufnummer 06182 8930-0 bei der Polizeistation Seligenstadt zu melden. Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren, um die Identität der restlichen Mitglieder der Hochzeitsgesellschaft zu klären. Es bleibt abzuwarten, ob sich weitere Zeugen melden, die zur Aufklärung des Vorfalls beitragen können. Die Polizei wird die weiteren Ermittlungsschritte davon abhängig machen, welche Informationen aus der Bevölkerung eingehen. Bis dahin bleibt der Vorfall in der Berliner Straße ein Beispiel für die Herausforderungen, die durch unangekündigte und teils gefährliche Begleiterscheinungen von privaten Feierlichkeiten im öffentlichen Raum entstehen können.

Quelle: https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/43561/6359941